Die Übungen am Aussichtspunkt Wipperkotten waren der Beginn des neuen Ausbildungsprojekts.
DLRG Bergisch GladbachAngehende Strömungsretter üben in Leichlingen

Die DLRGler übten zum Beispiel, wie man sich sicher in der Strömung bewegt und natürliche Gegebenheiten des Gewässers gezielt nutzt.
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Am Aussichtspunkt Wipperkotten an der Wupper in Leichlingen fiel am Samstag der Startschuss für ein neues Ausbildungsprojekt der DLRG-Ortsgruppe Bergisch Gladbach: der Aufbau einer eigenen Strömungsrettereinheit. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung stand dabei der Nachwuchs – junge Ehrenamtler im Alter von 14 bis 18 Jahren, die erstmals das Aufbaumodul „Schwimmen im Fließgewässer“ absolvierten.
Bei frühlingshaften Bedingungen bot die Wupper ideale Voraussetzungen für die Ausbildung. „Die Stelle hier an der Wupper ist sehr gut zum Üben – viel Wasser, gute Bedingungen“, erklärte Ausbilderin Jasmin Luciana. Strömung, Uferstruktur und sogenannte Kehrwasser ermöglichten realitätsnahe Trainingsbedingungen.

Ortsgruppenleiter Rüdiger Severit (l.) und Dr. Jürgen Rembold übergeben symbolisch eine Rettungsweste.
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Für die Jugendlichen bedeutete der Tag den Einstieg in eine anspruchsvolle Ausbildung. Neben dem Kennenlernen der speziellen Ausrüstung – darunter Helm, Neoprenanzug, Prallschutzweste und Wurfsack – standen vor allem grundlegende Techniken im Fokus. Sie übten etwa, wie man sich sicher in der Strömung bewegt und natürliche Gegebenheiten des Gewässers gezielt nutzt.
Wachsende Bedeutung der Strömungsrettung
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Strömungsrettung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gerade im Rheinisch-Bergischen Kreis mit Gewässern wie Wupper, Agger und Sülz sowie bei Hochwasserlagen wird spezialisierte Hilfe immer wichtiger. Das neue Projekt setzt genau hier an: Ziel ist es, insgesamt zehn weitere Einsatzkräfte auszubilden. Mindestens drei von ihnen sollen die Qualifikation „Strömungsretter Stufe 2“ erreichen – eine besonders anspruchsvolle Ausbildung mit hohen Anforderungen an Technik und Erfahrung.
Die Gladbacher DLRG-Ortsgruppe bringt bereits Erfahrung in diesem Bereich mit. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Einsatzkräfte ausgebildet, zwei von ihnen erreichten zuletzt die Stufe 2. Sie stehen nun als Mentoren für den Nachwuchs bereit und begleiten die Ausbildung. Das Engagement der Ortsgruppe ist beachtlich: 34 ehrenamtliche Einsatzkräfte leisteten im Jahr 2025 mehr als 2500 Stunden im Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz. Auch die Nachwuchsarbeit spielt eine wichtige Rolle. Aktuell engagieren sich zwölf Jugendliche im Jugend-Einsatz-Team.

Trotz kalten Temperaturen hielten die Jugendlichen tapfer durch.
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Der Auftakt an der Wupper markierte nur den Beginn eines längerfristigen Ausbildungsprogramms. Weitere Übungen und Lehrgänge sind bereits geplant, darunter Trainingseinheiten in der Seiltechnik sowie praktische Szenarien wie Abseilübungen.
Unterstützt wird das Projekt von der Dr.-Jürgen-Remboldt-Stiftung. Deren Namensgeber erklärte vor Ort, dass Initiativen sich mit ihren Ideen unkompliziert um Förderung bewerben könnten – ehrenamtliches Engagement werde gezielt unterstützt.
Am Ende des Tages nahmen die Jugendlichen nicht nur neue Fähigkeiten mit, sondern auch ein Bewusstsein für die Verantwortung im Einsatz. Die Ausbildung in der Strömungsrettung gilt als fordernd, doch sie bildet die Grundlage für Einsätze, bei denen es im Ernstfall um Menschenleben geht.

