Beste Stimmung herrscht bei der Mädchensitzung in Ripsdorf. Die Karten sind ein rares Gut und werden „vererbt“.
MädchensitzungIn Ripsdorf ist es gemütlicher als in der Hölle

Umgeben von den Kirschblüten war Achnes Kasulke nach ihrem Auftritt im Ripsdorfer Saal.
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„Mehr Rosa geht nicht!“ Mira, Leona und Anne sind die Ripsdorfer Kirschblüten im Saal Huth-Hammes. Und eins ist klar: Wer mehr zartrosa Blütenpracht als an ihren Kostümen sehen will, der muss auf den Frühling warten. Vorher blüht es bei der Mädchensitzung, die auch in der Jubiläumssession des KV Ripsdorf seit langem ausverkauft war. „Wie bei den beiden Herrensitzungen werden auch bei den Frauen die Karten vererbt. Hier von den Müttern an die Töchter“, so KV-Geschäftsführerin Desirée Cremer.
Das Kirschblüten-Dreigestirn hat sich unterdessen Achnes Kasulke alias Annette Eßer nach ihrer umjubelten Ripsdorfer Premiere unter die Arme genommen. Achnes wirkt zufrieden: „Hier ist es einfach gemütlicher, intimer als etwa bei der Hölle von Vettweiß“, so die über die Bühnen feudelnde Comedienne. Sie komme 2027 gerne wieder, wenn es passe – schnappt sich Schrubber und Putzeimer, und auf geht's zum nächsten Auftritt der Reinigungsfachkraft in der Kittelschürze.
Jecke Mädels schätzen die Kneipenatmosphäre
Im Saal sind derweil alle Tische besetzt, sogar der Vorraum, wo ein Monitor fürs Livebild aus dem Saal sorgt. Zehn Hippies aus Oberbettingen stört es nicht, dass im Saal kein Platz mehr frei war. Miriam sagt, sie wolle aus dem Rückraum den Karneval aufmischen. Am Nebentisch sind zwölf Konfettis aus Blankenheimerdorf guter Dinge. „Hier ist einfach eine der besten Frauensitzungen in der Region, die Kneipenatmosphäre ist toll“, lobt Kathrin.
Die Beweise gibt's auf der Bühne: Die Eifelherzen aus Sieberath, Nicole Porsche, Simone Jäger und Anja Mertens, sind in dieser Session als Soko Eifel bei der „Tatortsicherung“ unterwegs. Sie haben keine Mühe, die begeisterte Stimmung im Saal aufzunehmen. Da wackeln zum Schunkellied ihres Soko-Einsatzes sogar ein halbes Dutzend Tischlämpchenschirme im Takt. Mit LED bunt blinkende und fantasievoll dekorierte Haarreife sind in dieser Session ein Kleinkostümhit.
Weitere Auftritte in Ripsdorf hatten Marco Ages als Redner aus Köln in der Rolle als „ne Jung us em Veedel“ und zwei Männerballetts. Zum einen das der Weyerer Blömche, zum anderen die „Dorfgrenadiere Birkenfeld“. Für Musik-Comedy sorgte neben den Eifelherzen auch Volljaas. Zum guten Schluss kamen die Show Fanfares Ripsdorf samt Showtanzgruppe auf die Bühne.
Alexander Huth moderierte das Spektakel, für dessen musikalische Gestaltung zwischen den Auftritten der Musikverein Ripsdorf sorgte. Nach knapp drei Stunden war der Spaß vorbei – und die Bevölkerungsstruktur im Ort wieder im Normalzustand angekommen. KV-Geschäftsführerin Desirée Cremer: „Während der Sitzung sind so gut wie alle Ripsdorfer Frauen hier im Saal. Die Ripsdorfer Männer haben dann sturmfreie Bude.“

