In der Martin-Luther-Kirche in Weilerswist wurde das Gremium gesegnet und eingeführt. Es steht vor großen Herausforderungen.
Evangelische KircheGremium hat nach Fusion in Euskirchen und Weilerswist viel Arbeit

Das neue Gremium der Evangelischen Sophiengemeinde steht vor herausfordernden Aufgaben nach der Fusion.
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Seit Beginn dieses Jahres sind die Kirchengemeinden Weilerswist und Euskirchen offiziell zur Evangelischen Sophiengemeinde fusioniert. Nun wurde ein neues Gremium in die zusammengewachsene Gemeinde eingeführt: der sogenannte Bevollmächtigten-Ausschuss. Unter dem Vorsitz des Pfarrers i. R. Martin Dutzmann leiten ab sofort bis zur Neuwahl eines Presbyteriums in zwei Jahren 16 Ehrenamtliche die Geschicke der Sophiengemeinde, darunter einige der bisherigen Presbyterinnen und Presbyter.
„Viele Herausforderungen kommen auf Sie zu“, sagte Superintendentin Claudia Müller-Bück im Festgottesdienst: „Sie haben es in den Händen, zu gestalten und zu leiten.“ Man müsse einen Umgang mit Unsicherheiten finden, so Müller-Bück weiter, wobei die Aufgabe des Gremiums erst einmal darin bestehe, zuzuhören und aufmerksam zu sein.
Dutzmann sprach vom Wohlstand trotz sinkender Mitgliedszahlen
Der Gremiumsvorsitzende Martin Dutzmann ging in seiner Predigt zunächst auf aktuelle Probleme in der Region ein: „Es ist drei Wochen her, seitdem die Hiobsbotschaft kam, dass die Diakonie ihren Pflegedienst einstellt.“ Nicht wenige Betroffene seien zornig, zeigte der Pfarrer im Ruhestand Verständnis. Schließlich komme man dem Auftrag nicht nach, kranke Menschen zu pflegen.
Nach der anfänglichen Kritik schlug Dutzmann dann allerdings den Bogen zum Wirken der Gemeindemitglieder und der kirchlichen Handlungsfähigkeit: „Der Herr hat Großes an uns getan.“ Gerade im Vergleich zu syrischen Gemeinden, die Dutzmann unlängst besucht hatte, sei die Kirche in Deutschland wohlhabend: „Auch wenn die Mitgliederzahlen zurückgehen und weiter zurückgehen werden.“
Küster Martin Oertel und Sekretärin Marita Evers wurden gesegnet
Der Pfarrer i. R. verwies auf gut besuchte Gottesdienste an Festtagen und sprach davon, dass die Mitglieder der Kirche weiterhin an kritischen Punkten ihres Lebens begleitet werden, etwa bei der Eheschließung. Außerdem lobte er die ehrenamtlich aktiven Gemeindemitglieder: „Was für ein Einsatz, was für eine Kreativität!“

Gut besucht war der Festgottesdienst.
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Ins Amt eingeführt: Küster Martin Oertel und Sekretärin Marita Evers.
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Neben dem Leitungsgremium wurden Martin Oertel als neuer Küster der Martin-Luther-Kirche in Weilerswist und Marita Evers als neue Gemeindesekretärin begrüßt. Ohne Evers würde vieles durcheinander gehen, so Dutzmann: „Sie sorgt dafür, dass die Kirche ihren Aufgaben nachkommen kann.“ Auch Oertel sei unverzichtbar. Er kümmere sich darum, dass die Räume von den Gemeindemitglieder genutzt werden könnten, sagte Dutzmann.
In seiner Predigt betonte er zudem, dass die Unterstützung ärmerer Menschen, auch über Landesgrenzen hinweg, zu den Zuständigkeiten der Kirche gehöre. Angesichts zurückgehender Ressourcen sagte Dutzmann: „Wir werden das nicht auf die leichte Schulter nehmen und weiter den Kontakt zu den Menschen suchen.“
Bei den Eheleuten Denel, die am Gottesdienst teilnahmen, fand die Predigt Anklang: „Es hat uns gut gefallen. Die Arbeit von jedem in der Gemeinde wurde herausgestellt.“ Auch Pfarrerin Judith Weichsel lobte die getroffenen Aussagen: „Wir haben uns nicht kleiner gemacht als wir sind. Die Kirche hat viele Handlungsmöglichkeiten und es gibt viele interessierte Leute.“ Die Stimmung im Gottesdienst und während der Segnungen habe ihr gut gefallen.

