In „Lieblingsplätze in der Eifel“ gibt Sven von Loga 80 Tipps. Es sind einige Entdeckungen zu finden.
LieblingsplätzeNeuer Reiseführer gibt Tipps zu weniger bekannten Orten in der Eifel

Weitestgehend unbekannt ist die mittelalterliche Wallfahrtskapelle St. Jost im Nitzbachtal bei Langenfeld. Ein Lieblingsplatz ist die „wohl einsamste Wallfahrtskapelle der Eifel“ trotzdem.
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Wieder unternimmt ein Autor eine Reise zu seinen Lieblingsplätzen in der Eifel. So lautet auch der Titel, mit dem Sven von Loga einen Kurzreiseführer durch die Region vorstellt. Immerhin: Es sind tatsächlich einige Entdeckungen dabei.
Das Buch reiht sich ein in die fiktive Bibliothek der Eifel-Reiseführer und -Ratgeber. Die ist mittlerweile wohl ins Dreistellige angewachsen, denn der Eifel-Hype hält nach wie vor an. Autoren wie Ralf Kramp wissen das genau und trauen sich sogar, „99 1/2 Orte in der Eifel, um die Sie einen großen Bogen machen sollten“ zu empfehlen. Auch dieser Nicht-Reiseführer wird gut verkauft. Daneben gibt es Eifel-Spezialisten, die die Kulinarik der Region im Blick haben, etliche Rezeptsammlungen – es lebe der Landfrauenverband – oder Eifelkrimis mit Reiseführerqualitäten. Die Eifel für Familien mit Kindern wird ebenso vorgestellt wie die Eifel zu Pferd, „Magische Eifelorte“, Museen und Sammlungen. Kurz: Mehr Eifel war nie, und alle Autoren behaupten, die ganze Eifel im Blick zu haben. Oft genug ist das jedoch nur eine Behauptung.
Die Eifeler haben Klischees und Abgrenzungen nicht nötig
Sven von Loga fügt mit dem dritten Band seiner „Lieblingsplätze in…“-Reihe dieser Eifel-Bibliothek einen weiteren Titel hinzu. Auch er macht aus seiner Zuneigung zur Region keinen Hehl. Leider nicht, ohne das Negativbild des einstigen „Preußisch-Sibirien, raues Land für arme Menschen“ zu bemühen, in dem jetzt alles anders und schöner sei. Es ist die klischeehafte Perspektive des Distanz wahrenden Eifel-Besuchers. Die Eifeler selbst haben eine solche Abgrenzung schon lange nicht mehr nötig. Sie sagen selbstbewusst, wo sie herkommen, statt es zu verleugnen.

80 Lieblingsplätze nennt Sven von Loga in seinem Buch.
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Die Eifel kann eben Heimat und Zuflucht sein. Und schön ist es hier ja sowieso. Dem stimmt von Loga in seinem Vorwort zu, und dann gibt er auf Doppelseiten – eine für ein Foto, eine für den Text – 80 Tipps. Er zeigt seine Lieblingsplätze zwischen Aachen, Bonn und Koblenz, nicht etwa die Südeifel zwischen Trier, dem Islek und weiter die Westeifel rund um Prüm. Dieser Teil der Region wurde vergessen. Oder bewusst ausgelassen, um nicht auf 100 Orte zu kommen. Denn diese Reihe hat sich schon der Emons-Verlag aus Köln gesichert. Die Eifel hat es sogar schon auf zwei Bände gebracht.
Fündig wurde von Loga auf der Suche nach seinen Lieblingsplätzen an einigen, aber nicht nur den bekannten touristischen Hotspots. Darunter die romantischen Fachwerkstädtchen Monschau und Monreal, die drei Maare bei Daun als „Augen der Eifel“, die Manderscheider Doppelburgen und der Lava-Dome in Mendig.
Tolle Orte in der Eifel sind nicht klassich Instagram-fähig
Anderes ist nicht so naheliegend und Instagram-fähig. Dazu gehören die Wanderwege zu den Westwallbunkern oder durch das Brackvenn bei Mützenich, dort auch der Kaffee-Schmugglerpfad. Von Loga hat zudem ein Herz für die vielen Kreativen, die in der Region leben, und für Kulturtreffs. So wird der Stahlblechkünstler Peter Ratz aus Eiserfey erwähnt, ebenso das Kultur-Café Alte Krähe in Krälingen zwischen Bad Münstereifel und Altenahr. Ebenso eher ungewöhnlich sind die mehr als 250 Jahre alte Süntelbuche bei Nonnenbach oder als weiterer Wandertipp die Eifelschleife „Küchenschellenweg“ bei Marmagen. Hier fehlt leider, was sonst bei von Loga schöne Regel ist: der QR-Code zu einem der großen Online-Wanderportale mit der Routenführung.
Neben Nord- und westlicher Vulkaneifel führt von Loga auch ins Ahrtal, etwa zur Burg Are bei Altenahr, zur Weinmanufaktur Dagernova in Dernau und ins idyllische Brohltal in der Osteifel. Die Burg Olbrück ist vielen noch unbekannt wie auch die Fahrt mit dem „Vulkan-Express“ zu den Trasshöhlen. Die Osteifel und die angrenzende Pellenz etwa mit den Krotzenhäusern in Niederzissen oder dem Ofenbauerdorf Bell gehören zu den Entdeckungen dieses Reiseführers.
Erwähnenswert sind zudem die Wallfahrtskirche in Fraukirch bei Thür und die, wie von Loga richtig anmerkt, „wohl einsamste Wallfahrtskapelle der Eifel“, St. Jost im Nitzbachtal bei Langenfeld. Dass er Schloss Bürresheim bei Mayen erwähnt, aber nicht die berühmte Burg Eltz spricht für seinen Ansatz, nicht nur Bekanntes aufzuführen.
Ein großer Serviceteil mit Adressen aller 80 Lieblingsplätze, von Tourist-Informationen, Hotels, Campingplätzen, Einkaufsmöglichkeiten sowie Freizeit- und Veranstaltungstipps rundet das Buch ab. Wer sich schnell einen Überblick verschaffen will, findet in den Umschlaginnenseiten eine Karte der Region. Fazit: Lieblingsplätze in der Eifel von Sven von Loga ist insgesamt empfehlenswert.
Sven von Loga, Lieblingsplätze in der Eifel. Gmeiner Verlag, 2025. 176 Seiten, 18 Euro. ISBN 978-3-8392-8048-5.

