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„So viel Freiwilligkeit wie möglich“BDKJ will zu Gewissensfragen im Zusammenhang mit Wehrdienst beraten

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Blick auf Gewehrläufe während der Veranstaltung.

18-Jährige erhalten 2026 Post vom Verteidigungsministerium. Der BDKJ will beratend unterstützen.

Der Jugendverband der Katholischen Kirche erklärt, es brauche eine bewusste Auseinandersetzung mit Frieden, Pazifismus und Pflichterfüllung.

Junge Menschen und ihre Familien sollen sich künftig mit Fragen rund um den Wehrdienst auch an den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wenden können. Derzeit werde an Pax Christi, eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche, oder evangelische Angebote verwiesen, sagte der Referent für Soldat*innenfragen beim BDKJ, Stefan Dengel, dem Portal domradio.de. „Die Beratung ist die klassische Reflexion des Gewissens.“ Die grundlegende Frage, ob man bereit wäre, zur Waffe zu greifen und bewaffnet verteidigen zu können, müsse sich jeder Christ und jede Christin stellen.

In diesem Jahr würden alle, die hierzulande 18 Jahre alt werden, Post vom Verteidigungsministerium bekommen, so Dengel. „Die Männer müssen antworten, ob sie zur Bundeswehr möchten mit einer Skala von 1 bis 10, die Frauen dürfen das. Außerdem müssen sie auch Fragen dazu beantworten, wie fit sie sind und wie ihre Einstellung dazu ist.“ Politisch gelöst werden müsse zudem das Zusammenspiel von Wehrdienst mit dem Freiwilligen Sozialen bzw. Ökologischen Jahr.

BDKJ: Freiwilligkeit für junge Leute erhalten

Der Verband wolle, „dass so viel Freiwilligkeit wie möglich für die jungen Menschen erhalten bleibt“. Viele von ihnen erlebten die Welt als ziemlich gefährlich und fragten sich, ob sie selbst auch künftig in einer friedlichen Welt leben würden. Heute 18-Jährige hätten die Corona-Zeit mitgemacht und erlebten nun die Kriege in der Ukraine und im Iran.

„Wir müssen überall, auch in Politik und Gesellschaft, wachhalten, dass der unbewaffnete Weg, der Weg der Gerechtigkeit, der Versöhnung, des Friedens, der ehrlichen Kommunikation immer der bessere ist als jegliche Form von Schutz und bewaffnetem Handeln“, sagte der Experte. Zugleich dürfe man nicht wehrlos sein: „Das ist bei einem verantwortungsbewussten Pazifismus immer die Frage. Wie viel darf ich rüsten, wie defensiv muss ich sein, wie viel Wege der Gewaltreduktion kann ich gehen und wo sind die?“ (mit kna)