2021 setzte sich die Bezirksvertretung geeint gegen den Abriss der Häuser Schillerstraße 4 und 6 ein. Das hat sich aus guten Gründen geändert.
KommentarGegen Wohnungsnot hilft der Neubau von Wohnungen


Auf dem Baugelände an der Ecke Schillerstraße/Im Hederichsfeld will der GBO 70 Wohnungen errichten.
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Vor fünf Jahren setzte die Opladener Bezirksvertretung dem Plan des Gemeinnützigen Bauvereins (GBO), die Häuser Schillerstraße 4 und 6 abzureißen, geeint ein Stoppschild. Und das aus guten Gründen. Haus Nr. 4 wurde von einer gut gehenden Musikschule bespielt, Haus Nr. 6 war ebenfalls vermietet.
2026 finden die einen die Altbauten immer noch identitätsstiftend für Opladen und kämpfen für ihren Erhalt. Die anderen plädieren für deren Abriss, damit der Bauverein dort und auf weiteren Grundstücken insgesamt 70 und nicht 40 Wohnungen errichten kann. Und das ebenfalls aus guten Gründen.
Für das GBO-Führungsduo Alexander Dederichs und Meral Tosun bietet sich jetzt die Gelegenheit, das lange gehegte Neubauvorhaben zu verwirklichen. Und das ist eine gute Nachricht für Opladen. Wer das nicht glauben mag, sollte Tosun oder Dederichs mal fragen, wie lang die Warteliste derer ist, die über den GBO in Leverkusen eine Wohnung suchen, aber keine finden.
Auf einem anderen Blatt steht freilich, warum der GBO in seinem neuen Imagefilm mit einer Bildsprache, die man nur als Holzhammermarketing bezeichnen kann, die Leute verschrecken muss. Da wird in einer Sekunde der Altbau Schillerstraße ausradiert und in der nächsten wächst eine fünfeinhalbgeschossige Mietskaserne auf dem Eckgrundstück in die Höhe. Ein Geschoss mehr als geplant. Nein, der GBO ist kein profitgieriger Immobilienkonzern. Er ist ein genossenschaftlich organisierter Bauverein. Aber in der Eigenwerbung ist noch Luft nach oben.
Übrigens kann man über die Frage, ob das Doppelhaus Schillerstraße wirklich so ein Schmuckstück ist, differenzierter Ansicht sein. Das rote Haus mit seinen Schmuckklinkern wirkt auch deshalb besonders schön, weil seine nähere Umgebung besonders gesichtslos ist. Der GBO bekommt jetzt die Chance, dort auch städtebaulich etwas Besonderes zu schaffen.
