In der Alten Tuchfabrik zeigten Manni Lang, Günter Hochgürtel und Ralf Kramp ein abwechslungsreiches Programm mit viel Humor.
Zuschauer gut unterhaltenDie Eifel-Gäng lässt in Euskirchen den Fuß auf dem Gaspedal

Attacke: Mit Mistgabel, Axt und Gewehr stürmen Manni Lang, Günter Hochgürtel und Ralf Kramp die Bühne.
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Lautes Gebrüll, Holzfälleraxt, Mistgabel und Jagdgewehr werden geschwungen. So beginnt ein Überfall, bei dem jedoch das größte Risiko Bauchweh vor lauter Lachen sein dürfte. Manch einer in der Feuerhalle der Alten Tuchfabrik in Euskirchen hat sich vielleicht ein klitzekleines Bisschen vom martialischen Einzug des Trios erschrecken lassen, danach waren aber in erster Linie die fürs Lachen benötigten Muskeln im Einsatz.
Mitten durch die Zuschauerreihen bahnten sich Manfred (Manni) Lang, Günter Hochgürtel und Ralf Kramp ihren Weg zur Bühne. Zumindest waren sie schon mal vollzählig. „Ich muss irgendwo falsch abgebogen sein, ich war plötzlich auf der B51“, kommentierte Ralf Kramp. „Letztes Mal mussten wir eine Dreiviertelstunde auf ihn warten“, stimmte Manni Lang lachend hinzu.
Wie die Gastfreundschaft der Eifeler häufig missverstanden wird
Nach diesem stimmungsvollen Auftritt nahmen die drei ihren Fuß auch für den restlichen Abend nicht vom Gaspedal. Nachdem die kleinen technischen Hürden zu Beginn beseitigt und die Stimme von Manni Lang wieder im ganzen Saal zu hören war, setzte der Journalist und Diakon seine Wanderung inmitten des Publikums fort.
Passend zu dieser kontaktfreudigen Art berichtete er, natürlich komplett in Eifeler Mundart, über die Gastfreundschaft der Eifeler, die über die Region hinaus häufig missverstanden werde. Auch die moderne Technik, der Manni Lang in seinen Geschichten ganz eigene Begrifflichkeiten verpasste, während er den Zuschauern die Funktionen seines tollen Schmachtphones erklärte, sei vor diesen Missverständnissen nicht sicher.

Bei seinen humorvollen Geschichten suchte Manni Lang immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum.
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„Ich habe neulich nur wegen eines Tippfehlers eine evangelische Pastorenwitwe umgebracht.“ Wie das geht? Die Frau habe noch um ihren verstorbenen Mann getrauert, als sie plötzlich eine fehlgeleitete Textnachricht erhielt. Ursprünglich an seine eigene Gattin gerichtet, hatte Manni Lang darin erklärt, gut am Ziel angekommen zu sein und sich schon sehr auf die Ankunft seiner Frau am kommenden Tag zu freuen. Eine unglückliche Formulierung, die der armen Witwe gar nicht gut bekommen sei.
Kramp präsentierte Auszüge aus seinen beliebten Eifelkrimis
Autor und Karikaturist Ralf Kramp widmete sich in seinen Programmteilen einem nicht weniger mörderischen Thema und präsentierte Auszüge aus seinen beliebten Eifelkrimis. So durfte das Publikum unter anderem Protagonist Toni bei einem Einbruch über die Schulter schauen, der ebenfalls völlig anders verlief als eigentlich geplant.
Bereits im Haus des Diebstahlopfers angelangt, wurde der Langfinger plötzlich von einer krächzenden Stimme mit den Worten „Jesus sieht alles“ aufgeschreckt. Zwar stellte sich der Besitzer der Stimme bald darauf als Papagei heraus, doch die Offenbarung, dass nicht der gefiederte Redner, sondern der neben ihm stehende, bissige Rottweiler auf den Namen Jesus höre, brachte den Diebstahl zu einem schnellen Ende.
Abgerundet wurde das stimmungsvolle Programm durch die Musik von Günter Hochgürtel. Mit selbst komponierten und getexteten Songs wie seinem Anti-Krisen-Lied widmete er sich gesellschaftskritisch, aber auch mit hoffnungsvollem Unterton dem aktuellen Weltgeschehen. Auch ein an die weiblichen Gäste gerichtetes Liebeslied mit dem Titel „Was wär ich ohne dich“ durfte nicht fehlen. Schunkelnd und schon ab dem zweiten Refrain mitsingend wurde er dabei nicht nur von seinen beiden Bühnenkollegen, sondern bald auch von großen Teilen des Publikums begleitet.
Obwohl jedes Gäng-Mitglied eigene Geschichten und Lieder mitgebracht hatte, entwickelten sie auch in der Feuerhalle insbesondere als Trio ihre gewohnt humorvoll-chaotische Dynamik auf der Bühne. Ob als Background-Sänger oder mit gut gezielten Zwischenrufen derer, die gerade nicht an der Reihe waren, gelang es immer wieder, den spontan wirkenden Charakter des gemeinsamen Tuns beizubehalten. „Wie immer haben wir auch heute kein Programm. Wir gehen einfach auf die Bühne und schauen, was passiert“, kommentierte Günter Hochgürtel. Schnell ließ sich auch das Publikum von dieser lockeren Stimmung anstecken, das sich über ein kurzweiliges Wiedersehen mit der „Eifel-Gäng“ freuen durfte.

