HaftbefehlDüsseldorfer Unternehmer sitzt auf Ibiza in Untersuchungshaft

Hochwertige Uhren und Schmuck sowie andere Vermögenswerte und große Mengen Beweismittel haben Ermittler bei Durchsuchungen sichergestellt.
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Er galt als der „König von der Kö“. Der Immobilienentwickler Uwe Reppegather ist eine bekannte Größe, wenn es um teure Projekte an der Nobeleinkaufsmeile in Düsseldorf geht. So realisierte der 61-jährige Geschäftsmann den so genannten Kö-Bogen II. Auch plante er das „Calatrava-Boulevard“ mit einem geschätzten Investment-Volumen von einer Milliarde Euro. Doch das Geschäft scheiterte, da die Reppegather-Unternehmensgruppe Insolvenz anmelden musste. Seit Freitag sitzt der Geschäftsmann auf Ibiza in Untersuchungshaft. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft setzte auch seinen Bruder in Leichlingen fest.
Kunstwerke, Uhren und Schmuck beschlagnahmt
Offenbar soll der Unternehmer, der eine Finca auf Ibiza besitzt, seine Besitztümer über Komplizen und seine Frau verschleiert haben. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ konnte eine Liste der Beschlagnahmungen einsehen: So wurden allein auf Ibiza zwei Grundstücke mit einem taxierten Wert von jeweils circa zehn Millionen Euro beschlagnahmt. Ferner konfiszierten die Behörden Vermögenswerte von gut vier Millionen Euro, auch wurden Kunstwerke in der Höhe von knapp 400.000 Euro gesichert, dazu kamen Uhren und Schmuck für gut 1,3 Millionen Euro. Überdies fanden sich Luxus-Handtaschen für Damen, die zusammengerechnet etwa 670.000 Euro wert sein sollen. Darüber hinaus wurden Goldbarren sowie 400.000 Euro Bargeld konfisziert nebst 1,3 Millionen Euro auf Konten der Beschuldigten. Dazu gehört auch ein Lamborghini Urus, der offenbar nicht unter 190.000 Euro zu haben ist.
Die Ermittlungen führt die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität (ZeFin NRW) bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Laut einer Pressemitteilung durchsuchten 400 Ermittler in sechs Ländern mithilfe der EU-Strafverfolgungsagentur Eurojust 49 Objekte. Beteiligt waren allein 250 Polizeibeamte aus NRW sowie 22 Staatsanwälte. Durchsuchungen fanden in NRW unter anderem in Köln und Düsseldorf sowie in Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, in der Schweiz und in Spanien statt.
Die Strafverfolger werfen Reppegather unter anderem Bankrott, Untreue und Kapitalanlagebetrug vor. So soll der Unternehmer vor dem Gang zum Insolvenzgericht zahlreiche Vermögenswerte verschoben haben. Im Raum steht ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich. Nach wie vor gilt für Reppegather die Unschuldsvermutung.
Privatinsolvenzverfahren 2025 beendet
Im Sommer 2023 geriet sein Unternehmen „Centrum“ infolge der Immobilienkrise in Schieflage. Zumal der Geschäftsführer bei vielen seiner Projekte die persönliche Haftung oder Bürgschaften übernommen hatte. Nach und nach häuften sich die Forderungen auf 1,6 Milliarden Euro. Die Centrum-Gruppe berappelte sich jedoch und konnte sich 2024 neu aufstellen.
Reppegathers Privatinsolvenzverfahren wurde laut der „Rheinischen Post“ im April 2025 beendet. Seine Gläubiger erhielten dem Insolvenzplan zufolge 0,72 Prozent ihrer Forderungen zurück.

