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Parlamentswahl in UngarnRekordbeteiligung, aber Rennen bleibt spannend – Prognose: Magyar vorn

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Peter Magyar, der Vorsitzende der Oppositionspartei Theiß, spricht vor einem Wahllokal nach der Stimmabgabe zu den Medien.

Peter Magyar, der Vorsitzende der Oppositionspartei Theiß, spricht vor einem Wahllokal nach der Stimmabgabe zu den Medien.

77,8 Prozent Wahlbeteiligung, aber das Rennen bleibt spannend: Tisza liegt laut einer Prognose klar vorn. 

Die Parlamentswahl in Ungarn hat eine Rekordbeteiligung verzeichnet. Um 18.30 Uhr – eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale – wurde am Sonntag eine Beteiligungsquote von 77,8 Prozent ermittelt. Der bisherige Rekord war bei der Wahl 2002 mit einer Beteiligung von 70.5 Prozent erzielt worden. 

Magyar mit guten Chancen auf Wahlsieg

Die international viel beachtete Richtungswahl könnte das Ende der Regierungszeit des seit 16 Jahren in Ungarn amtierenden rechtsnationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban herbeiführen. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90.

Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar von der Partei Tisza gute Chancen auf einen Wahlsieg. Nach einer Berechnung des Wahlforschungsinstituts 21KK soll Magyars Tisza 55 Prozent und Orbans Fidesz 38 Prozent der Wähler hinter sich gebracht haben.

Es handelt sich allerdings weder um eine Wahltagsbefragung noch um eine Hochrechnung. Die Prognose stützt sich auf Befragungen der letzten drei Tage. Als dritte Partei würde demnach die rechtsextreme Partei Unsere Heimat (Mi Hazank) mit fünf Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament schaffen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen der Wahlkommission wird am späteren Abend gerechnet.  

Magyar ist „vorsichtig optimistisch“

Magyar hat sich „vorsichtig optimistisch“ hinsichtlich eines Wahlsieges seiner Partei Tisza geäußert. „Natürlich sind wir im Bilde, wir haben die letzten Umfragen gesehen“, sagte er nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend vor Journalisten. „Auf ihrer Grundlage, zusammen mit den Daten zur Wahlbeteiligung und den Informationen, die wir erhalten haben, sind wir optimistisch – oder besser gesagt: vorsichtig optimistisch.“ (dpa/afp)