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DFB-Pokal-HalbfinaleLeverkusen empfängt die eigene Mannschaft meisterlich

3 min

Zumindest vor dem Spiel wollen die Leverkusener Fans feiern und ihre Mannschaft gegen den FC Bayern München unterstützen.

Im Meisterjahr wurde die Durchfahrt des Mannschaftsbusses von Bayer 04 Leverkusen auf der Bismarckstraße regelmäßig mit Feuerwerk, rotem und schwarzem Rauch und Anfeuerungsrufen aus tausenden Kehlen zelebriert. Nun ist die Meisterschaft bereits vergeben – an den heutigen Gegner. Und natürlich war der FC Bayern München auch in diesem Halbfinale im DFB-Pokal der Favorit. „Aber das hier ist unser Stadion, davon geben wir keinen Zentimeter her“, sagt Martin in voller Überzeugung, während er nach dem Bus Ausschau hält. Und auch wenn es am Ende nicht gereicht hat und Bayer Leverkusen mit einem 0:2 aus dem Pokal ausscheidet: Es war mal wieder ein Tag, der glorreiche Zeiten erinnerte.

Logo und Sprüche mit Sprühfarbe auf der Bismarckstraße.

Logo und Sprüche mit Sprühfarbe auf der Bismarckstraße.

Um von Beginn an deutlich zu machen, wer der Herr in der Bay-Arena ist, hat die Fanvereinigung Nordkurve12 alle Fans dazu aufgerufen, vor dem wohl größten Spiel dieser Saison die Mannschaft noch einmal gebührend zu empfangen. Unter dem Motto: „Kämpfen mit dem Löwen im Herzen, siegen für das Kreuz auf der Brust“. Keinen Löwen, aber immerhin einen ähnlich großen irischen Wolfshund haben Thomas und Kerstin Bartels mit an die Bismarckstraße gebracht: „Das ist Tradition, wir gehen vor dem Spiel immer eine Runde mit Valentino um das Stadion und er trägt den Schal.“ Auch Fangesänge und Böller machen dem großen Hund nichts aus. „Da ist der tiefenentspannt.“ Mit ins Stadion darf Valentino natürlich nicht. „Für den gibt es keine Schoßkarten“, sagt Kerstin Bartels lachend. Angesprochen auf die Erwartungen zu dem Spiel ist Thomas Bartels zurückhaltend: „Ich hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste.“

Fans mit Hund

Kerstin und Thomas Bartels warten mit Valentino auf den Bus.

Petra Scheri war da noch optimistischer. „Auf geht’s, kämpfen und Sieg zum Ziel Berlin“, steht auf dem Schild, das sie Richtung Bus reckt.

Petra Scheri ist vor dem Spiel optimistisch

Petra Scheri ist vor dem Spiel optimistisch

Es ist noch einmal ein großer Tag an der Bay-Arena, der blaue Himmel strahlt wie am 14. April 2024, als sich die ganze Stadt auf die erste deutsche Meisterschaft vorbereitete und mindestens doppelt so viele Menschen die Bismarckstraße säumten, wie die Mannschaft zum Spiel gegen Werder Bremen einfuhr. „Klar ist das heute etwas anderes, die Stimmung von damals wird man wohl nie wieder hinkriegen“, schwärmt Thomas Bartels.

Bayern-Fans in Leverkusen beim DFB-Pokal, Halbfinale

Bayern-Fans in Leverkusen beim DFB-Pokal, Halbfinale

Die Bayern-München-Fans sind da etwas selbstbewusster. Matthias ist gebürtiger Thüringer, was man ihm auch immer noch anhört. Seit 2007 lebt er in München. Auch wenn er sich mit dem Dialekt nicht anfreunden konnte, sein Herz schlägt für „Die Bayern.“ „Das wird ein knackiges drei zu eins. Also für uns“, sagt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Wolfgang Müller und Philipp Weingarz hatten es aus Jülich nicht weit nach Leverkusen.

Wolfgang Müller und Philipp Weingarz hatten es aus Jülich nicht weit nach Leverkusen.

Nicht ganz so weit hatte es Wolfgang Müller aus Jülich. „Ich bin seit den 60er-Jahren Bayern-München-Fan. Die Verbundenheit kam durch Gerd Müller und Franz Beckenbauer“, sagt der 69-Jährige. „Aber als Leverkusen Meister geworden ist, das war wirklich verdient“, fügt er versöhnlich hinzu.

Pyrotechnik im Stadion vor Spielbeginn

Pyrotechnik im Stadion vor Spielbeginn

Und dieses Erlebnis kann Bayer Leverkusen und den Fans keiner mehr nehmen. „Und 51-mal in Folge ungeschlagen – das schaffen die Bayern auch nicht“, sagt Bartels. Man muss sich an dem festhalten, was man hat. Und auf ein neues Kapitel hoffen. In Berlin allerdings wird das dieses Jahr von Leverkusen nicht geschrieben.