Kinder und Senioren sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Ein Unfallforscher erklärt die größten Gefahren für Fußgänger.
Die schwächsten im VerkehrStudie zeigt Gefahren für Fußgänger, Kinder und Senioren

Kinder unter 6 Jahren und Senioren jenseits der 70 sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.
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Da ihnen eine Knautschzone fehlt, sind Fußgänger die schutzlosesten Teilnehmer im Straßenverkehr. Eine aktuelle Untersuchung der Björn Steiger Stiftung betont, dass Kinder unter sechs und Senioren jenseits der 70 besonders gefährdet sind, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Siegfried Brockmann, der die Unfallforschung und Unfallprävention der Stiftung leitet, erklärt charakteristische Gefahrenlagen. Er gibt zudem Empfehlungen, wie sich Zufußgehende verhalten sollten und was Fahrzeugführer beachten müssen.
Hauptverantwortung liegt bei Autofahrern
Die primäre Verantwortung zur Unfallvermeidung sieht Brockmann bei den Autofahrenden. „Der Schwerpunkt der Vermeidbarkeit liegt beim Stärkeren, das ist das Automobil“, so der Experte. Laut ihm können Fahrer drei grundlegende Regeln befolgen: vorausschauend und reaktionsbereit fahren, die Geschwindigkeitsbegrenzung respektieren und das Tempo bei Bedarf weiter drosseln.
Diese Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn Senioren und kleine Kinder am Straßenrand erkennbar sind. „Sie machen den Hauptteil der verletzten und getöteten Fußgänger aus“, erklärt der Unfallforscher.
Vorsicht am Zebrastreifen
Allerdings können auch Zufußgehende selbst zur eigenen Sicherheit beitragen. „Wir sehen beispielsweise sehr viele Unfälle an Zebrastreifen“, sagt Brockmann. Obwohl Passanten dort prinzipiell Vorrang vor Fahrzeugen genießen, empfiehlt er, abzuwarten, bis ein Auto tatsächlich stoppt. „Es nützt ja nichts, wenn auf dem Grabstein steht: Er hatte recht.“
Zudem sollte der Blick am Überweg stets in beide Richtungen gehen. Selbst wenn ein Auto stoppt, könnte ein Fahrzeug auf der Nebenspur die Lage übersehen und weiterfahren.
Kinder im Straßenverkehr: Impulsiv und unvorhersehbar
Laut der Stiftung stellt die Sicherheit von Kindern eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere die Jüngsten bis zu einem Alter von sechs Jahren agieren häufig spontan und nicht vorhersehbar. Zwar seien sie meist von Erwachsenen begleitet, könnten aber plötzlich loslaufen. „Und ehe man sich versieht, sind sie auch schon auf der Fahrbahn“, so Brockmann.
Eine oft nicht ausreichend beachtete Gefahr ist die Ablenkung der Aufsichtspersonen, etwa durch das Smartphone. „Das hat sich als eine erhebliche Unfallquelle herausgestellt“, berichtet Brockmann laut dpa.
Sichere Schulwege und die Perspektive von Kindern
Defizite zeigen sich ebenfalls bei älteren Kindern. Die sogenannte Perspektivübernahme sei in diesem Alter noch nicht vollständig entwickelt. „Sie können sich nicht vorstellen, dass der Autofahrer nicht dasselbe sieht wie sie“, erläutert Brockmann. Dies müsse immer wieder geübt werden.
Es hilft, Routen so zu wählen, dass möglichst wenige Straßen überquert werden müssen. Ein längerer Schulweg könne im Zweifel der sicherere sein.
Handzeichen von Autofahrern können gefährlich sein
Wenn Autofahrer es besonders gut meinen und Kindern durch Handzeichen signalisieren, die Straße zu überqueren, kann dies kritisch werden. „Das Handzeichen kann unter Umständen juristisch sogar gefährlich sein“, warnt Brockmann. Es suggeriert eine Sicherheit, die nicht garantiert ist, was im Falle eines Unfalls zu einer Mitverantwortung führen könne, etwa wenn das Kind in den Gegenverkehr läuft.
Brockmanns Empfehlung lautet daher, situationsabhängig und „sehr, sehr selektiv“ mit solchen Gesten umzugehen. In verkehrsberuhigten Zonen sei die Lage oft überschaubarer. Auf größeren Straßen sollte man hingegen lieber achtsam weiterfahren, statt Kinder herüberzuwinken.
Besondere Rücksicht auf ältere Menschen nehmen
Bei älteren Menschen zeigt sich ein anderes Risikoprofil. Aufgrund von Gehbehinderungen können sie oft nicht bis zur nächsten sicheren Querungsmöglichkeit gehen. Stattdessen überqueren sie die Straße an Ort und Stelle, „teilweise eben auch hinter Sichthindernissen oder in Verkennung der Fahrzeuggeschwindigkeiten“, so Brockmann.
Für Autofahrer bedeutet dies, bei Senioren am Straßenrand mit einem solchen Verhalten zu rechnen und die Fahrweise anzupassen. Brockmann mahnt zudem zur Geduld an Fußgängerampeln. Wenn Senioren es nicht in einer Grünphase über die Straße schaffen, seien sie dennoch „zu 100 Prozent im Recht, diese Fahrbahn noch mit seiner ihm eigenen Geschwindigkeit bis zum Ende überqueren zu können“. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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