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„Boss der Kabine“Mario Basler ist im Euskirchener Stadttheater Held der eigenen Geschichte

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Mario Basler steht mit einer Moderatonskarte auf einer Bühne. Hinter ihm wird ein Bild aus seiner Jugend im Fußballtrikot gezeigt.

Lang ist's her: In den 1990ern spielte Mario Basler auch bei Werder Bremen. Nun sind Theater und Talkshows seine Bühnen.

Bei seiner Show im Stadttheater gab Mario Basler einige Anekdoten zum Besten. Das Publikum konnte in Fußball-Nostalgie schwelgen.

An Showabenden kündigt normalerweise ein lauter Gong den Beginn des Bühnenprogramms im Stadttheater an. Nicht so bei Mario Basler: Den Besuch des zweifachen deutschen Fußball-Meisters kündigte eine Trillerpfeife an. Während es im Stadion beim Anpfiff richtig laut wird, wurden die rund 180 Besucher im Theater ganz still.

Jede Menge Anekdoten gab Basler in seinem in zwei Halbzeiten aufgeteilten Programm zum besten. Dabei sparte er weder mit Eigenlob noch mit Selbstironie. „Ich war eine echte Maschine auf dem Platz!“, verkündete der ehemalige Fußballer und fügte gleich darauf lachend hinzu: „Wenn nur die ganze Lauferei nicht gewesen wäre.“

Gleich zu Beginn lenkte der heute 57-jährige Basler das Thema auf einen der wohl bedeutsamsten Abende seiner Karriere, das Finale der Champions League 1999. Damals spielte Basler mit dem   FC Bayern in Barcelona gegen Manchester United. Es ist eines der Spiele für die Geschichtsbücher: Nach der frühen Führung durchs Baslers Freistoßtor verloren die Bayern binnen zwei Minuten in der Nachspielzeit. Was gerne als „die Mutter aller Niederlagen“ bezeichnet wird, interpretiert Basler heute als persönlichen Erfolg: „Eigentlich bin ich Champions-League-Sieger. Ich wurde in der 89. Minute ausgewechselt, da haben wir noch 1:0 geführt.“

Bier und Kippen als Vorbereitung auf das Champions-League-Finale

Zwischenmenschliche Beziehungen mit seinen Teamkollegen, bei denen sich Basler selbst immer als „Boss in der Kabine“ betitelte, zählten ebenso zu den Geschichten des Abends wie seine Vorbereitung vor wichtigen Spielen. Dabei habe er die Nervosität seiner Mitspieler vor einem Endspiel nicht nachvollziehen können: „Es gibt doch nichts Geileres, als vor über 90.000 Zuschauern im Stadion in Barcelona Fußball spielen zu können.“

Bereits am Abend zuvor habe er diese Vorfreude ausgiebig an der Hotelbar ausgelebt. Nicht einmal die kurze Ansprache von Trainer Ottmar Hitzfeld, er solle sich an die Nachtruhe halten, habe ihn von Zigarette und Weizenbier abbringen können. Um 3 Uhr morgens sei schließlich Manager Uli Hoeneß wutentbrannt in die Bar gekommen und habe verkündet, dass Basler nicht im Finale spiele. „Gut, dann können wir morgen auch nicht gewinnen“, habe er, so Basler, achselzuckend geantwortet, bevor er sich wieder seinem Getränk widmete.

Zuschauer sprachen über ihre Fußball-Highlights

Neben den zahlreichen Anekdoten fand Mario Basler auch regelmäßig Zeit, mit seinen Zuschauern über deren Fußball-Highlights ins Gespräch zu kommen. Dazu holte er zwei Freiwillige zu einem kleinen Quiz auf die Bühne. Dabei oder bei den Erzählungen über den berühmten Auftritt im damals von Günther Jauch moderierten Sportstudio schwelgten Ex-Fußballer und Publikum in Nostalgie.

Während an dem Abend die Torwand, auf die alle Gäste schießen durften, ebenso gelitten habe wie Mario Basler unter den kritischen Fragen des Moderators, fand dieser auf der Bühne eine Erklärung: „Was glaubt ihr denn, warum Günther Jauch heute ein so berühmter Moderator ist? Das lag alles an diesem Auftritt. Man könnte also behaupten, ich habe Günther Jauch erst groß gemacht.“

Selbstbewusst nahm Mario Basler sein Publikum mit auf eine Reise in die Fußballwelt und sparte nicht mit Lobgesang auf den selbst ernannten Helden dieser Geschichte: Mario Basler.