Der Kia Picanto ist ein solides Stadtauto, doch der TÜV-Report deckt eine große Schwäche auf: früher Ölverlust.
Überraschung beim TÜV-CheckDer Kia Picanto ist robust, verliert aber frühzeitig Öl

Klein, aber pikant? Optisch ist das eine Frage des Geschmacks, und wie der Kia Picanto beim TÜV abschneidet, klärt der Gebrauchtwagen-Check.
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Auf dem Fahrzeugmarkt gehört der Picanto zu den kompaktesten Modellen mit fünf Türen und wird oft als agiles Stadtauto charakterisiert. Sein Wendekreis misst lediglich 9,4 Meter. Abhängig von der gewählten Motorvariante kann er zudem sehr lebhaft sein. Gemäß dem «Auto Bild TÜV-Report 2026» erweist sich das kleine Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung (HU) als solide, fällt jedoch durch vorzeitigen Ölverlust auf.
Die hier besprochene dritte Baureihe des Picanto wurde 2017 eingeführt. Im Vergleich zum Vormodell präsentierte sie sich nicht nur äußerlich, sondern auch technisch erheblich weiterentwickelt, unter anderem mit einem großen berührungsempfindlichen Bildschirm, einem selbstständigen Notbremssystem und einem Keyless-Entry-System. Ein erstes Facelift wurde 2020 durchgeführt, ein weiteres kam 2024 hinzu. Seither ist das Fahrzeug vorne mit schmalen Voll-LED-Leuchten und am Heck mit hakenförmigen LED-Lichtern ausgestattet. Ebenfalls neu ist die digitale Instrumentenanzeige im Fahrerbereich.
Karosserie und Varianten
Hinsichtlich der Karosserie gibt es keine Wahlmöglichkeiten: Die gegenwärtige Picanto-Generation wird lediglich als Fünftürer produziert, eine dreitürige Version ist nicht mehr erhältlich. Stattdessen werden verschiedene Ausführungen angeboten: Seit 2018 sind der sportlich designte GT sowie der Picanto X-Line verfügbar. Letzterer zeichnet sich durch eine erhöhte Bodenfreiheit, Kunststoffverkleidungen und einen optischen Unterfahrschutz aus. Optional sind auch Automatikgetriebe verfügbar.
Laut ADAC liegen die Maße bei 3,60 m bis 3,67 m in der Länge, 1,60 m bis 1,63 m in der Breite und 1,49 m bis 1,50 m in der Höhe. Das Ladevolumen des Kofferraums variiert zwischen 255 l und 1.010 l.
Stärken und Schwächen bei der Hauptuntersuchung
Mit einer Leistung von bis zu 100 PS ermöglicht der kompakte Fünftürer eine zügige Fahrweise, die durch die präzise Lenkung unterstützt wird. Der Prüfbericht attestiert den Achsaufhängungen im Rahmen der HU einen «fehlerfreien» Zustand. Bis zur dritten Inspektion zeigen sich zudem Federn, Dämpfer sowie die Lenkung und deren Gelenke als unproblematisch. Bei der Beleuchtung geben zumindest die Blinker kaum Anlass für Beanstandungen. Dies gilt ebenso für die Bremsleitungen, -schläuche und -scheiben sowie für die Auspuffanlage. In der Summe absolvieren mehr als 90 Prozent aller Fahrzeuge die erste Hauptuntersuchung mängelfrei. Die Abgasuntersuchung (AU) ist im Gegensatz zum Vormodell unproblematisch.
Die größte Schwäche ist der Ölverlust, der laut Statistik oft schon zur ersten HU nach drei Jahren auftritt. Bei der zweiten Hauptuntersuchung wird überdurchschnittlich oft ein falsch eingestelltes Abblendlicht bemängelt. Im Rahmen des dritten TÜV-Termins gerät die Wirksamkeit der Feststellbremse wegen erhöhter Mängelquoten in den Fokus. Es gab außerdem zwei Rückrufaktionen, die das Abgasrückführungssystem und den Geschwindigkeitsassistenten betrafen.
Pannenstatistik und Motoren
In der Pannenstatistik des ADAC wird die neueste Picanto-Generation mit Bewertungen von «mittelmäßig» bis «zuverlässig» eingestuft. Der Automobilclub identifiziert als Hauptursachen für Pannen die Starterbatterie bei Automobilen mit Erstzulassung 2018 und 2019. Hinzu kommen die Zündkerzen, welche bei Modellen aus den Jahren 2017, 2019 sowie 2021 bis 2023 überdurchschnittlich häufig ausfallen.
Die Antriebspalette umfasst Benzinmotoren als Drei- und Vierzylinder mit Frontantrieb, deren Leistungsspektrum von 46 kW/63 PS bis 74 kW/100 PS reicht. Im Unterschied zum Vorgängermodell wird die dritte Picanto-Generation nicht länger mit einem LPG-Antrieb für Flüssiggasbetrieb angeboten. Dieser ermöglichte eine für dieses Fahrzeugsegment außergewöhnliche Gesamtreichweite von beinahe 1.000 Kilometern.
Händler-Verkaufswert nach DAT-Angaben
Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) nennt folgende Händler-Verkaufswerte für gebrauchte Modelle mit statistisch erwartbarer Laufleistung – hier drei Preisbeispiele: Picanto 1.0 Attract (6/2018); 49 kW/ 67 PS (Dreizylinder); 88.000 Kilometer; 6.560 Euro. Picanto 1.2 Dream Team ISG (6/2020); 62 kW/84 PS (Vierzylinder); 68.000 Kilometer; 10.205 Euro. Picanto 1.0 TGDI X-Line (6/2021); 74 kW/101 PS (Dreizylinder); 57.000 Kilometer; 13.306 Euro. (dpa/red)
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