Umweltminister Oliver Krischer, Narzissenpate Jean Pütz und viele Besucher waren zum Narzissenfest am Parkplatz Hollerather Knie gekommen.
NaturschauspielNarzissenfest lockte zahlreiche Besucher und Prominenz in die Eifel

In jedem Jahr blühen die Narzissen auf den Eifelwiesen, seitdem die Fichten aus den Tälern geholt wurden.
Copyright: Stephan Everling
Auch für diejenigen, die das Naturschauspiel schon vielfach erlebt haben, bleibt es immer wieder faszinierend: Wenn in den abgelegenen Tälern der Eifel der Frühling Einzug hält, sprießen Millionen leuchtend gelber Narzissen aus den noch kargen Wiesen.
Auch in diesem Jahr zeigen sich die Pflanzen in voller Pracht. Zwar hat das kühle Frühjahr die Blüte verzögert, doch noch immer stehen Wiesen und Felder dicht an dicht voller Narzissen.

Für 30 Jahre Tätigkeit als Narzissenführer wurde Hermann-Josef Backes (l.) vom Vorsitzenden des Naturparks Nordeifel, Manfred Poth, ausgezeichnet, was auch Umweltminister Oliver Krischer (r.) freute.
Copyright: Stephan Everling

Auch der Narzissenpate Jean Pütz war bei der Eröffnung zugegen.
Copyright: Stephan Everling
Feste, die bestimmten Pflanzen gewidmet sind, haben in der Eifel Tradition – etwa das Ginsterblütenfest. Das Narzissenfest ist jedoch deutlich älter: Seit 1980 wird es gefeiert, im jährlichen Wechsel zwischen Höfen und Hollerath. Dass die wilden Narzissen überhaupt wieder in den Tälern von Olef und Perlbach wachsen, ist einer Initiative aus den 1980er-Jahren zu verdanken. Auf Betreiben von Prof. Dr. Wolfgang Schumacher wurden Fichtenbestände entfernt, die die lichthungrigen Pflanzen verdrängt hatten. Bereits 1979 hatte die Loki-Schmidt-Stiftung die „Mertens-Wiese“ erworben und entfichten lassen.
Umweltminister Oliver Krischer gab den Startschuss
„Das Narzissenfest ist identitätsbildend für die Region“, betonte Umweltminister Oliver Krischer bei der Eröffnung am Parkplatz Hollerather Knie. Gemeinsam mit Hellenthals Bürgermeister Martin Berners, Landrat Markus Ramers, Büllingens Bürgermeister Rainer Stoffels und Narzissenpate Jean Pütz gab er den Startschuss. Krischer erinnerte sich, wie er als Kind selbst erstmals die Blütenpracht erlebte: „Meine Eltern waren fasziniert, dass es in ihrer erweiterten Heimat eine solche Landschaft gibt.“

Wer genau hinschaut, entdeckt auch auf diesem Foto ziemlich viele Narzissen.
Copyright: Stephan Everling
Die Narzissen wären verschwunden, wenn die Täler weiterhin von Fichten verdunkelt geblieben wären, so Krischer. „Das ist keine reine Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte bewirtschaftet wurde und so Artenvielfalt ermöglicht hat.“ Die damaligen Maßnahmen machten die Region heute attraktiv für den Tourismus.
Auch Bürgermeister Berners würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Beteiligten. In Zusammenarbeit von Loki-Schmidt-Stiftung, NRW-Stiftung und Land Nordrhein-Westfalen seien seit 1979 mehr als 60 Hektar renaturiert worden. Auch auf belgischer Seite konnten die Narzissen zurückkehren. Martin Berners erinnerte zudem an die Anfänge des Festes, die noch im kleinen Kreis stattfanden – mit legendärem Ruf, nicht zuletzt wegen der belgischen Nachbarn, die mit reichlich Wein zur Stimmung beitrugen.
Teil der Narzissenwiesen liegt jenseits der Grenze
Ein Teil der Narzissenwiesen liegt jenseits der Grenze. Dort wurde das Fest bereits am Wochenende zuvor in Rocherath und im Holzwarchetal gefeiert. „Hier im Grenzgebiet wird Europa nicht diskutiert, sondern gelebt“, sagte Büllingens Bürgermeister Stoffels.
Die Natur kenne schließlich keine Grenzen. Auch Fernsehmoderator Jean Pütz war vor Ort und erinnerte sich, wie er vor 28 Jahren überraschend zum „Narzissenpaten“ ernannt wurde. Gemeinsam machten sich Krischer, Ramers, Berners und Stoffels zu Fuß auf den Weg zu den Narzissenwiesen. Geführte Wanderungen starteten regelmäßig am Hollerather Knie.
Dort bot ein Markt zahlreiche Informationsstände – vom Naturpark Nordeifel über das Kreisgesundheitsamt bis hin zum Nabu. Für Unterhaltung sorgten der Musikverein Reifferscheid, der Saxofonist Martin Frings sowie Uwe Reetz mit einem Kinderprogramm. Die Greifvogelstation Hellenthal präsentierte Adler und Falken.
Trotz kühler, aber trockener Witterung waren die Wanderwege gut besucht. „Wir wollten eigentlich nur wandern und waren überrascht, plötzlich auf das Fest zu stoßen“, berichtete Jana-Maria Johnen, die mit Kerstin Borens aus der Region Gerolstein angereist war. Auch Christof und Barbara Riewenherm aus Leverkusen hatten nicht mit dem Fest gerechnet: „Wir kommen oft hierher, aber meist früher im Jahr.“

