Ein Feuer in einer Halle des Schoeller-Werks in Hellenthal hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Verletzt wurde niemand.
Feuer in BetriebshalleTrafobrand in Hellenthal löst enorme Rauchentwicklung aus

Eine starke Rauchentwicklung wurde durch den Brand eines Transformators in einer Schoeller-Halle ausgelöst.
Copyright: Stephan Everling
Während des laufenden Produktionsbetriebs ist in der Nacht zum Donnerstag in einer Betriebshalle des Schoeller-Werks ein Feuer ausgebrochen. Um 0.40 Uhr wurden die Feuerwehrleute alarmiert, der Großeinsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Es galt nicht nur, den Brand in einer Transformatoranlage zu löschen. Sorgen bereitete vor allem die starke Rauchentwicklung.
Wie die Polizei berichtet, arbeiteten zum Zeitpunkt des Brandes 21 Mitarbeiter in der betroffenen Halle des Stahlrohrproduzenten. Sie alle konnten das Gebäude selbstständig verlassen und blieben unverletzt.
Unter der Einsatzleitung von Gemeindebrandinspektor Sebastian Dietrich gelang es den Löschkräften, die Situation zügig zu entschärfen und den Brand in der Transformatoranlage unter Kontrolle zu bringen.
Bevölkerung wurde über Apps vor der Rauchentwicklung gewarnt
Probleme bereitete allerdings die starke Rauchentwicklung. Über Blumenthal, Oberhausen und Schleiden zog die Wolke mit den Brandgasen in Richtung Norden. Über die Warn-Apps Nina und Katwarn wurde die Bevölkerung über die mögliche Geruchsbelästigung sowie Rauchniederschlag informiert und aufgefordert, die Fenster und Türen zu schließen.

Schadstoffmessungen führten die Kräfte des ABC-Zugs durch. Es wurden aber keine erhöhten Werte festgestellt.
Copyright: Stephan Everling

Aus dem Brandschutzzentrum kam der Atemschutzcontainer zur Einsatzstelle in Hellenthal.
Copyright: Stephan Everling
Da unklar war, ob und wenn ja welche Schadstoffe der Rauch mit sich führte, wurde der kreisweit aufgestellte ABC-Zug der Feuerwehr angefordert. Mithilfe eines Messfahrzeugs wurden in den durch die Rauchentwicklung betroffenen Bereichen die entsprechenden Messungen und Analysen durchgeführt. Jedoch wurden dabei keine bedenklichen Werte festgestellt, so dass die Bevölkerungswarnung bereits im Laufe der Nacht wieder aufgehoben werden konnte.
Für den laufenden Produktionsbetrieb von Schoeller hatte das Feuer zunächst deutlichere Auswirkungen. „Das ist ein Schocker in der Nacht“, sagte Geschäftsführer Alexander Mertens, der ebenfalls zum Brandort gekommen war und die Löscharbeiten vom Werktor aus verfolgte. Denn um die Trafoanlage, die in Brand geraten war, stromlos zu schalten, musste die zentrale Elektrizitätsversorgung des betroffenen Bereichs des Werkes komplett abgeschaltet werden. Eine schwierige Situation, wie Mertens vor Ort erläuterte: „In diesen Hallen stehen mehrere Glutöfen, die bei bis zu 1100 Grad Celsius arbeiten und permanent laufen.“ Um diesen permanenten Betrieb sicherzustellen, werde in dem Werk in drei Schichten gearbeitet.
Frühschicht konnte die Produktion bei Schoeller wieder aufnehmen
Da die Stromzuleitung auch in den anderen Hallen des Werks zunächst komplett abgestellt wurde, seien die Mitarbeiter der Nachtschicht nach Hause geschickt worden, teilte Anika Nonn von Schoeller mit. Ab etwa 4 Uhr, nachdem die Löscharbeiten beendet und die Hallen entraucht waren, seien die nicht durch den Brand betroffenen Bereiche sukzessive über alternative Einspeisemöglichkeiten wieder mit Strom versorgt worden. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Produktion von der Frühschicht wieder aufgenommen werden konnte.
Neben dem Transformator seien auch ein Fenster und die angrenzende Gebäudewand beschädigt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Weitere Maschinen seien in der betroffenen Halle nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch den Brand sei ein Sachschaden im oberen fünfstelligen Euro-Bereich entstanden. Brandermittler haben die Ermittlungen zur Ursache des Feuers aufgenommen. Der Bereich sei von der Polizei am Donnerstagmorgen wieder freigegeben worden, teilten das Schoeller Werk mit.
Rund 60 Einsatzkräfte der Löschzüge 1 und 2 der Gemeinde Hellenthal mit den Einheiten aus Hellenthal, Hollerath, Kreuzberg, Reifferscheid und Wolfert sowie die Drehleiter aus Schleiden, der ABC-Zug, die Besatzung des Atemschutzcontainers aus dem Brandschutzzentrum und der Rettungsdienst waren bei dem Brand im Einsatz. Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das DRK. Ausdrücklich lobte Einsatzleiter Dietrich die Zusammenarbeit mit den Schoeller-Mitarbeitern: „Das hat alles großartig geklappt. Es hätte nicht besser laufen können.“

