Durch die Punkteteilung hält Bessenich den Sieben-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge, mit denen Erft 01 wohl nichts zu tun haben wird.
Fußball-BezirksligaRhenania Bessenich lässt gegen Rot-Weiß Ahrem zwei Zähler liegen

03.05.2026 Auf dem Weg zum Ausgleich: Angreifer Arber Jashanica.
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SV Rhenania Bessenich – RW Ahrem 1:1 (1:1). Mit einem Heimerfolg hätten die Gastgeber vielleicht den entscheidenden Schritt aus dem Tabellenkeller machen können. Dieser gelang vor allem deshalb nicht, weil sich die Bessenicher an diesem Nachmittag im Auslassen der Torchancen gegenseitig überboten.
Zwei konträre Spielauffassungen: Bessenich aktiv, Ahrem destruktiv
Obwohl sich beide Teams im Kampf um den Ligaverbleib befinden, wurde im Laufe der Partie deutlich, wie unterschiedlich die Kontrahenten mit dieser Situation umgehen. Während die Bessenicher immer darum bemüht sind, spielerische Lösungen zu finden und über durchdachte Kombinationen zum Erfolg zu kommen, setzen die Gäste aus dem Rhein-Erft-Kreis in erster Linie auf kämpferische Elemente und schnörkellose Angriffsaktionen von eher überschaubarer fußballerischer Qualität. Ein legitimes, aber auch ziemlich destruktives Konzept, das zum großen Leidwesen des neutralen und den offensiven Stil bevorzugenden Beobachters (zumindest teilweise) erfolgreich war und kurz vor dem Abpfiff beinahe noch mit dem unverdienten Siegtreffer „belohnt“ worden wäre. Bei aller Fairness muss allerdings erwähnt werden, dass die Hausherren auch erst im zweiten Durchgang wirklich ansehnlichen Sport boten.
Holprige erste Hälfte: Teams erreichen nur selten Bezirksliga-Niveau
Man muss es ganz deutlich sagen: Was die Mannschaften über weite Strecken des ersten Durchgangs präsentierten, hatte mit Bezirksliga-Niveau nicht viel zu tun. Durchdachte und bis zum Schluss präzise vorgetragene Angriffe waren kaum zu sehen, stattdessen gab es ungefährliche und überhastete Schüsse aus der Distanz und eine Menge Fehlpässe auf beiden Seiten. Erwähnt werden müssen der Vollständigkeit halber nur die Riesenchance für Jehon Vatovci zu Beginn, die klasse Parade von Eamonn Klein, der das Spielgerät aus dem rechten Winkel fischte, und die zwei Tore.

War auch gegen Ahrem ein Aktivposten: Athanasios „Saky“ Noutsos (am Ball).
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Sah vergebene Chancen: Can Celik (M.).
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Bezeichnend war, dass die Ahremer Führung nicht aus dem laufenden Betrieb, sondern durch eine Ecke entstand, bei dem der Ball eine halbe Ewigkeit durch die Luft segelte und die Abwehr dennoch keinerlei Gegenmaßnahmen ergriff, um Moritz Vesen am schließlich erfolgreichen Kopfball zu hindern (29.).
Letztlich glücklich kam auch das 1:1 durch Arber Jashanica nur neun Minuten später zustande: Bei einem Tempogegenstoß traf der Angreifer, von Emrah Fikaj in Szene gesetzt, frei vor dem Kasten zunächst nur den rechten Pfosten, ehe ihm der Ball wieder vor die Füße sprang und der zweite Versuch im Ziel landete.
Bessenich belohnt sich nicht
Alleine in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts machten die Bessenicher vorne mehr Betrieb als in der gesamten ersten Halbzeit. Vor allem über die rechte Außenbahn kombinierten sich die Platzherren immer wieder gut durch, einzig die finale Aktion wollte nicht gelingen.
In dieser Hinsicht klebte insbesondere Emrah Fikaj das Pech am Stiefel – sowohl per Kopf als auch mit dem Fuß zielte der Stürmer wiederholt über den Kasten, später stand ihm dann noch ein Abwehrbein im Weg. Auch Saky Noutsos, dessen Versuch im letzten Moment vor der Linie gedroschen wurde, und Valentin Ivanov, der mit einem satten Distanzschuss das Aluminium erwischte, standen kurz vor dem erlösenden 2:1.
Ahrem beschränkte sich dagegen nur auf die Abwehrarbeit, die als Konter gedachten weiten Abschläge des Keepers fanden nie einen Abnehmer. Erst als Ivanov, der in seiner Muttersprache (die der Unparteiische leider ebenfalls verstand) etwas zu laut geflucht hatte, das Feld räumen musste (85.), wagten sich die Gäste noch mal nach vorne und hätten durch Niklas Winkler, der frei stehend übers Tor köpfte, den Spielverlauf beinahe noch auf den Kopf gestellt.
Ligaverbleib für Erft 01 nach Auswärtsdreier nur noch Formsache
SC Germania Erftstadt-Lechenich – JSG Erft 01 0:2 (0:1). Beiden Mannschaften war die Bedeutung der Partie in der Anfangsphase deutlich anzumerken, zu stark ins Risiko gehen wollte hier niemand. „Es ging für uns darum, viel Spielkontrolle zu haben. Der Matchplan sah vor, den seit der Amtsübernahme von Karsten Kochems recht tief stehenden Gegner aus der Reserve zu locken“, erklärte Erfts Trainer Christopher Kockerols, der genau wie die übrigen Zuschauer im Hennes-Weisweiler-Sportpark keinen fußballerischen Leckerbissen miterlebte.

