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HaushaltskriseSV Bergfried Leverkusen nimmt Kunstrasen selbst in die Hand

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Fußballteam vor Ascheplatz

Peter Seven und seine U9 hoffen darauf, dass der alte Ascheplatz bald wieder bespielbar ist – mit einem neuen Kunstrasen.

Teilweise teilen sich acht bis neun Mannschaften einen Trainingsplatz, jetzt will der SV Bergfried Abhilfe schaffen.

Die Ausgangslage ist eindeutig: „Wir können das selbst in die Hand nehmen oder auf irgendwann nach 2035 warten“, sagt Peter Seven. Für die Trainer beim SV Bergfried ist klar: Letzteres ist keine Option. Denn der Steinbücheler Verein hat nach Sevens Angaben mittlerweile die größte Jugendfußballabteilung der Stadt, auch dank einer Vielzahl an Mädchenmannschaften. Die Sportanlage am Höfer Weg hat allerdings nur einen Kunstrasenplatz. Auf dem trainieren am Nachmittag und Abend teilweise acht bis neun Mannschaften gleichzeitig.

„Unter diesen Bedingungen ist eine vernünftige Arbeit natürlich kaum möglich, die Kinder sind immer abgelenkt, was neben ihnen passiert“, sagt Seven, der die U9-Jungsmannschaft trainiert und dem Förderverein vorsteht. Es gibt auf der Anlage noch einen Tennenplatz, allerdings ist der nicht mehr bespielbar. „Wir haben schon vor einiger Zeit mit der Stadt gesprochen, die sagten uns, der sei auch nicht mehr reparabel“, sagt Seven.

Birkenberg und Rheindorf sind zuerst dran

Und Asche ist im Fußball ohnehin nicht mehr zeitgemäß. Also wünscht der Verein sich einen Kunstrasenbelag für den B-Platz. Eigentümer des Platzes ist der Sportpark Leverkusen, hier gibt es auch einen Fonds, in den die Vereine einzahlen und über den Anlage und Erneuerung von Kunstrasenplätzen mitfinanziert werden. „Als Nächstes stehen Rheindorf und der Birkenberg auf dem Plan“, weiß Seven. Hier sollen die Sportmilliarden des Bundes bei der Umsetzung helfen. Angesichts der Leverkusener Haushaltslage ist nicht zu erwarten, dass sich der Sportpark in absehbarer Zeit des nicht bespielbaren Platzes am Höfer Weg annimmt.

Kunstrasenplatz SV Bergfried

Der B-Platz soll bald so schön sein wie der A-Platz, auf dem aktuell teilweise acht bis neun Mannschaften gleichzeitig trainieren.

Also hat Seven den Förderverein, der schon Anfang der 2000er bei der Umsetzung des ersten Kunstrasenplatzes geholfen hat, wieder reaktiviert: „Der war ein bisschen eingeschlafen, jetzt haben wir das noch einmal richtig angepackt.“ Absprachen mit Stadt und Sportpark wurden getroffen, die keine Einwände gegen die Eigeninitiative haben. Ein Angebot liegt auch schon vor, rund 500.000 bis 550.000 Euro soll der neue Platz kosten, der etwas kleiner als ein normales Fußballfeld wird. „Wir hätten auf dem vorhandenen Platz gerade so ein reguläres Feld hinbekommen, aber das wäre noch einmal 150.000 Euro teurer und die Senioren werden dort ohnehin nicht spielen“, sagt Seven. „Wir brauchen mehr Platz für die Kinder.“

Ein halber Döner pro Monat

Finanziert werden soll das Ganze per Kredit mit 15 Jahren Laufzeit über die Sparkasse Leverkusen bei der NRW-Bank. „Dafür müssen wir aber ein Finanzierungskonzept vorlegen“, sagt Seven. Deswegen wirbt der Verein jetzt verstärkt um Mitglieder im Förderverein, 60 Euro kostet der Jahresbeitrag für Erwachsene. Oder „einen halben Döner im Monat“, wie der Verein wirbt. Mit 300 Fördervereinsmitgliedern könne die Finanzierung gesichert werden, dazu kommen Spenden und ein Teil der Vereinsbeiträge, rund 120 sind es aktuell. Außerdem werden Unternehmen als Sponsoren gesucht, die Bürgerstiftung der Sparkasse sei schon mit an Bord, sagt Seven.

Ziel ist es, den Platz noch in diesem Jahr zu bekommen. Dabei hat der SV Bergfried einen Vorteil: „Wir sind für den Spielbetrieb nicht auf das Feld angewiesen“, sagt Seven. Viele Vereine können Arbeiten am Platz nur in der spielfreien Zeit machen, entsprechend teurer ist das dann. „Ich habe dem Anbieter gesagt: Ihr dürft uns auch gerne irgendwo dazwischenschieben, wenn sich das im Preis bemerkbar macht.“ In Leverkusen muss man derzeit jede Sparmöglichkeit ergreifen – und Dinge selbst in die Hand nehmen.

www.svbergfried.de/foerderverein/