Gegen die Dragons Rhöndorf III musste Bad Münstereifel in die Verlängerung. Jan Züll führte die Mannschaft an und erzielte 37 Punkte.
BasketballErftbaskets Bad Münstereifel machen es spannend bis zur letzten Sekunde

Überragender Spieler auf dem Feld war Jan Züll, der hier mit einem No-Look-Pass die Gegner überrascht.
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Bad Münstereifel – Dragon Rhöndorf III 86:84 n. V. (44:42, 73:73). Das, was den Basketball so faszinierend macht, macht ihn auch so grausam für alle Beteiligten: Innerhalb weniger Sekunden kann ein Spiel komplett kippen. Das beste Beispiel lieferten die Erftbaskets Bad Münstereifel am Samstagabend in Euskirchen gegen Dragons Rhöndorf III. „Was mich die Jungs schon Nerven gekostet haben!“, sagte ein erleichterter Florian Hammes nach einem Sieg in der Verlängerung in buchstäblich letzter Sekunde.
Dabei hatte es exakt zwei Minuten vor Schluss nicht danach ausgesehen. Rhöndorf ging mit 82:79 erstmals in der Overtime in Führung. Dem bärenstarken Jan Züll gelangen allerdings fünf Punkte am Stück, während Rhöndorfs Angriffsbemühungen wegen der beherzten Verteidigung der Bad Münstereifeler nicht von Erfolg gekrönt waren. Manchmal ging die Defense allerdings auch zu ungestüm zu Werke. 35 Sekunden vor Schluss versenkten die Dragons zwei Freiwürfe zum 84:84.
Der Rebound brachte wertvolle Sekunden, die Nuno Fragueira nutzte
Klar war: Wer jetzt einen Fehler macht, wird wohl verlieren. Und es sah zunächst danach aus, als sollten das die Gastgeber sein. Ein Wurf traf nichts ins Ziel, doch der Ball wurde noch in der Luft mit aller Macht erobert. Die dadurch gewonnen Extrasekunden reichten. Ein Pass fand Nuno Fragueira, dessen Wurf in den Korb fiel, während parallel die Schlusssirene trötete.
Spieler und Betreuer rannten zu Fragueira, ließen ihn hochleben – doch Rhöndorf protestierte und sollte Recht bekommen. Die Uhr war zu spät gestoppt worden, exakt eine Sekunde blieb den Gästen noch. Als der hastige Wurf daneben ging, durften die Bad Münstereifeler endgültig jubeln. Sie bleiben mit zwei Punkten Vorsprung (und einem Spiel mehr) Tabellenführer vor Blatzheim.
Erftbaskets starteten schwach gegen Rhöndorfs Zonenverteidigung
Bereits vor dem Spiel stand für Florian Hammes fest, dass der Gegner aus Rhöndorf kein einfacher werden würde. Das sollte sich zum Auftakt der Partie auch bestätigen. Rhöndorf zog davon und führte zwischenzeitlich sogar mit zwölf Punkten Vorsprung (19:7). „Der Gegner war mit seiner Zonenverteidigung anfangs sehr unbequem“, sagte Hammes. Der Coach nahm beim Stand von 7:17 eine Auszeit und wurde laut: „Es sind einfache Dinge“, rief er seinen Spielern zu, die sich offenbar nicht an Vorgaben gehalten hatten. Sie verursachten zu viele einfache Fouls und vergaben zu viele Würfe, teilweise war der Spielaufbau etwas zu kompliziert, sodass Rhöndorf einige Pässe abfing.

Eine Sekunde vor Schluss gelingt Nuno Fragueira der Korb zum 86:84. Seine Mitspieler trafen ihn auf Händen.
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Die Erftbaskets stellten um, Rhöndorf blieb aber beim Konzept, was Hammes überraschte. Seine Spieler hatten schließlich das passende Mittel gefunden, am Ende des ersten Viertels stand es 18:21.
Erst kurz vor der Halbzeit ging Bad Münstereifel erstmals in Führung
Bis zur ersten Führung der Gastgeber sollte es aber bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit dauern. 1:25 Minuten vor Schluss hieß es 40:39 für Bad Münstereifel. Bis zum Schluss blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Dabei machten sich die Erftbaskets teilweise selbst das Leben schwer. Während der Defense der ein oder andere Steal gelang, nutzte die Offense das nicht aus. „Ein paar leichte Würfe gingen daneben“, sagte Hammes, der die Trefferquote insgesamt aber nicht schwach fand.
Bestes Beispiel für dieses Paradoxon war Jan Züll. Der Aufbauspieler trieb seine Mannschaft unermüdlich an, stand fast die komplette Spielzeit auf dem Feld, war kaum zu bremsen. Und obwohl ihm einige sehr einfache Würfe misslangen, war er mit 37 Punkten der erfolgreichste Erftbaskets-Schütze.
Erftbaskets: Theilig (4), Wolter, Zalfen (5), Kessel, Züll (37), Schöpfer (6), F. Beier, Marquez Valasek (6), C. Beier (21), Fleck, Fragueira (16).
Treffsicherer Niklas Virnich führt den TuS Zülpich zum Sieg gegen Bonn
TuS Zülpich - Post-SV Bonn 86:70 (36:30). Gegen Landesliga-Schlusslicht Post-SV Bonn machten es die Zülpicher zeitweise spannender, als ihnen lieb war. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Bonn nur zu Beginn der Partie in Führung lag. Angeführt von Simon Benentreu und einem treffsicheren Niklas Virnich ging der TuS in Führung, mit 36:30 ging es in die Kabinen.
Im dritten Viertel baute Zülpich seine Führung dann aus. Den Versuch Bonns, durch einen 11:4-Lauf ins Spiel zurückzukommen, konterten die Gastgeber mit einem 8:0-Lauf. Mit zehn Punkten Vorsprung ging es ins Schlussviertel, indem Zülpich unter anderem neun Punkte am Stück gelangen.
Zülpich: Winkelnkemper (8), Gier (9), Virnich (28), Kinzig (10), Benentreu (17), Stein (8), Zens (3), Antons (3).
Die Frauen des TuS Zülpich taten sich gegen das Schlusslicht ihrer Landesliga-Staffel, Bonn-Rhöndorf IV, deutlich leichter. Am Ende stand ein 81:41-Sieg auf der Anzeigetafel.

