Zahlreiche auffällige und ausgefallene Kostüme und Mottowagen waren zu sehen – die Stimmung war ausgelassen und positiv.
Karnevalszug in HitdorfGute Laune der Leverkusener besiegt den grauen Himmel

Beste Stimmung beim bunten Karnevalszug in Hitdorf.
Copyright: Dominik Scholz
Der Zug hat – so heißt es bekanntlich in einem Lied, das auch gern an Karneval angestimmt wird – keine Bremse, der Wupsi-Schnellbus nach Hitdorf rund zwei Stunden vor Beginn des Karnevalszuges zum Glück schon. Einer der Busse voller Karnevalistinnen und Karnevalisten musste auf dem Weg nach Hitdorf voll in die Eisen, um eine Kollision mit einem Rettungswagen zu verhindern, der gerade mit Blaulicht unterwegs war.
Allerdings tat das der Stimmung unter den Feiernden nur wenige Augenblicke später keinen Abbruch, ähnlich verhielt es sich mit dem Regen, der um 13.18 Uhr – und damit genau 75 Minuten vor Zugstart – einsetzte.

Im Rahmen einer gemeinsamen Bastelaktion entstanden die Autoscooter-Kostüme der „Karnevalsfründe Hitdorf 1994“.
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Es war ein Feiertag für die Hitdorferinnen und Hitdorfer, längst nicht nur entlang des Zugweges. Viele Vorgärten wurden kurzerhand zu Party-Standorten umfunktioniert, es wurde sich umarmt, geplaudert und getrunken. Da stehen auch mal kostümierte Feiernde vor dem Thai-Massagen-Geschäft und stoßen mit den Mitarbeitenden an.
In das Vorhaben, einen möglichst schönen Tag auf die Beine zu stellen, floss bei vielen Menschen sehr viel Herzblut. Ausgefallen und auffallend waren im Grunde alle Kostüme und Wagen, die ab 14.33 Uhr auf dem Zugweg zu sehen waren.

Oberbürgermeister Stefan Hebbel zählte zu den ersten Karnevalisten, die Kamelle in die Menge warfen.
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Die „Hetdörper Klüngel Kids“ setzten auf eigens angefertigte „Highway to Hitdorf“-Kutten, Lothars Paradiesvögel waren da deutlich bunter unterwegs – und die „Karnevalsfründe Hitdorf 1994“ bastelten sich selbst die Autoscooter-Kostüme.
Andreas Eckert, einer der Initiatoren der „Karnevalsfründe“, erklärte, dass es der Gruppe besonders wichtig gewesen sei, etwas zu basteln, „was in der Masse auffällt“. Das ist zweifelsohne gelungen. Im Rahmen eines Basteltages vor einigen Wochen, mit insgesamt 80.000 Teilen, entstanden die Kostüme.

„Lothars Paradiesvögel“ haben mit ihren Kostümen ihrem Namen alle Ehre gemacht.
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Sie wurde ebenso gefeiert wie die vielen anderen Kostüm- und Wagenideen. Die gute Laune siegte – auch im Wettkampf gegen den grauen Himmel. Insgesamt acht Wagen und 24 Fußgruppen kamen zum 33. Hitdorfer Umzug zusammen, an den Bürgersteigen warteten die Leverkusenerinnen und Leverkusener – teils schon Stunden vorher – gespannt.
Einer der ersten Kamellebeauftragten des Nachmittags war ein nur allzu bekanntes Gesicht: Oberbürgermeister Stefan Hebbel ließ es sich an seinem ersten Karneval im Amt nicht nehmen, bei bester Stimmung Chipstüten, Popcorn und all das, was auf dem Wagen der Zugleitung zu finden war, in die Menge zu werfen. Unterstützt wurde er dabei von Tochter Nathalie.

Rock’n’Roll trifft Karneval, die „Hetdörper Klüngel Kids“ waren 2026 mit dem Mottowagen „Highway to Hitdorf“ unterwegs.
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Eine Besonderheit des Hitdorfer Zuges: Die Zugleitung um Hebbel und Initiator Michael Monius befand sich bei der Aufstellung nicht mehr in Leverkusen, sondern wenige Meter hinter der Monheimer Stadtgrenze. Der Wagen von Bayer 04 indes, das sei im Kontext der Debatte um den Bau eines Trainingszentrums in Monheim hinzugefügt, wenige Meter vor der Grenze noch auf der Leverkusener Seite.
Unabhängig von der Stadtzugehörigkeit war es aber ohnehin in Hitdorf ein einziges Fest der Karnevalistinnen und Karnevalisten. Den ersten Zug der Session hat Leverkusen hinter sich gebracht – und es wurde gleich für ein Fest auf den Straßen gesorgt.

