In Bad Münstereifel-Mutscheid sorgt der weibliche Elferrat für gute Laune. Auch andere Lokalmatadore bekommen viel Beifall.
Karneval in MutscheidBei diesem Elferrat braucht es keine Tollitäten

Tollitäten braucht Mutscheid nicht unbedingt, auf jeden Fall aber die Elferratsfrauen.
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Schon der Beginn der Sitzung konnte sich sehen und hören lassen. Zum Auftakt marschierte, wie seit Jahren gewohnt, der weibliche Elferrat auf die Bühne. Und in Mutscheid ist klar: Wer solch eine Truppe auf der Bühne hat, braucht gar nicht unbedingt Prinzen oder sonstige Regenten. Die Damen um Elisabeth Kirchhoff verstehen es einfach, Frohsinn pur zu verbreiten.
Nicht minder agil präsentierten sich bei ihrem Heimspiel die Eifellandfunken und die zahlreichen eigenen Tanzgarden, die sich auf der Bühne ein Stelldichein gaben. Da ließ sich auch der Ehrengast nicht lange bitten: Bürgermeister Sebastian Glatzel machte beim Funken- und Stippeföttche-Tanz eine gute Figur. Nur nach Zugaben durfte der Newcomer auf der karnevalistischen Bühne, Khalid Bounouar, ausmarschieren.
Die Showtime-Tanzgruppe löst sich nach der Session auf
Nachdem die befreundeten Vereine von Sitzungspräsident Markus Baum auf die Bühne gebeten wurden und sich mit den Arloff-Kirspenichern diesmal das einzige Erwachsenen-Dreigestirn im Stadtgebiet präsentierte (es gibt noch ein jugendliches Viergestirn aus Iversheim), waren die Ratsherren aus Unkel dran, die mit ihren Blechinstrumenten ebenso wie später „Dröpkes und de Köbesse“ für feinsten Sound und gute Stimmung sorgten.
Akrobatische Tanzeinlagen gab es im fünfstündigen Programm von der Prinzengarde Hönningen und den Lokalmatadoren aus Mutscheid, dem Männerballett und der Showtime-Tanzgruppe. Gerade Letztere verließ die Bühne nach anhaltendem Applaus mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Wie zu hören, löst sich die Truppe nach der Session auf. Doch bis dahin ist noch ein bisschen hin, und bis Aschermittwoch stehen noch einige Termine in ihrem Kalender. Es kommt eigentlich bei keiner Sitzung vor, dass nicht irgendeine Person oder Gruppe ein Jubiläum zu feiern hat. So war's auch in diesem Jahr.

Alaaf geht auch mit Krücke: Franz Schneider und Elfi Kirchhoff wurden von Michael Dormagen geehrt.
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So benötigte der frühere Kommandant der Eifellandfunken und langjährige Sitzungspräsident, Franz Schneider, die Hilfe einiger Karnevalisten, um mit seinen Krücken sicher auf die Bühne zu kommen. Ein Unfall vor der eigenen Haustür hielt einen wie Schneider aber nicht vom Fastelovend ab: „Ich habe doch nur versucht, den ersten Schnee wegzuschaufeln. Und dann dieses ärgerliche und schmerzhafte Malheur. Die Folge: Operationen und mehrere Wochen bis zur vollständigen Wiedergenesung.“
Natürlich brachten die Karnevalisten um Sitzungspräsident Markus Baum Schneider nicht aus Mitleid auf die Bühne, sondern weil der Vertreter des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Michael Dormagen, Ehrungen vorzunehmen hatte.
Los Rockos feierten Jubiläum in Mutscheid
Für 20-jähriges Engagement überreichte er Schneider den Silbernen BDK-Orden. Für ihre Verdienste rund um den Karneval en dr Mötsched wurde Elfi Kirchhoff mit dem Goldenen Orden geehrt. Dormagen verlas für beide Geehrten die Urkundentexte und ließ ihr Tun Revue passieren.
Als wäre dies nicht schon genug an Ehrungen gewesen, stellte sich im Verlauf der Sitzung heraus, das „Los Rockos“ auch allen Grund zum Feiern hatten. Die Band mit Gitarrist Thomas Rüth, Sänger Alex Radigk, Bassist Rüdiger Blindert, Keyboarder Marco Toppel, Schlagzeuger Roman Götsch und Techniker Norbert Rütt feiert ihr 30-jähriges Bestehen.
Mit ein paar Unterbrechungen kommt die Band laut Rüth schon „mindestens 25 Jahre“ nach Mutscheid. Logisch, dass es nach so vielen Jahren einiges zu erzählen gibt. Etwa, dass die Band mal vor der Mehrzweckhalle vor verschlossener Tür stand und sich wunderte. Die Karnevalisten hatten glatt vergessen, den Musikern einen geänderten Veranstaltungstermin eine Woche später mitzuteilen.
„Wir haben das mit Humor, kollegial und aus Freundschaft so hingenommen“, so Rüth. Auch dieses Mal bewies die Truppe, warum sie zu Recht gefeierter Stammgast in Mutscheid ist. Sie gehört zur Sitzung einfach dazu wie die Eifellandfunken und die Frauenpower im Elferrat, die es – wenn auch mit den Jahren in wechselnder Besetzung – seit über 50 Jahren gibt.

