Der SV Frauenberg war gegen die SG Dahlem-Schmidtheim ab der 26. Minute in Unterzahl und fighteten sich ins Kreispokal-Halbfinale.
Kreispokal-ViertelfinaleDer SV Frauenberg kämpft sich in den Mittelrheinpokal

Nach dem 3:0 jubelt Frauenbergs Torwart Dominik Schöpfer, während der Dahlemer Spieler im Hintergrund pure Verzweiflung zeigt.
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SV Frauenberg – SG Dahlem-Schmidtheim 3:0 (2:0). Wenn ein Fußballspiel die Bezeichnung „Pokalfight“ verdient hat, dann dieses. 26 Minuten lang war es ein Spiel Elf gegen Elf. Dann aber musste die Heimmannschaft – wie schon beim Ligaduell vor drei Wochen, damals aber deutlich später im Spiel – einen Platzverweis gegen sich verkraften. Mehr als eine Stunde verteidigte Frauenberg mit Mann und Maus und war mit den gesetzten Nadelstichen nach vorne effizienter als Dahlem-Schmidtheim.
Aber von vorne: Während SVF-Trainer Marcel Timm im Vorfeld nicht klar gewesen war, welcher der angeschlagenen Stammkräfte fit werden würde, hatte sein Dahlemer Pendant Christian Hammes damit gerechnet, dass Frauenberg alle Spieler zur Verfügung stehen. Recht hatten beide. So standen bei Frauenberg Marcel Kaiser, Deniz Moruz, Pascal Schröder und Wesley Schleicher zwar im Kader, nahmen aber nur auf der Bank Platz. Aber auch die Gäste ließen Kräfte wie Sebastian Etten oder Silvio Ferjani zunächst draußen.
Sebastian Kaiser bereitete sicht das 1:0 traumhaft selbst vor
Das Spiel begann mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Wobei Marcel Timm sein Team nach vier Minuten wachbrüllte: Dahlems Leon Ingenhaag war auf Rechtsaußen viel zu frei, allerdings schlug sein Team kein Kapital daraus.

Foul oder nicht? Und falls ja: Notbremse oder nicht? Das Schiedsrichtergespann entschied gegen Frauenbergs Deniz Arigan.
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Auf der anderen Seite zeigte SVF-Kapitän Sebastian Kaiser, dass er durchaus mal höher gespielt hat. In der zehnten Minute lupfte er mit der Hacke einen Pass über seinen Gegenspieler. Das Überraschungsmoment nutzte er, um sich einen Vorsprung zu erlaufen. Rechtzeitig, bevor er von Niklas Hahn bedrängt wurde, schloss er gezielt zum 1:0 ab. Direkt im Anschluss legte Kaiser, erneut mit der Hacke, den Ball auf Julian Crombach, der aber an Torwart Yannick Schmitz scheiterte.
Schiedsrichtergespann entscheidet auf Notbremse gegen Deniz Arigan
In der 26. Minute wurde dann alles anders: In einem Laufduell kurz vor dem Frauenberger Strafraum kam Leon Ingenhaag zu Fall. Schiedsrichter Ismail Gündogan entschied nach Rücksprache mit Assistent Fabian Wolffs auf Oberkörperfoul durch Deniz Arigan, der folglich wegen Notbremse die rote Karte sah, obwohl Verteidiger Marcel Motz unweit noch auf gleicher Höhe stand. Beide Trainer waren sich nach dem Spiel bei der Bewertung unsicher, ob überhaupt ein Foulspiel vorgelegen hatte.
Kurz vor der Halbzeit griff Gündogan erneut in die Hosentasche. Er gab Dahlems Dino Halilic Gelb-Rot, obwohl nicht er, sondern Antonio Schnichels vorher Gelb gesehen hatte. Gündogan nahm den Platzverweis zurück. Den fälligen Strafstoß – Halilic hatte Crombach gefoult – verwandelte Kaiser (45.+1). Nur eine Minute kratzte Motz eine Bogenlampe von der Linie, sodass es mit 2:0 in die Pause ging.
Dahlem-Schmidtheim spielte in der zweiten Halbzeit Handball
Danach wechselte Dahlem die Sportart. „Das war wie beim Handball“, sagte Hammes. Allerdings warfen sich die Frauenberger in jeden Ball. Geprüft wurde SVF-Keeper Dominik Schöpfer nicht, lediglich zwei gefährlichere Schüsse kamen ihm entgegen, gingen aber knapp vorbei. Mit der Einwechslung von Marcel Kaiser in 74. Minute verschaffte sich Frauenberg sogar Entlastung, weil Kaiser vorne nicht nur den Ball hielt, sondern sogar für Chancen sorgte.
Für den Schlusspunkt sorgte allerdings der ebenfalls eingewechselte Deniz Moruz. Nach Pass von Pascal Schröder lief er aufs Tor zu und profitierte davon, dass Niklas Hahn ausrutschte, sodass er nur noch Schmitz überwinden musste, was ihm gelang (90.+3).
Während Christian Hammes ob des Auftritts seiner Mannschaft die Worte fehlten, lobte Marcel Timm sein Team: „Wir sind sehr diszipliniert aufgetreten, haben immer wieder in die Schnittstellen gespielt, kompakt gestanden. Wir haben das Ziel ‚Mittelrheinpokal‘ erreicht.“

