Abo

FrauenhandballHSG Euskirchen kassiert zwei Niederlagen in 48 Stunden

3 min
Svenja Bank wird von einer Abwehrspielerin regelwidrig gestoppt.

Nur auf Kosten eines Siebenmeters ist in dieser Szene Svenja Bank von der Frechener Abwehr zu bremsen.

Für die Oberliga-Handballerinnen der HSG Euskirchen wird die Luft am Tabellenende immer dünner. Das Kellerduell gegen Frechen war umkämpft.

Oberliga: HSG Euskirchen – HSV Frechen 15:20 (8:7). Einen Rückschlag im Abstiegskampf musste die HSG Euskirchen im Nachholspiel hinnehmen. Der Tabellenletzte verlor das Kellerduell gegen den HSV Frechen. Für Frechen war es der vierte Saisonsieg, während Euskirchen bei einem Erfolg steht.

Zu ungewohnter Anwurfzeit, Freitagabend um 20.30 Uhr, konnte sich die HSG auf ihre Fans verlassen. Rund 100 Handballinteressierte waren nach Kuchenheim gekommen. Sie erlebten eine hart geführte, aber stets faire Partie, in der auch nach 53 Minuten noch nicht klar war, wer die Peter-Weber-Halle als Sieger verlassen würde. Zum Ende war es ein 4:0-Lauf der Gäste, der ihnen zwei wichtigen Punkte einbrachte. Vorher hatte die Führung ständig gewechselt, kein Team konnte sich mit mehr als zwei Toren absetzen.

Frechen zwang Euskirchen immer wieder ins Zeitspiel

Beide Defensivreihen überzeugten das gesamte Spiel über. Dabei bekam die jeweils angreifende Mannschaft die volle Härte des Handballsports zu spüren. Immer wieder rannten sich die Spielerinnen fest und so waren Abschlüsse Mangelware. Frechen stellte eine aggressive Abwehr und zwang Euskirchen immer wieder ins Zeitspiel. Im gebundenen Spiel fand die HSG nur selten Lösungen.

Euskirchens eigene Deckungsarbeit stimmte zu weiten Teilen. So stellten die Gastgeberinnen den Frechener Rückraum weitestgehend kalt, auch das Kreisspiel konnten sie unterbinden. Einzig das Durchspielen des Balls auf die Außen bekam Euskirchen nicht gestoppt, sodass Frechen von dort aus zu vielen Abschlüssen kam.

Die Abwehrspielerin hält Marei Nuss am Trikot fest.

Kein Vorbeikommen: Lena Esser stoppt Frechens Spielmacherin Marei Nuss.

Luca Stajenda setzt zum Sprungwurf an. Die Gegenspielerin kann nicht mehr eingreifen.

Luca Stajenda (HSG Euskirchen) beim Torwurf.

Früh musste Euskirchen einen langen Ausfall von Svenja Bank verkraften. Die quirlige Rückraumspielerin hatte sich am rechten Bein verletzt und saß von der 10. bis zur 45. Minute auf und neben der Bank. Dadurch fehlte eine wichtige Option im Rückraum, sodass Lena Esser halblinks und später Luca Stajenda halbrechts neben Spielmacherin Lea Schmitz auf sich allein gestellt waren und sich oft in eine Umklammerung der Gäste verrannten. Den eingesetzten Jugendspielerinnen fehlt es noch an Körperkraft, um sich gegen eine Abwehrreihe durchzusetzen, die alles andere als zimperlich zupackte.

Es ist megaschade, dass wir heute die Leistung vom Bonn-Spiel nicht bestätigen konnten.
Kajeepan Maheswaran, Trainer der HSG Euskirchen

In Frechens Mannschaft spielen einige ehemalige Palmersheimerinnen. Im Tor parierte Madita Hollweck genau wie ihr Gegenüber Anna Kurm stark. Lena Bittner spielte im Innenblock der Frechenerinnen einen starken Part, blieb am Kreis aber weitestgehend blass. Marei Nuss gestaltete das Spiel auf der Mittelposition als gute Ballverteilerin und sorgte immer wieder für kontrollierte Tempoverschärfungen. Nuss erzielte zudem vier Tore und lieferte sich ein großartiges, aber sehr respektvolles Privatduell mit Lena Esser.

HSG-Trainer Kajeepan Maheswaran: „Es ist megaschade, dass wir heute die Leistung vom Bonn-Spiel nicht bestätigen konnten. Leider haben wir den Schwung nicht mitnehmen können. In der Abwehr sind wir gut gestartet und haben das auch 60 Minuten lang durchgezogen. Bei nur 20 Gegentoren machst du fast alles richtig. Im Angriff haben wir uns sehr schwergetan, und wenn wir zu Würfen gekommen sind, dann haben wir die Torhüterin des Gegners teilweise abgeworfen. Unsere Chancenverwertung war mangelhaft, weil wir ohne Geduld und ohne Konzepte agiert haben.“

HSG Euskirchen: Kurm, Seipel, Werner – Esser (3), Arends (1), Bank (1), Lohmann (1), Lea Schmitz (4/2), Schmidt-Gogo (2), Schnitzler, Bücker, Müsch (1), Stajenda (2), Wang, Viola.


Beim Tabellenzweiten unterliegt Euskirchen ebenfalls

MTV Köln 1850 - HSG Euskirchen 32:19 (14:8). Am späten Sonntagabend unterlag Schlusslicht Euskirchen beim Tabellenzweiten in Köln und kassierte die zweite Niederlage binnen 48 Stunden. Die Gäste konnten die Partie rund 20 Minuten ausgeglichen gestalten, dann aber setzte sich die individuelle Klasse des Spitzenteams durch. Die Euskirchenerinnen, die auf Svenja Bank und Hannah Arends verzichten mussten, waren nach dem Seitenwechsel nicht mehr in der Lage mitzuhalten und so ging es nur noch darum, die Niederlage in erträglichen Grenzen zu halten. Beste Werferin der HSG war Lena Esser mit sieben Toren.