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Archäologie im RheinlandRömerthermen in Zülpich zeigen bislang verborgene Schätze

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Zwei Frauen und ein Mann stehen an einer Vitrine der neuen Ausstellung in den Römerthermen in Zülpich.

Präsentierten die aktuelle Ausstellung „Archäologie im Rheinland 2025“ im Zülpicher Museum für Badekultur: Prof. Dr. Michael Schmauder (v.l.), Dr. Silva Bruder und Dr. Erich Claßen.

Die neue Ausstellung zur Archäologie im Rheinland zeigt in Zülpich Funde aus Jahrtausenden, die zwischen Xanten und der Eifel gemacht wurden. 

Mit seinen Vulkanlandschaften, Naturparks und zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten bietet das Rheinland vielfältige Möglichkeiten für einen eindrucksvollen Ausflug in der eigenen Heimat. Wie die aktuelle Ausstellung in den Römerthermen Zülpich zeigt, liegen jedoch auch unter der Erde verborgene Schätze, die einen imposanten Einblick in die Geschichte der Region geben. „Archäologie im Rheinland 2025“ lautet der Titel der Exponatensammlung, die derzeit in den Räumlichkeiten des Museums der Badekultur zu sehen ist.

Sie nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise – von einer Epoche, in der das Gebiet noch vollständig vom Meer bedeckt war, bis hin zu den Überresten zerstörter Landschaften aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das 6000 Jahre alte Kupferbeil aus Sinzenich ist ein Blickfang

Die Ausgrabungsorte der gezeigten Fundstücke reichen von Xanten bis in die Eifel. Ein besonderer Blickfang ist ein Kupferbeil, das nahe dem Zülpicher Ortsteil Sinzenich entdeckt wurde. Auf den ersten Blick unscheinbar, birgt es dennoch eine rund 6000 Jahre alte Geschichte. „Die Form des Beils ist typisch für eine Zeit um etwa 4000 vor Christus“, berichtete Dr. Erich Claßen, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland, während der Ausstellungseröffnung.

„Es zählt damit zu den ersten Nachweisen von Metallbearbeitung in dieser Region, die jemals gefunden wurden.“ Aus diesem Grund weise die Infotafel das Objekt zurecht als „ältestes Metall des Rheinlands“ aus.

Ds Bild zeigt einen Helm aus dem 15. Jahrhundert. Er ist in der neuen Ausstellung in den Römerthermen in Zülpich zu sehen.

Der auf Schloss Burg gefundene Helm aus dem 15. Jahrhundert wird in den Römerthermen zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Nicht nur die frühe Datierung und der Fundort, sondern auch die Existenz des bearbeiteten Metalls selbst machen das Beil zu einer außergewöhnlichen Entdeckung, wie Prof. Dr. Michael Schmauder, Abteilungsleiter für Bestandspflege und Sammlungserschließung am LVR-Landesmuseum Bonn, hinzufügte. „Man muss sich einmal vor Augen halten, dass vor rund 6000 Jahren Menschen auf die Idee gekommen sind, einen Stein derartig zu erhitzen, dass er schmilzt, um ihn im Anschluss zu bearbeiten.“

Der eiserne Helm wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt

Exponate, die teils zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden, wie ein eiserner Helm aus dem 15. Jahrhundert, dessen Form, wie Michael Schmauder scherzhaft betonte, an die in der Trilogie „Herr der Ringe“ verwendeten Exemplare erinnere, bieten zahlreiche weitere Gründe zum Staunen. So bieten Grabbeigaben eines kleinen römischen Jungen beispielsweise die Möglichkeit, die Lebensweise des Verstorbenen kennenzulernen.

„Auf einer der gefundenen Schalen ist ein Name eingraviert, so dass wir heute, fast 2000 Jahre später, vermuten können, dass der auf drei bis neun Jahre alt geschätzte Junge auf den Namen ,Neuto' hörte“, erklärte Museumsleiterin Silva Bruder.

Von frühester Vergangenheit bis hinein ins letzte Jahrhundert reichen die im vergangenen Jahr gefundenen Ausstellungsstücke, die einen spannenden Einblick in die Geschichte erlauben. „Geschichte wurde immer von den Herrschenden geschrieben“, betonte Erich Claßen. „Bücher sind daher oft sehr subjektiv. Die Archäologie aber bildet die wahren Ereignisse ab.“ Zwischen den ersten von Menschenhand bearbeiteten Metallwerkzeugen und den Überresten eines in der Region abgestürzten Bombers erlaubt die Ausstellung „Archäologie im Rheinland 2025“ einen beeindruckenden Einblick in diese Ereignisse.

Dabei können Besucher bei einer Mitmachaktion, die unter anderem mögliche Exponate für eine Ausstellung in 1000 Jahren zum Thema hat, auch selbst kreativ werden. Bis Ende August können die Fundstücke in den Räumlichkeiten der Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur, Andreas-Broicher-Platz 1 in Zülpich, besichtigt werden.