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Padel statt TennisAktivpark Kall bietet neue Sportart an und plant dritten Standort

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Die beiden Brüder spielen sich einen Ball zu.

Die Schläger und Bälle probieren Henning (l.) und Steffen Förster schon einmal aus.

Der Aktivpark ersetzt die Tennis- durch Padelplätze und stellte neue Koordinationsgeräte auf. In Schleiden soll ein dritter Standort entstehen.

Mit einer Tennishalle mit drei Plätzen hat 1982 alles angefangen, doch bald wird im Aktivpark Kall kein Tennis mehr gespielt. Stattdessen wird dort künftig Padel angeboten, eine Mischung aus Tennis und Squash. Das ist aber nicht die einzige Veränderung, die es rund um den Aktivpark geben wird.

Nach der Flut 2021 war der Aktivpark zwei Jahre lang Stück für Stück wiederaufgebaut worden. Als letzter Bereich war 2023 das Kinderland eröffnet worden. Für Tennisfans standen zwei Plätze zur Verfügung.

Jemand hält drei Padel-Bälle in der Hand.

Die Bälle sehen aus wie beim Tennis, haben aber einen geringeren Innendruck und springen deshalb nicht so hoch.

„Die Entscheidung, Tennis aus dem Angebot zu streichen, ist uns nicht leicht gefallen. Schließlich hat unser Großvater Karl Hannes mit Tennis angefangen“, erklärt Henning Förster. Aber die Nachfrage nach Tennis sei einfach nicht mehr so groß wie früher. Sein Bruder Steffen spricht von einem Wermutstropfen: „Aber der Aktivpark steht nun einmal für innovative Angebote.“ Die Tennisspieler, die bislang die Plätze nutzten, bedauern natürlich die Entscheidung.

Tennisplätze wurden fast nur im Winterhalbjahr genutzt

Die beiden Plätze seien ohnehin fast nur im Winterhalbjahr genutzt worden. „In den Stoßzeiten am späten Nachmittag und frühen Abend waren die Plätze ausgebucht. Bis 16 Uhr gab es aber nur eine geringe Nachfrage“, sagt Henning Förster. Man habe auch geprüft, ob man die Padel-Plätze an anderer Stelle anlegen und die Tennisplätze erhalten könne: „Aber eine Erweiterung hätte mindestens ein Jahr gedauert.“ So lange habe man nicht warten können und wollen.

Blick auf zwei große Bildschirme mit Koordinationsmatten davor.

Im Koordinationsbereich des Aktivparks sollen noch drei weitere Geräte aufgestellt werden.

„Padel ist die am stärksten wachsende Sportart auf der Welt“, erklärt Henning Förster. In Spanien sei Padel schon seit rund zehn Jahren die Sportart Nummer zwei nach Fußball: „Ich habe eine Zeit lang in Barcelona gelebt und damals auch schon Padel gespielt.“ Seit einiger Zeit sei der Sport auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Nachfrage sei so groß, dass man zum Beispiel in Köln einen Platz vier Wochen im Voraus buchen müsse. „Padel ist leicht zu lernen. Anders als beim Tennis, haben auch Anfänger gegen Fortgeschrittene eine Chance“, so Steffen Förster.

Insgesamt vier Plätze – drei für vier und einer für zwei Spieler – werden entstehen. Sie sind kleiner als Tennisplätze und haben an den Seiten und den Enden   Glas- oder Kunststoffscheiben. Die begrenzen nicht nur das Spielfeld, sondern werden auch ins Spiel integriert.

Mit den Umbauarbeiten in Kall soll Mitte Mai begonnen werden

Wer künftig einen Platz in Kall im Internet bucht, erhält einen Zugangscode. Die Preise für die Miete der Plätze steht noch nicht fest. Die Gebühr wird aber zwischen 20 und 40 Euro pro Stunde liegen und je nach Tageszeit unterschiedlich sein. Für Aktivpark-Mitglieder soll es reduzierte Preise geben.

Mitte Mai soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. „Die Halle wird umgestaltet und bekommt einen neuen Boden. Zudem werden die Wände für die Padelplätze aufgestellt“, so Henning Förster. Zusätzlich bekomme die Halle einen eigenen Eingang. „Wer regelmäßig kommt und sich auskennt, kann dann sofort in die Halle gehen. Natürlich kann man die Plätze aber auch ganz normal über den Haupteingang erreichen.“

Koordinationsbereich wird um drei Geräte erweitert

„Es wird auch einen Club und Trainer geben“, kündigt Steffen Förster an. Trainingsstunden für Anfänger und Fortgeschrittene sollen ebenfalls angeboten werden. „Schläger und Bälle kann man kaufen oder ausleihen. Die Bälle sehen ähnlich aus wie beim Tennis, haben aber einen geringeren Innendruck“, erklärt Steffen Förster. Deshalb springen sie nicht so hoch. Das Padel-Racket ist maximal 46 Zentimeter lang und damit deutlich kürzer als ein Tennisschläger. Rahmen und Oberfläche bestehen in der Regel aus Carbon, Glasfaser oder aus einer Mischung der beiden Materialien. Die Schlagfläche ist mit durchgehenden Löchern perforiert.

Außerdem wird der Koordinationsbereich im Aktivpark in Kürze erweitert. „Drei neue Geräte mit Trainingsangeboten für Stabilität wird es geben“, verrät Henning Förster. Am 5. Mai ab 18.30 Uhr steht dazu im Aktivpark ein Vortrag mit dem Ernährungs- und Fitnesscoach Peter Hinojal auf dem Programm.

Zudem will der Aktivpark weiter expandieren. Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein zweiter Standort in Hellenthal eröffnet worden war, soll in den nächsten Monaten in Schleiden ein Studio entstehen. Henning Förster erklärt: „Die Planungen für den dritten Standort sind in vollem Gang. Im Sommer oder Herbst werden wir dort ein kleineres Studio ähnlich wie in Hellenthal eröffnen.“