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Sanierung des Leichlinger SchulzentrumsDrei Varianten bleiben im Rennen

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Die Sekundarschule in Leichlingen

Die Sekundarschule in Leichlingen muss neu gebaut werden.

Der Rat einigte sich am Montag auf drei Neubauvarianten und einen Sonderausschuss für die Sanierung des Schulzentrums. Die Stadtpolitik will das Tempo nun anziehen.

Fünf Varianten gab es ursprünglich als Lösungen für die Sanierung des Schulzentrums Leichlingen. Davon konnte der Rat am vergangenen Montag zwei streichen. Die Entscheidung soll demnach zwischen Option B1, einem kompakten Schulzentrum, B2, der Nutzung des Rewe-Geländes, und B3, der Sekundarschule auf der Fläche der 3-Feld-Sporthalle, fallen, die die Verwaltung nun weiter organisatorisch konkretisieren wird.

Alle drei Lösungsansätze haben gemein, dass lediglich ein Interim-Containerbau für die gymnasiale Oberstufe errichtet wird. Bei Variante B1 sollen sich sämtliche Neubauten schlussendlich im Bereich des heutigen Schulzentrums befinden, während die Stadt bei Variante B2 das Rewe-Gebäude nutzen möchte – der Aula-Ausbau würde dann nach der Sanierung außerhalb des aktuellen Schulzentrums liegen. Die letzte verbleibende Option, B3, sieht vor, die neue Sekundarschule auf der Fläche der 3-Feld-Sporthalle zu bauen. Alle weiteren Neubauten würden dann ebenfalls im Bereich des heutigen Schulzentrums angesiedelt werden.

Das sind die Ursachen für die Sanierung des Leichlinger Schulzentrums

Seit 2022 ist offiziell, dass die Leichlinger Sekundarschule durch polychlorierte Biphenyle (PCB) belastet ist, die gesundheitsgefährdend sind. PCB können die Leber- und Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen, das Immunsystem schädigen oder chronische Schäden verursachen. Bis die Sanierung beginnt, soll daher eine Lüftungsanlage im Altbau das Gesundheitsrisiko eindämmen.

Der Bau aus den 80er-Jahren ist neben der PCB-Belastung außerdem energetisch ineffizient, weist eine deutliche Unterdeckung bei Unterrichtsräumen, Mensa, Aula und Sporthalle auf, Haustechnik und Ausstattung sind größtenteils veraltet. Aus diesen Gründen ist eine Sanierung des Schulzentrums unumgänglich. Die ursprünglich noch zur Wahl stehenden Varianten A und B4 wären städtebaulich und infrastrukturell komplex und wurden deshalb fallen gelassen. Variante A wäre außerdem mit 60 Millionen, 4 Millionen Euro teurer gewesen als Variante B.

Rat bemängelt Zeitplanung der Sanierung der Sekundarschule

Den Fraktionen scheint es vor allem um schnellere Lösungen zu gehen. Bisher habe man „Klötzchen geschoben“, jetzt brauche man einen konkreten Terminplan, wann was entschieden werden müsse, um anfangen zu können. „Im vergangenen Jahr sind wir vielleicht ein paar Umwege gegangen, die nicht nötig gewesen wären“, äußert sich zum Beispiel die SPD-Fraktion. Die Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen (BWL) macht deutlich: Sie wünscht sich einen „klaren, präzisen, verlässlichen“ Zeitplan.

Die Verwaltung verspricht, dem Rat am 30. April „etwas“ vorstellen zu können, betont aber auch, nicht zu wissen, „wie konkret“ das dann sei. Immerhin handele es sich um ein riesiges Projekt, bezüglich Kosten und Bauvolumen. „Wir haben jetzt alle den Fuß auf dem Gaspedal“, hält die Stadtverwaltung fest.

Um die „Mammutaufgabe“ – wie die SPD die Sanierung bezeichnet – effizienter angehen zu können, beschließt der Rat, einen Sonderausschuss einzurichten. Bürgermeister Maurice Winter wies aber auch darauf hin, dass „weder Personal noch Geld im Haushalt bisher dafür eingeplant“ seien. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage verlief die Diskussion um die Sanierung des Schulzentrums hitzig. Die SPD-Fraktion stellte deshalb auch infrage, ob die Mensa – die erst 15 Jahre alt sei – tatsächlich neu gebaut werden müsse oder nicht dadurch Vermögen vernichtet werde.

Wie und wann die Stadt die Sanierung umsetzen kann, bleibt also weiterhin offen – Verwaltung und Rat sind sich aber wohl immerhin einig über das gemeinsame Ziel: so schnell wie möglich.