Da die Ex-Klinik ohne Strom ist, fielen auch die Mobilfunk-Antennen auf dem Dach aus. Örtlich sind daher die Handynetze gestört.
Unbezahlte RechnungenDer früheren Eifelhöhen-Klinik in Marmagen wurde der Strom abgedreht

Seit Montag sind die Türen der Eifelhöhenklinik verschlossen. Und auch der Strom ist abgestellt.
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Wieder einmal sorgt die frühere Eifelhöhen-Klinik in Marmagen für Diskussionen. Denn am Montag wurde nicht nur das Gelände mit Bauzäunen abgeriegelt und der Zugang versperrt, dazu hat der Versorger e-regio auch noch den Strom abgestellt.
Strom und Gas seien aufgrund nicht bezahlter Rechnungen abgeschaltet worden, informierte Marmagens Ortsvorsteher Bernd Maus die Ratsvertreter in einer Sitzung am Dienstagabend. Eine radikale Maßnahme mit Folgen für die Marmagener Bevölkerung: Denn auf dem Gebäude sind fünf Antennenanlagen verschiedener Mobilfunkbetreiber installiert, die ebenfalls über diesen Anschluss mit Strom versorgt werden – und daher nun nicht mehr funktionieren. Was dazu führt, dass ein Teil der Marmagener Bevölkerung derzeit keinen Anschluss an die Handynetze hat.
Die Vereine können derzeit die Sporthalle nicht nutzen
Auch die Nutzung der Sporthalle durch die Sportfreunde 69 Marmagen-Nettersheim sei derzeit nicht möglich, informierte Marmagens Ortsvorsteher Bernd Maus am Dienstagabend den Gemeinderat in Nettersheim.
Doch mittlerweile hat sich die Lage so weit geklärt, dass die Hoffnung besteht, dass die Misere kurzfristig behoben werden kann. Dahingehend äußerte sich der Kasseler Rechtsanwalt Harald Welge in einem Gespräch mit dieser Redaktion, der nach eigener Aussage über eine Generalvollmacht verfügt. Er werde gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft DK1 Marmagen Property Development GmbH an diesem Donnerstag mit Nettersheims Bürgermeister Norbert Crump alle anstehenden Fragen klären.
Seit dem Erwerb im Sommer 2025 keine Rechnungen bezahlt
„Wir sind gerade dabei, den Scherbenhaufen zu ordnen, den zwei Personen angerichtet haben“, sagte er. Diese seien noch bis vor kurzem als Bevollmächtigte des Eigentümers aufgetreten, obwohl sie dazu keinerlei Berechtigung mehr gehabt hätten.
Zum Beispiel seien seit dem Erwerb der Eifelhöhen-Klinik im Sommer 2025 keine Rechnungen bezahlt worden. „Darüber hinaus ist das Konto der Gesellschaft leergeräumt worden“, berichtete Welge. Alle seine Aktivitäten seien von diesen beiden Personen torpediert worden.
Wir sind gerade dabei, den Scherbenhaufen zu ordnen, den zwei Personen angerichtet haben.
Zurzeit werde ein Nutzungskonzept für das Gebäude entwickelt. Vorstellbar seien verschiedene Wohnformen – von einer geschlossenen Abteilung für Demenzkranke bis zu einer Kita.
Mit dieser Entwicklung soll ein Vakuum beseitigt werden, das zu den derzeitigen Problemen führte. Denn es sei für die Behörden schwierig, Verantwortliche zu erreichen, schilderte Ortsvorsteher Bernd Maus die Lage, die noch am Dienstag herrschte. Einige Marmagener hätten sehr besorgt bei ihm angerufen, da sie dringend auf das Handy angewiesen seien, um in Notsituationen Hilfe holen zu können. Er habe im Gespräch mit dem Geschäftsführer der e-Regio, Markus Böhm, und Landrat Markus Ramers versucht, eine Klärung herbeizuführen.
Löschwasserversorgung ist aber gewährleistet
In einem wesentlichen Punkt konnte er allerdings Entwarnung geben. Denn die Gerüchte, auch die Wasserversorgung sei unterbrochen worden, seien nicht richtig, betonte Maus. Er habe sich beim Wasserverband Oleftal erkundigt. Der habe bestätigt, dass die Eifelhöhen-Klinik weiter mit Wasser versorgt werde. „In Marmagen waren die Sorgen groß, wie die Versorgung mit Löschwasser gewährleistet werden könne, wenn das Wasser abgestellt sei“, so Maus.
Dass die Geschicke der Eifelhöhen-Klinik nicht in den Händen der Gemeinde liegen, ist ein Punkt, der immer wieder von Bürgermeister Crump und der CDU-Fraktion im Gemeinderat bemängelt wird. Denn ihre Initiative, dass die Gemeinde Nettersheim die Anlage erwerben solle, scheiterte 2023 an der Opposition im Gemeinderat. „Die damalige Entscheidung hat den weiteren Verlauf maßgeblich beeinflusst“, sagte Maus. Die Folgen seien sicherlich nicht beabsichtigt gewesen, aber Realität. „Entscheidend ist, nicht in der Vergangenheit zu verharren, sondern gemeinsam Lösungen zu finden“, sagte er.
Impfzentrum während Corona-Krise, danach Notunterkunft für Geflüchtete
Im Jahr 2019 wurde der Betrieb der Eifelhöhen-Klinik von der Bezirksregierung aufgrund hygienischer Mängel untersagt, die Klinik in der Folge geschlossen. Noch einmal wiederbelebt wurde sie als Impfzentrum in der Corona-Krise und ab 2023 als Notunterkunft für Geflüchtete genutzt, bevor auch diese Nutzung 2025 beendet wurde. Im Sommer 2025 wurde die Eifelhöhen-Klinik für 1,5 Millionen Euro vom bisherigen Besitzer, der MedNation AG, an den jetzigen Eigentümer verkauft.
Bauliche Veränderungen haben sich in der Zwischenzeit nicht ergeben. Laut Handelsregister hat sich aber zumindest in der Eigentümergesellschaft etwas getan. So wurde der im Sommer 2025 angetretene Geschäftsführer mittlerweile wieder abberufen. Gemeinsam mit dessen Nachfolger will Welge nun kurzfristig die Probleme lösen. „Wir sind nach Kräften bemüht und hoffen, dass im Laufe der Woche wieder alles in Ordnung ist“, sagte er.

