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Empfang statt SturmNettersheimer Jecke kassieren den Rathausschlüssel im Trockenen ein

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Zahlreiche Karnevalisten der Vereine der Gemeinde Nettersheim stehen im Dorfsaal in Zingsheim auf der Bühne.

Fünf Vereine, drei Tollitäten und ein Bürgermeister zeigten sich auf der Bühne des Dorfsaales.

Der Nettersheimer Gemeindeempfang am Weibertag fand diesmal im Zingsheimer Dorfsaal statt.

Ganz viel Rot, eine Menge Weiß, dazu auch reichlich Grün und etwas Blau – einmal quer durch den Farbenkreis reichte das Spektrum der Kostüme, Uniformen und Ornate, mit denen die Jecken aus dem Gemeindegebiet Nettersheim der Einladung von Bürgermeister Norbert Crump zum alljährlichen Empfang an Weiberfastnacht gefolgt waren. Doch so wie immer war es in diesem Jahr nicht. Denn statt im Naturzentrum in Nettersheim, wo sich bereits zu den Zeiten von Crumps Amtsvorgänger Wilfried Pracht die Karnevalisten versammelten, fand die Veranstaltung in diesem Jahr im Dorfsaal in Zingsheim statt.

„Das haben sich die Vereine so gewünscht“, lehnte Bürgermeister Norbert Crump jegliche Verantwortung für die Wahl des Veranstaltungsortes ab. Er habe schließlich alle Schlüssel zum Rathaus abgegeben und in den tollen Tagen deshalb eh nichts mehr zu sagen, scherzte er. In diesem Jahr feierten die Zengsemer Klevbotze ihr 33-jähriges Bestehen, weswegen die Wahl auf den Dorfsaal gefallen sei.

Fastelovendsfamelisch von Nettersheim war versammelt

Das sei „ein toller Start in die jecken Karnevalstage“, freute sich Crump über die Veranstaltung. Er hatte sich als Patriarch und Familienoberhaupt mit Hut und Hosenträgern verkleidet und so das offizielle Motto des Nettersheimer Karnevals aufgegriffen: „Neddeschem – Famelisch im Hätze, Fastelovend im Blot“.

Einträchtig versammelten sich auch in diesem Jahr die fünf Vereine zum Bürgermeisterempfang, was immer wieder den Spaß bietet, den bunten Strauß an Narrenrufen in einem zu präsentieren. Denn im Gemeindegebiet sind zweimal „Alaaf“, einmal „Helau“, einmal „Wau Wau“ und schließlich noch einmal „Alaaf, Alaaf, de Hals eraf“ üblich.

Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Nettersheim tragen Karnevalskostüme und singen auf der Bühne im Dorfsaal Zingsheim.

Mit Liedern zum Mitsingen unterhielten die Rathausschwalben.

Die Nordeifelwerkstätten Zingsheim haben ein eigenes Dreigestirn: Prinz Viktoria, Jungfrau Katharina und Bauer Jutta tragen ihre Kostüme.

Auch das Dreigestirn der NEW Zingsheim mit Prinz Viktoria, Jungfrau Katharina und Bauer Jutta war bei dem Bürgermeisterempfang.

Auch wenn nur drei Vereine Tollitäten präsentieren konnten, waren es am Ende mehr, die sich dem närrischen Volk auf der Bühne vorstellten. Auch die NEW, die im Zingsheimer Gewerbegebiet eine große Niederlassung haben, stellen in jedem Jahr ein Dreigestirn, das mit den anderen zum Empfang des Bürgermeisters eingeladen wird. Prinz Viktoria, Jungfrau Katharina und Bauer Jutta wurden mit viel Applaus vom Publikum bedacht.

„Schön, dass die mit der weitesten Anreise mittlerweile auch eingetroffen sind“, startete Alexander Mauel in die Veranstaltung. Er führte mit Lea Müller durch das Programm. Die kleine Spitze galt den Zingsheimern, die mit ihrer Abordnung und dem Dreigestirn – Prinz Buggy I. (Rosenbaum), Jungfrau Reiner I. (Wergen) und Bauer Thorsten I. (Schönrath) – verspätet in den Saal kamen.

Auch die anderen Vereine, Rot-Weiß Engelgau, die von den Engelgauer Musikanten begleitet wurden, die jecke Ehrengarde Grün-Weiß Tondorf, die Löstig Jonge aus Marmagen mit ihrem Prinz Sascha I. (Poensgen) und dem Spielmannszug Marmagen sowie die Löstige Höndche aus Nettersheim mit Prinz Matthias I. (Stoffels), Prinzessin Christin I. und Jugendprinzessin Celina I. (Stoffels), begleitet von der K'pelle, präsentierten sich auf der Bühne. Die tänzerische Unterhaltung übernahmen die Prinzengarde Zingsheim und die Jugendgarde Nettersheim.

Musikalisch bereichert wurde die Veranstaltung von den „Rathausschwalben“, dem Chor der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.