Auch wenn die Voraussetzungen zum Rückrundenstart unterschiedlich sind, ist das Saisonziel der Vertreter aus dem Kreis Euskirchen das gleiche.
Fußball-BezirksligaFür Erft, Bessenich und Erftstadt-Lechenich zählt nur der Klassenerhalt

Gehen mit viel Optimismus in die zweite Saisonhälfte: Luke Bungart (v.l.), Tobias Rick und Luc-Seal Roggendorf von der JSG Erft.
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Nach einer rund dreimonatigen Winterpause in der vergangenen Saison können sich die Fußballfans aus der Region in der laufenden Spielzeit deutlich früher wieder über einen regelmäßigen Betrieb auf den Sportplätzen freuen – zumindest auf Verbandsebene, wo die Bezirksligisten SV Rhenania Bessenich, JSG Erft 01 und SC Germania Erftstadt-Lechenich an den Start gehen.
Zwischen dem letzten Spieltag des alten Jahres Mitte Dezember und dem Rückrundenauftakt am kommenden Wochenende sind kaum mehr als zwei Monate vergangen. Wer die Unterbrechung am effektivsten genutzt hat und welche personellen Veränderungen es gegeben hat, darüber gibt der folgende Winterpausen-Check näheren Aufschluss.
SV Rhenania Bessenich (Platz 10, 20 Punkte)
Personal: Auf den ersten Blick scheint der Kader der Blau-Weißen im Vergleich zur ersten Saisonhälfte erheblich stärker geworden zu sein. Mit dem Ex-Zülpicher Manuel Macherey, Allrounder Ziyad Abdellaoui sowie den beiden Rückkehrern Niklas Miszkiewicz (FC Hürth) und Deniz Isitmen (SV Kurdistan Düren) haben sich die Bessenicher vielversprechende Neuzugänge geangelt, während den Verein mit Angreifer Nuri Yasar lediglich ein echter Stammspieler (zwölf Einsätze, fünf Tore) verlassen hat.
Auch auf den Abschied der beiden Reserve-Schlussmänner Emrullah Yasar und Mike Kilbinger konnte man mit der Verpflichtung von Maurice Kuske aus Blessem als Vertreter für Eamonn Klein gut reagieren.

