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SüdstadtzochIn Euskirchen findet jeder Jeck einen Platz

3 min
Südtstadtregent Robert I. hatte alle Hände voll zu tun.

Südtstadtregent Robert I. hatte alle Hände voll zu tun.

Tausende Jecken säumten beim Südstadtzoch den Straßenrand. Das Narrenvolk feierte den Regenten, der bedankte sich mit Wurfmaterial.

Der Südstadtzug in Euskirchen zog erneut Tausende Karnevalsliebhaber auf die Straßen und in seinen Bann. Auch wenn die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt lagen und die ein oder andere Schneeflocke gesichtet wurde, tat dies der gesamten Veranstaltung keinen Abbruch.

Sehr zur Freude des Südstadtregenten Robert I. (Herter), der dem Höhepunkt seiner Amtszeit eine Stunde vor dem Startschuss recht gelassen entgegensah. „Ich fühle mich gut und bin gar nicht aufgeregt, glaube aber schon, dass ich, wenn es gleich losgeht, etwas Gänsehaut bekomme“, so der Euskirchener. Bevor sich sein Regentenwagen aber auf den knapp drei Kilometer langen Zugweg machte, huldigten seine Untertanen ihm. Herter wiederum begrüßte jeden anderen Zugteilnehmer.

29 Gruppen mit rund 600 Aktiven nahmen am Südstadtzoch teil

Mit 29 Gruppen und rund 600 aktiven Jecken beim Zoch, die sich mal traditionell, mal originell verkleidet hatten, setzten sich die Jecken pünktlich um 15.11 Uhr in Bewegung. Angeführt vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr ging es unter tosendem Applaus der Jecken am Wegesrand von der Roitzheimer Straße aus die Münstereifeler Straße hinauf.

Seit 1971 ist die Familie Sina dabei und nimmt mit mittlerweile vier Generationen teil. Mit Freunden zeigte die rund 40 Leute starke Gruppe deutlich, welche Meinung sie vom Stadtbild in Euskirchen haben. „Jeder Jeck ist anders“ passt dabei gut ins Motto, denn auch in Euskirchen sei für jedermann Platz genug vorhanden.

Die größte Gruppe bestand aus 100 Minions von der Marienschule

Apropos Zahlen: Die größte Gruppe von der Marienschule Euskirchen bestand aus rund 100 Minions. Während der Lauf-Club Euskirchen sich dem Zirkus verschrien hatte, blieb der Tennisclub Rot-Weiß Euskirchen verkleidungstechnisch seinem Sport treu: So fanden einige Tennislegenden den Weg in die Südstadt.

Bären, Astronauten und Zwerge reihten sich nacheinander ein und sorgten für einen farbenfrohen und stimmungsvollen Zug. Neben lauten, nicht immer karnevalstypischen basslastigen Tönen aus den Boxen, gab es auch „handgemachte“ Musik. Die KG Nubbel, die mit Sambatönen die Jecken zum Mittanzen animierte, hatte es aber nicht ganz leicht, gegen die Lautstärke der anderen Wagen anzukämpfen.

Weil zwei Wagen so groß waren, musste der Regent kurz ausweichen

Apropos Wagen: Zwei von ihnen hatten wegen ihrer Beschaffenheit und Länge Probleme in der ersten Kurve. Kurzzeitig musste deshalb der Regentenwagen Platz machen und in die Bahnunterführung fahren, um den Wagen der Erftpiraten Wüschheim durchfahren zu lassen.

Die gut gefüllte Münstereifeler Straße in Euskirchen.

Die gut gefüllte Münstereifeler Straße in Euskirchen.

Die rund 100 Minions von der Marienschule Euskirchen waren als größte Gruppe im Südtadtzug unterwegs.

Die rund 100 Minions von der Marienschule Euskirchen waren als größte Gruppe im Südtadtzug unterwegs.

Die Gruppe Sina hat kein Problem mit dem Stadtbild, denn bei ihr ist jeder Jeck anders.

Die Gruppe Sina hat kein Problem mit dem Stadtbild, denn bei ihr ist jeder Jeck anders.

Zugleiter Thomas Deutsch war zufrieden mit der Resonanz der Teilnehmer und dem Zug. „Wir sind froh, dass auch dieses Jahr wieder so viele befreundete Vereine den Weg in unseren Zug gefunden haben, denn nur so wird unser Brauchtum weiter gepflegt“, so der Vizepräsident der IG Südstadt.

Hunderte Menschen riefen lautstark den Namen des Regenten

Aus Iversheim war das Kinderdreigestirn erstmals mit dabei. Prinz Emil und die KG Rözeme Pannejecken waren ebenfalls am Start, genau wie die IG Kreuzweingarten-Rheder.

Gegen 16 Uhr durfte dann auch der Regentenwagen losfahren. Die Stimmung am Straßenrand war überwältigend, fand Robert I. „Das hätte ich so nicht erwartet, aber ich genieße das und freue mich, dass so viele Menschen gekommen sind.“ Er kam aus dem Kamellewerfen gar nicht mehr heraus und hatte alle Hände voll zu tun. Seine sympathische Art kam beim Narrenvolk an, zu Hunderten rief es lautstark seinen Namen. Der Regent dankte es mit ordentlich Wurfmaterial.

Die Südstadt hat gezeigt, dass sie ordentlich Straßenkarneval feiern kann und dass sie seit Jahren eine wichtige Stütze des Euskirchener Narrentums ist. Thomas Deutsch fasst diesen Zusammenhalt mit folgenden Worten zusammen: „In den Farben verschieden, in der Sache vereint, so wollen wir unser Brauchtum weiter pflegen und hoffen, dass dies noch viele, viele Jahre so weitergeht.“