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Empfang im Kreishaus81 Tollitäten gingen beim jecken Marathon in Euskirchen an den Start

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Tollitätenempfang beim Kreis Euskirchen. 81 Tollitäten haben sich vor dem Kreishaus aufgestellt.

Mehr karnevalistisches Blut an einem Ort geht in dieser Session nicht: Die Kreisverwaltung hatte wieder alle Tollitäten aus dem Kreisgebiet nach Euskirchen eingeladen.

Sport, Teamgeist und Gemeinschaft lautete das Motto beim Tollitätenempfang: 81 jecke Würdenträger waren im Euskirchener Kreishaus dabei. 

Die Tollitäten liefen am Donnerstag im Kreishaus zur Hochform auf – Dabeisein ist eben alles. 81 Tollitäten machten aus dem Beamtenbunker ein sportliches Leistungszentrum, das auch die in nun beginnenden Olympischen Spiele locker in den Schatten stellen dürfte. Wer so jeck ist, kann auf Doping nämlich gut verzichten. Adrenalin im Blut und Konfetti im Herzen trägt die Fastelovendsfründe seit dem Elften im Elften durch die Session und verleiht für den nun anstehenden Schlussspurt bis Aschermittwoch auch noch die nötigen Körner.

Unter dem Motto „Sport, Teamgeist und Gemeinschaft“ hatte Landrat Markus Ramers die Tollitäten von Losheim bis Metternich ins Kreishaus eingeladen – und deren Empfang wurde immer ein langer Alaaf-Marathon statt eines jecken Sprints. Der Kreis-Chef und sein Allgemeiner Vertreter Achim Blindert waren an diesem Tag die Vorturner. Ramers hatte sich Fußballschuhe zum passenden Landrats-Elf-Outfit angezogen – inklusive Spielführerbinde. Achim Blindert hielt es eher US-amerikanisch und hatte sich als Baseballspieler verkleidet.

Erlös der Traditionsveranstaltung geht diesmal an den Kreissportbund

Nach dem Tollitätenempfang wird es sportlich bleiben. Der Grund: Der Erlös der Veranstaltung wird in diesem Jahr an den Kreissportbund (KSB) gespendet, der zugleich sein Jubiläum feiert. Mit dem Geld sollen beispielsweise Schwimmkurse finanziert werden. Für das leibliche Wohl sorgte traditionsgemäß das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

Detail des Gruppenbilds mit 81 Tollitäten aus dem Kreis Euskirchen.

Rot und Weiß dominierten beim obligatorischen Gruppenbild ...

Detail des Gruppenbilds mit 81 Tollitäten aus dem Kreis Euskirchen.

... zu dem sich die Tollitäten aus dem ganzen Kreis auf der Treppe vor dem Euskirchener „Beamtenbunker“ aufgestellt hatten.

Ein besonderes Highlight wartete auf die Kindertollitäten: Sie erhielten als Erinnerung an den jecken Nachmittag im Kreishaus ein individuell gelasertes Frühstücksbrettchen mit ihren Insignien. Das Brettchen und die Orden wurden wie gewohnt von den Nordeifelwerkstätten (NEW) gestaltet.

Rund 40 Mitarbeiter der Kreisverwaltung trugen zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung bei. Durch das Programm führten Florian Ramolla und Corinna Lawlor, die sich während der Moderation immer wieder den Staffelstab in die Hand gaben.

Familiäre Großveranstaltung, perfekt organisiert

Doch wie viel Arbeit und Training ist vor einem solchen jecken Wettkampf im Kreishaus eigentlich nötig? Stehe das Motto fest, gehe es an die kreative Umsetzung, berichtete Organisatorin Tamara Empt: „Dann entwickeln wir das Layout für die Einladungen und das Design des Ordens. Dabei arbeiten wir eng mit der NEW in Zingsheim zusammen, um zu schauen, was beim Lasern möglich ist.“

Tollitätenempfang beim Kreis Euskirchen: Blick in den vollbesetzten Zuschauerraum.

Volles Haus: Wie viele Alaafs ausgerufen wurden? Unzählbar.

Eine Frau im Judoanzug bei der Ausgabe von Getränke-Wertmarken aus Papier.

Wo man im Kreishaus auch hinschaute, gab es sportliche Outfits.

Den Holzorden, in dieser Session in Form der Silhouette des Kreishauses, hat Judith Maur gestaltet. Bis dieser finalisiert war, waren viele Abstimmungsrunden nötig. Ebenso sind die Einladungen erforderlich. Die Vereine und Tollitäten haben den Termin zwar wahrscheinlich im Kalender stehen, dennoch werden sie natürlich eingeladen. „Wir haben einen großen Verteiler mit allen Karnevalsvereinen im Kreis. Die wissen längst, dass der Empfang traditionell am Donnerstag vor Weiberfastnacht stattfindet“, berichtete Empt. Nach Versand der Einladungen trudeln die Rückmeldungen meist zügig ein.

Die „Männ vom Bauhof“ sorgen für den Getränkenachschub

„Spätestens Mitte Januar steht dann die Teilnehmerliste. Danach geht's ans Feintuning: Wer tritt wann auf, welche Wünsche gibt es, wo müssen wir besondere Rücksicht nehmen?“, so die Hauptorganisatorin. So werden etwa Vereine mit besonderen Bedürfnissen oder Kinder-Tollitäten bevorzugt eingeplant, damit niemand zu lange warten muss. Auch der Einmarsch der Blankenheimer, der natürlich traditionell und mit Juh-Jah stattfindet, will gut koordiniert sein.

Am Veranstaltungstag selbst läuft vieles automatisch. „Da muss ich eigentlich nur noch den Überblick behalten“, sagt Empt mit einem Lächeln. Ob DRK, Malteser, das Haus- und Technikteam, die Bon-Verkäuferinnen Iris Giesgen und Gabi Stein-Bremerich oder Vera Ahlbach beim Pittermännchen-Verkauf – alle wissen genau, was zu tun ist. Die Männer vom Bauhof sind sofort zur Stelle, zapfen das erste Bier und sorgen für Nachschub. „Es ist einfach toll zu sehen, wie eingespielt das Ganze ist. Jeder weiß, worauf er sich einlässt, und jeder packt mit an“, so Empt.

Der Tollitätenempfang ist für Tamara Empt weit mehr als ein karnevalistisches Treffen. „Es ist eine Veranstaltung, die den Zusammenhalt im Kreis stärkt“, sagte sie: „Hier kommen Tollitäten aus allen Kommunen zusammen – viele lernen sich erst hier kennen. Man bekommt mit, was außerhalb der eigenen Stadt oder Gemeinde passiert. Und das macht den Reiz aus: Es ist eine Großveranstaltung, die trotzdem familiär und harmonisch abläuft.“ Und harmonisch verlief der Abend bis zum Schluss.