Seit das Aus der Diakonie-Station Euskirchen angekündigt wurde, bekommt das Pflegepersonal laut Geschäftsführung den Ärger zu spüren.
Ambulante PflegeDiakonie berichtet von Angriffen auf Personal im Kreis Euskirchen

Am 15. Januar hatte die Diakonie Bonn und Region das Ende der Diakonie-Station Euskirchen angekündigt. Jetzt berichtet Geschäftsführer Tobias Köhler (2.v.r.) von Angriffen auf Pflegekräfte.
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Pflegekräfte der Diakonie werden nach Angaben ihres Arbeitgebers im Kreis Euskirchen Opfer persönlicher Angriffe. Zu den teils tätlichen Attacken komme es, nachdem man im Januar die Schließung der Diakonie-Station Euskirchen angekündigt habe, erklärte die Diakonie für Bonn und die Region am Montag.
„Aktuell erleben Mitarbeitende, die aufgrund der Dienstkleidung und ihrer Dienstwagen gut erkennbar sind, Angriffe von Menschen, die mit der Situation unzufrieden sind“, heißt es in einer Mitteilung. Die Aggression gehe zum Teil von Passantinnen oder Passanten aus, zum Teil trete sie im Rahmen der pflegerischen Tätigkeit zutage.
Wir werden solche Angriffe, wo es möglich ist, zur Anzeige bringen.
Zu beklagen seien „verbale Attacken und sogar tätliche Angriffe“. Weitere Details wollte Diakonie-Sprecherin Andrea Hillebrand nicht nennen – „zum Schutz unserer Mitarbeitenden“, wie sie auf Anfrage am Dienstag erklärte.
„Wir können das nicht tolerieren“, lässt sich Diakonie-Geschäftsführer Tobias Köhler in einer Mitteilung zitieren. „Wir werden solche Angriffe, wo es möglich ist, zur Anzeige bringen.“ Das Diakonische Werk stelle dem Team darüber hinaus zeitnah „Angebote und Unterstützung zum Umgang mit solchen Situationen zur Verfügung“.
Die Diakonie findet nach eigenen Angaben kein neues Personal
Die Diakonie hatte Mitte Januar im Gespräch mit dieser Zeitung bekanntgegeben, dass sie sich aus der ambulanten Pflege im Kreis Euskirchen zurückziehen werde. Als Grund gab sie Personalmangel sowohl bei den Fachkräften als auch auf den Positionen der Pflegedienstleitung an. Neubesetzungen seien nicht gelungen. Die Entscheidung betreffe knapp 400 Pflegebedürftige.
Die Diakonie-Station wird zum 31. März geschlossen. Die Verträge mit den Kundinnen und Kunden hat die Diakonie bereits zum 28. Februar gekündigt, „da im Laufe des März die Versorgung nicht mehr sicherzustellen ist“, so Hillebrand.
„Wir appellieren an alle Menschen, die durch die Schließung der Diakonie-Station verärgert sind, dies in friedlicher Form zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Geschäftsführer Köhler. „Wenden Sie sich per Mail an die Zentrale des Diakonischen Werkes Bonn und Region, aber richten Sie Ihren Unmut nicht gegen die Mitarbeitenden.“
Den Beschluss, die Euskirchener Station für ambulante Pflege zu schließen, bezeichnet Köhler als schweren Schritt. „Besonders betroffen sind die Menschen, die bisher durch das Team der Station gepflegt werden. Ebenso betroffen sind die Mitarbeitenden, deren berufliche Situation sich ab Ende Februar völlig verändert; unabhängig davon, ob sie sich entschieden haben, das Diakonische Werk zu verlassen, oder ob sie das nicht geplant hatten und nun eine andere Einsatzmöglichkeit finden müssen.“