In der Rückrunde muss Bessenichs Trainer Can Celik auf Abgang Christian Tschibumb (l.) und den verletzten Moritz Hartmann (mit Mütze) verzichten.
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Trainer Can Celik tritt trotz einer insgesamt zufriedenstellenden Vorbereitung allerdings ein wenig aufs Bremspedal, was die Euphorie anbelangt. „Manuel hat sich leider im ersten Testspiel schwerer an den Adduktoren verletzt und konnte noch nicht wieder ins Training einsteigen. Bei Deniz und Niklas muss man wissen, dass sie zuletzt wenig Wettkampfpraxis hatten und deshalb noch nicht bei 100 Prozent sein können“, relativiert der Übungsleiter.
Manuel hat sich leider im ersten Testspiel schwerer an den Adduktoren verletzt und konnte noch nicht wieder ins Training einsteigen.
An der Qualität seiner Zugänge lässt er dennoch keinen Zweifel: „Die Jungs haben sich schnell ins Team eingefunden und werden uns auch sportlich definitiv weiterhelfen.“
Testspiele: Das Niveau der Kontrahenten reichte von der Kreisliga A bis zur Landesliga, wobei sich die Resultate fast immer sehen lassen konnten. Sowohl gegen Viktoria Arnoldsweiler, gegen die die Bessenicher gleich zweimal antraten, als auch gegen Oberdrees und Düren 77 behielt man die Oberhand. Einzig die Generalprobe beim SC Fortuna Bonn ging nach einem schwachen Einstieg in den zweiten Durchgang mit 1:5 in die Hose.
Ausblick: Für die Premiere daheim gegen Horrem sieht es personell eher schlecht aus: Durch Gelbsperren und Urlauber ist das Aufgebot deutlich reduziert, hinzu kommen die Langzeitverletzten Moritz Hartmann und Muhammet Sim (beide Kreuzbandriss). „Wir gehen trotzdem optimistisch und mit einem guten Gefühl in die zweite Saisonhälfte, in der wir den Klassenerhalt so schnell wie möglich festmachen wollen“, bekräftigt Celik.
JSG Erft 01 Euskirchen (Platz 12, 16 Punkte)
Personal: Durch die Abgänge von René Scheidweiler, Nico Wirtz, den Brüdern Rudolf und Arthur Eisfeld sowie Colin Jaecks hat der Kader – zumindest in der Breite – an Substanz eingebüßt. Externe Neuzugänge gibt es nämlich keine, was bei den Euskirchenern allerdings durchaus nicht ungewöhnlich ist. Immerhin kann Trainer Christopher Kockerols auf die Akteure aus der eigenen U19 zurückgreifen und sie im Rückrundenverlauf an die Anforderungen in der Bezirksliga heranführen.
Testspiele: Auch wenn Kockerols betont, dass ihm bei den durchgeführten Vergleichen die inhaltlichen Dinge viel wichtiger waren als die Resultate, freute er sich über die gute Performance seiner Schützlinge beim abschließenden Doppeltest gegen Bezirksligist SC Volmershoven-Heidgen (4:0) und Kreisliga-A-Vertreter TuS Mechernich (6:0). In beiden Duellen stimmte es nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Rückwärtsbewegung, was zu Beginn der Vorbereitung gegen Oberdress (5:11) und SW Köln (4:6) keineswegs der Fall gewesen war. „Wir waren noch nicht bereit, in allen Bereichen Bezirksliga-Fußball zu spielen. Während es mit dem Ball schon ganz gut aussah, haben wir in der Abwehr haarsträubende Fehler gemacht“, schilderte der JSG-Coach seine Eindrücke aus den ersten Wochen.
Ausblick: Das Auftaktprogramm mit Horrem, Birkesdorf und Meisterschaftsfavorit TSV Düren hat es wahrlich in sich. Doch dank einer sehr ordentlichen Hinrunde hat der Aufsteiger längst genügend Selbstvertrauen getankt, um zu wissen, dass er auch gegen die Topteams der Liga über weite Strecken konkurrenzfähig ist. „Die Jungs haben sich gut an das Niveau der Bezirksliga angepasst und gesehen, dass sie nicht mehr abhängig von den anderen Mannschaften sind, sondern aus eigener Kraft die Klasse halten können“, weiß Kockerols, der frühzeitig die 35-Punkte-Marke anpeilt, die laut Statistik sicher zur Rettung reicht.
SC Germania Erftstadt-Lechenich (Platz 15, 9 Punkte)
Personal: Zwischen Weihnachten und Neujahr erreichte die Verantwortlichen die Nachricht, dass Routinier Patrick Straßfeld den SC Germania verlassen und sich zur Rückserie dem SV Rheidt anschließen wird – sehr zum Missfallen von Coach Karsten Kochems. „Der Wechsel kam für uns sehr überraschend, da es vorher keinerlei Anzeichen gab. Der Verlust eines so gestandenen Bezirksligaspielers tut uns natürlich weh, speziell in unserer kritischen Situation“, erklärt der Übungsleiter.

Auf dem weiten Weg Richtung Klassenerhalt muss Erftstadts Colin Greis noch einige Widerstände überwinden.
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Umso glücklicher ist er über den Umstand, dass mit Prince Yoka (Zülpich), Rückkehrer Amin Alsabagh und Mauritz Fuhrmann (beide Sportfreunde Düren) ein schlagkräftiges Trio den Weg nach Lechenich gefunden hat. „Prince Yoka wird uns in der Defensive enorm weiterhelfen. Amin ist nicht nur technisch versiert, sondern auch ein fleißiger Arbeiter für die Mannschaft und Mauritz ein schneller und trickreicher Außenbahnspieler“, charakterisiert Kochems seine Neuzugänge.
Testspiele: Die Freundschaftspartien zeigten, dass auf das Trainerteam Karsten Kochems/Ralph Hoppen noch eine Menge Arbeit wartet. Gegen den SSV Jan Wellem, TuRa Oberdrees und Fortuna Bonn gab es (teils) hohe Niederlagen; lediglich beim Heimspiel gegen den Kölner A-Ligisten SC Blau-Weiß II ging man als Gewinner vom Feld.
Ausblick: „Es geht zunächst darum, Haltung, also Körpersprache und Charakter, zu zeigen. Erst wenn Arbeit und Fleiß die Basis bilden, können wir über fußballerische Dinge sprechen“, sagt Kochems klipp und klar. „Unsere Ausgangslage ist nicht gut, aber wir glauben an den Klassenerhalt – auch wenn unser erstes Spiel beim Tabellenführer stattfindet.“

