Schädigt Soja die Schilddrüse oder führt es zur „Verweiblichung“? Die Verbraucherzentrale hat Mythen geprüft.
Soja im FaktencheckVerbraucherzentrale klärt über die größten Mythen auf

Um angebliche und tatsächliche Gesundheitsrisiken von Soja und Sojaprodukten ranken sich viele Mythen.
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Ob als gewürzte Tofuwürfel auf Gemüsespießen, zarte Zutat in Misosuppen oder als Sojageschnetzeltes in vegetarischen Dönern – eiweißhaltige Erzeugnisse aus Soja sind längst nicht mehr nur in der vegetarischen und veganen Ernährung zu finden. Auch Personen, die Fleisch konsumieren, wählen zur Abwechslung gut zubereitete Speisen mit Tofu, Miso oder Tempeh. Schließlich wird Soja, ähnlich wie Hülsenfrüchte im Allgemeinen, als vorteilhaft für die Gesundheit und die Umwelt angesehen.
Allerdings ranken sich um Soja diverse Mythen und Bedenken. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, haben die Verbraucherzentralen verbreitete Annahmen und Risiken von Sojaerzeugnissen auf den Prüfstand gestellt. Dazu gehören Behauptungen, der Verzehr von Soja könne die Schilddrüse schädigen, sei bei Brustkrebs kontraindiziert oder führe bei Männern zu einer „Verweiblichung“. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen wurde geprüft.
Die Ursache für die Unsicherheit liegt in den Isoflavonen, die in Sojabohnen vorkommen. Hierbei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe mit einer strukturellen Ähnlichkeit zum Hormon Östrogen, was bei vielen Verbrauchern zu Bedenken führt. „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, erläutert Stella Glogowski von der Verbraucherzentrale Hessen.
Soja und Brustkrebs: Eine Einschätzung
Nach derzeitigem wissenschaftlichem Wissensstand ist der Konsum von gängigen Mengen an Soja-Lebensmitteln selbst für Brustkrebspatientinnen unbedenklich, so die Fachgruppenleiterin für Lebensmittel und Ernährung.
Als sicher gelten demnach ein bis zwei Portionen pro Tag – eine Portion ist dabei mit etwa 100 g Tofu oder 250 ml Sojadrink definiert – auch im Verlauf einer antihormonellen Behandlung. Die Verbraucherschützerin fügt hinzu, dass Fachgesellschaften keine Anzeichen dafür sehen, dass ein maßvoller Sojaverzehr die Gefahr eines erneuten Krankheitsausbruchs steigert.
Auswirkungen von Soja auf die Schilddrüse
Hier ist das richtige Maß entscheidend: Bei einer adäquaten Zufuhr von Jod sind durch einen gewöhnlichen Sojaverzehr laut den Verbraucherschützern keine nennenswerten negativen Folgen für die Schilddrüse zu befürchten.
Die Situation kann sich jedoch bei einem Joddefizit oder bereits vorhandenen Schilddrüsenleiden anders darstellen. Isoflavone aus Soja-Nahrungsmitteln, und vor allem hohe Dosen aus isolierten Nahrungsergänzungsmitteln, könnten in diesen Fällen ungünstige Wirkungen entfalten. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, empfiehlt Stella Glogowski.
Bei hochdosierten Isoflavon-Präparaten ist laut der Expertin besondere Vorsicht geboten. Denn die gesundheitliche Sicherheit dieser Supplemente ist nicht hinreichend nachgewiesen, was insbesondere für Personen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Schilddrüsenleiden gilt.
Stella Glogowskis Empfehlung ist eindeutig: Wer an Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, der als östrogenabhängig eingestuft wird, sollte auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen verzichten.
Mythos „Verweiblichung“ bei Männern
Die Befürchtung, Soja könnte den Testosteronspiegel bei Männern reduzieren oder eine „Verweiblichung“ hervorrufen, ist nach Einschätzung von Glogowski haltlos. Wissenschaftliche Studien belegen bei einem normalen Verzehr keine nennenswerten hormonellen Auswirkungen.
Soja zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden?
In diesem Punkt müssen die Verbraucherschützer eine klare Aussage schuldig bleiben. Denn für eine zuverlässige Milderung von Symptomen der Wechseljahre wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone existieren laut den Verbraucherzentralen bisher keine gesicherten wissenschaftlichen Nachweise.
Das Fazit der Verbraucherschützer
„Vielfalt“, darin sind sich die Verbraucherzentralen einig. Soja und daraus hergestellte Produkte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrinks können in normalen Mengen ein Element einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährungsweise sein, da sie hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe bereitstellen. Die Menge ist, wie so oft, ausschlaggebend: „Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden“, schließt Glogowski. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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