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„Die Frau war arg- und wehrlos“Gericht verurteilt Mann von Leverkusener Friseurin überraschend wegen Mordes

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Kerzen stehen vor dem Eingang eines Friseursalons.

Nach der Tat drückten Menschen ihre Trauer um die getötete Fatma B. vor dem Friseursalon in der Leverkusener Hauptstraße aus.

Der Mann hatte die zweifache Mutter vor sieben Monaten im Streit erwürgt. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Urteil wegen Totschlag gefordert.

Nach der Tötung der zweifachen Mutter Fatma B. in Monheim ist ihr Ehemann überraschend wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft wertete das Düsseldorfer Landgericht die Tat nicht als Totschlag, sondern als heimtückischen Mord.

Das Gericht folgte damit dem Antrag des Nebenklägers, der die Verurteilung wegen Mordes beantragt hatte. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Vor sieben Monaten war die Leiche der 35-jährigen Mutter von zwei kleinen Kindern in Monheim in einem Mehrfamilienhaus gefunden worden. Sie betrieb einen Friseursalon auf der Hauptstraße in Wiesdorf. Die Verteidiger, die ebenfalls eine Verurteilung wegen Totschlags und eine „milde Strafe“ beantragt hatten, kündigten Revision an.

Gericht sieht Heimtücke

Die Strafkammer sah im Gegensatz zum Staatsanwalt das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt. „Die Frau war arg- und wehrlos“, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees. Sie habe nicht mit einem Angriff von hinten rechnen müssen und in dem engen Schlafzimmer keine Chance gehabt, sich zu wehren.

Der Angeklagte hatte sich nach der Tat gestellt und die Tat auch vor Gericht gestanden. „Ja, ich habe die Tat begangen und meine Frau getötet“, hatte der 36-Jährige beim Prozessbeginn gesagt. „Ich habe meinen Kindern die Mutter genommen. Ich schäme mich.“

„Sie hat mir wieder mal Vorwürfe gemacht, weil ich vom Konto Geld abgehoben und ausgegeben hatte, wegen meiner Spielsucht“, hatte der Schichtarbeiter ausgesagt. 46.000 Euro Schulden habe er angehäuft.

Tochter am Tattag eingeschult

Seine Frau habe ihm vor der Tat gesagt, dass sie sich scheiden lassen wolle. „Da habe ich schwarzgesehen“, hatte der Deutsch-Türke gestanden. Er habe die 35-Jährige zunächst auf dem Ehebett gewürgt und dann mit seinem Knie auf ihrem Hals erstickt.

Anschließend habe er die beiden gemeinsamen Töchter geweckt und mit den damals vier- und sechsjährigen Mädchen die Wohnung verlassen. Die ältere Tochter war erst am Tattag eingeschult worden. Dann war er mit seinen Kindern im Auto nach Leverkusen gefahren, hatte sich auf einer Polizeiwache gestellt und angegeben, seine Frau im Streit getötet zu haben.

Der Tod der jungen Frau hatte im September 2025 viel Anteilnahme ausgelöst. Ein Online-Spendenaufruf zum Wohl der beiden Kinder erbrachte fast 17.400 Euro. Auch auf Facebook äußerten sich viele User bestürzt über das Geschehen. (dpa, ps)