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InnenstadtEuskirchen schafft 50.000 Euro teure Reinigungsmaschine fürs neue Pflaster an

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Ein Teil des Pflasters in der Euskirchener Innenstadt ist gereinigt und deutlich heller als die benachbarten Steine.

Im Rahmen einer Vorführung ließen sich die Technischen Dienste von der Wirksamkeit des Geräts überzeugen.

Mithilfe eines Heißwasserhochdruckanhängers soll das Pflaster im „Wohnzimmer“ von Euskirchen gereinigt werden.

Das neue Betonsteinpflaster in der vor knapp einem Jahr wiedereröffneten Euskirchener Fußgängerzone hat im Rathaus schon häufiger Diskussionen ausgelöst. Zum einen wegen der vielen Fehler, die beim Verlegen aufgetreten waren und behoben werden mussten, zum anderen wegen der Verschmutzungen des Belags. Jetzt will der Stadtbetrieb Technische Dienste ein Spezialgerät anschaffen, um dem Schmutz zu Leibe zu rücken. Der Ausschuss für Tiefbau und Verkehr segnete das Vorhaben ab.

Nach langer Recherche, so die Verwaltung, ist die Wahl auf einen Heißwasserhochdruckanhänger gefallen. Den Kaufpreis schätzt Betriebsleiter Ottmar Zwicker auf maximal 50.000 Euro. Die Technischen Dienste hatten sich auch andere, zum Teil deutliche teurere Geräte vorführen lassen. Dabei galt es immer, neben den Anschaffungskosten auch die Leistungsfähigkeit und den Personalaufwand zu berücksichtigen.

Das Wohnzimmer von Euskirchen soll möglichst lange schön bleiben

Mit dem Hochdruckdampfgerät, das mit knapp 100 Grad Celsius heißem Wasser arbeitet, werde man erreichen, dass „das Wohnzimmer der Stadt“ möglichst lange schön bleibe, sagte der Technische Beigeordnete Wolfgang Honecker. Dieses Ziel hatte die Verwaltung schon bei der Auswahl des Pflasters ausgegeben. Wie sie im Dezember 2024 dem Rat mitteilte, war ein Kriterium die Unempfindlichkeit gegen Verunreinigungen gewesen.

Sie sollte durch eine „Clean-Top“-Versiegelung sichergestellt werden, „die sowohl vor Verschmutzungen schützen als auch damit einhergehend einfacher zu reinigen sein soll“. Das Pflaster habe somit „vom Prinzip her eher einen geringeren Reinigungsaufwand“, erklärte die Verwaltung damals.

Zwei Personen müssen das Gerät bedienen

Die Realität sieht jedoch anders aus. „Das Nutzerverhalten ist nicht so, wie wir es uns gewünscht haben“, sagte Dezernent Honecker im Ausschuss. Betriebsleiter Zwicker hatte in der Sachdarstellung auf „deutliche Verschmutzungen durch Verkehr, Aufenthaltsnutzung und Kaugummi- und Getränkereste“ verwiesen.

Bei einer Vorführung des Systems in der Neustraße habe man innerhalb weniger Minuten eine deutliche Reinigung erreicht, erklärte Zwicker, der das Ergebnis auch fotografisch dokumentierte. Für die Bedienung des Geräts mit integrierter Schmutzwasserabsaugung, das auf einem Anhänger untergebracht ist, sind zwei Personen notwendig, wie der Betriebsleiter nach entsprechenden Fragen aus dem Ausschuss ergänzte. Er versicherte zudem, dass das Fugenmaterial durch den eingesetzten Tellerbesen nicht in Mitleidenschaft gezogen werde.

In der Sitzungsvorlage hatte Zwicker auf weitere Vorzüge des Geräts verwiesen. Es sei auch für die Reinigung von Papierkörben, Bushaltestellen und Sitzbänken geeignet, darüber hinaus ließen sich damit Graffiti von Betonwänden und Unkraut von Verkehrsinseln entfernen.

Für den Kauf muss der im Dezember beschlossene Investitionsplan der Technischen Dienste um 50.000 Euro erweitert werden. Nach derzeitigem Stand sei es nicht möglich, den Betrag durch Einsparungen an anderer Stelle aufzufangen, erklärte Zwicker. Deshalb müsse er nachträglich im Wirtschaftsplan verankert werden. Der Ausschuss stimmte einhellig zu und fasste einen dementsprechenden   Empfehlungsbeschluss für den Stadtrat.