Stehen kurz vor dem Klassenerhalt: Nicolas Woywod (in Schwarz) und die JSG Erft 01 Euskirchen.
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Trotzdem war relativ schnell zu erkennen, welches Team im Moment mit Selbstvertrauen auf den Platz geht und welches durch die zahlreichen Negativerlebnisse eher verunsichert ist. „Es wäre so wichtig für uns, einfach mal in Führung zu gehen, doch das gelingt uns in den entscheidenden Momenten nicht. Das hat mittlerweile nicht nur etwas mit Pech, sondern auch mit fehlender Qualität zu tun, so ehrlich muss man sein“, analysierte Germanen-Coach Karsten Kochems.
Luke Bungart markiert seine Saisontore Nummer 24 und 25
Einen Akteur, der die sich bietenden Chancen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit in Zählbares ummünzt, haben die Erftstädter nicht im Aufgebot – wohl aber die Gäste aus Euskirchen mit Luke Bungart. Der Goalgetter markierte gegen die Schwarz-Gelben seine Saisontreffer 24 und 25, das ist exakt die Hälfte aller JSG-Tore. Zum Vergleich: Der gesamte Kader des SC hat lediglich zwölf erfolgreiche Abschlüsse mehr auf seinem Konto als der Unterschiedsspieler, der die Abwehrlücken der Heimelf eiskalt bestrafte.
Dies tat auf der anderen Seite Felix Hilgers: Der zukünftige Bessenicher kam gleich zweimal frei stehend zum Abschluss, traf zum Leidwesen des Erftstädter Anhangs nicht, sodass vorne nach 90 Minuten die Null stand. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch der seit Wochen formstarke JSG-Torwart Max Vornweg, der mehrfach überragend seine Finger im Spiel hatte.
Für Erftstadt-Lechenich ist Aufgeben keine Option
„Man muss zugeben, dass wir insgesamt ein paar kritische Situationen zu überstehen hatten. Andererseits sind wir hinten raus auch sehr schlampig mit unseren Möglichkeiten umgegangen. Wenn wir konsequent gewesen wären, hätten wir auch zwei bis drei Tore mehr machen können“, resümierte Kockerols, der von einem verdienten Auswärtsdreier sprach.
Für seinen Kollegen Karsten Kochems und den SC Germania sinken die Aussichten auf einen glücklichen Saisonausgang dagegen immer weiter, auch wenn die Konkurrenten momentan ebenfalls keine Bäume ausreißen. „Wenn die anderen an unserem spielfreien Wochenende vorlegen, sieht es schlecht aus. Noch ist Aufgeben aber keine Option“, sagt Kochems.
