„Go Rheinland“ hat sich an den Bahnhöfen in der Region umgeschaut und auf Funktionalität, Sauberkeit und Erscheinungsbild der Haltestellen geachtet.
StationsqualitätWie es um die Bahnhöfe in Leverkusen steht

Graffiti-Schmierereien sind auf nahezu allen Bahnhöfen ein Problem.
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Die Bahnhöfe in Leverkusen kommen im Bericht über die Stationsqualität von Bahnhaltestelle, den das Verkehrsunternehmen „Go Rheinland“ jetzt veröffentlicht hat, ganz gut weg. Drei der sechs Bahnhöfe in Leverkusen landen bei der Bewertung durch die Expertinnen und Experten von „Go Rheinland“ im grünen Bereich, drei im gelben.
„Go Rheinland“ überprüft für die Bewertung Bahnhöfe in seinem Verbreitungsgebiet auf verschiedene Kriterien. Dazu gehören Barrierefreiheit, Information, Komfort, Sauberkeit, Sicherheit, Vertrieb und der Bau- und Bodenzustand. Dabei geht es unter anderem um Fahrscheinautomaten, Sitzgelegenheiten, das Gleisbett, Schmierereien, Vitrinen, Rampen, Aufzüge, Beschilderung, Wetterschutz und andere Ausstattungselemente, des jeweiligen Bahnhofs.
Um die Bewertung zu veranschaulichen, hat sich „Go Rheinland“ ein System aus vier Stufen überlegt. Mit einem grünen Punkt versehen werden Kriterien, die die Anforderungen von „Go Rheinland“ zu mindestens 97 Prozent erfüllen, sie gelten als „sehr gut/ausgezeichnet“. Ein „ordentlich/akzeptabel“ (dunkleres Grün) gibt es für Bewertungen zwischen 90 und 96 Prozent, ein „entwicklungsbedürftig/noch akzeptabel“ (Gelb) für 80 bis 89 Prozent, und ein „inakzeptabel“ (Magenta) für weniger als 83 Prozent. Alle Ausstattungselemente zählen bei der Bewertung gleich viel.
Keiner der Haltestellen Chempark, Mitte, Küppersteg, Manfort, Rheindorf und Opladen bekommt von „Go Rheinland“ ein „sehr gut“, es ist allerdings auch kein Bahnhof schlechter als mit 83,7 Prozent bewertet. Heißt: Die Leverkusener Bahnhöfe sind laut „Go Rheinland“ zumindest alle „noch akzeptabel“.
Chempark: Der Halt Chempark bekommt von den Nahverkehrsexperten die in Leverkusen schlechteste Bewertung mit 83,7 Prozent. Kritik gibt es sowohl was die Funktionalität, die Sauberkeit und das Erscheinungsbild der Beschilderung angeht. Die ist den Bewertungen nach in allen drei Punkten „inakzeptabel“. Das gilt auch für das Erscheinungsbild der Sitzgelegenheiten und die Sauberkeit des Zugangs zum Bahnhof. Wie in Mitte und Küppersteg auch gibt es Abzüge wegen Graffiti. Punkten kann der Chempark bei den Vitrinen, dem Gleisbett und der Sauberkeit der Abfallbehälter.
Mitte: Den Wiesdorfer Bahnhof bewertet „Go Rheinland“ in Leverkusen am besten: 91,2 Prozent – „ordentlich/akzeptabel“. Pluspunkte gibt es bei Funktionalität und Sauberkeit der Beschilderung, Minuspunkte bei deren Erscheinungsbild. Auch die Funktionalität des Wetterschutzes und die Sitzgelegenheiten kommen bei „Go Rheinland“ im Grunde gut weg. Durchweg positive Bewertungen gibt es für die Fahrkartenausweise und -entwerter. Abzüge gibt es für Mitte in puncto Sauberkeit des Zugangs und des Bodens im Allgemeinen sowie durch Graffiti. Luft nach oben (Gelb) gibt es noch bei der Sauberkeit und dem Erscheinungsbildes des Wetterschutzes. Auch das Erscheinungsbild des Aufzugs sei noch verbesserungswürdig.
Küppersteg: 84,2 Prozent – also ein „noch akzeptabel“ – erreicht der Küppersteger Bahnhof. Schlecht sieht es aus in Sachen Sauberkeit am Eingang und beim Graffiti. Auch der Aufzug könnte sauberer sein und die Beschilderung ist laut „Go Rheinland“ ebenfalls „inakzeptabel“. Positive Bewertungen gibt es für Uhren, Vitrinen und Sitzgelegenheiten.

Aufkleber auf dem Küppersteg-Schild. Den Bahnhof bezeichnet „Go Rheinland“ als „noch akzeptabel“.
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Manfort: Am oberen Rand der „noch akzeptabel“-Skala befindet sich der Manforter Bahnhof mit 88,4 Prozent. Durchweg rote Bewertungen gibt es den Wetterschutz, es gibt keinen. Auch Manfort kämpft mit Graffiti-Schmierereien. Gute Bewertungen gibt es für die Rampe, die Abfallbehälter, den Boden und die Beleuchtung. Auch die Sitzgelegenheiten werden positiv bewertet, einzig beim grundsätzlichen Erscheinungsbild könnte es besser sein.
Rheindorf: Mit 90,4 Prozent bekommt der Rheindorfer Bahnhof eine „ordentliche“ (Grüne) Bewertung. Das liegt vor allem an den Vitrinen, den Uhren, dem Wetterschutz und den Fahrkartenautomaten - überall gibt es dafür gute Bewertungen von „Go Rheinland“. Schwachstellen hat der Bahnhof unter anderem wegen dreckiger Beschilderung, Graffiti und dem Erscheinungsbild der Abfalleimer.

Der Opladener Bahnhof kommt auf gute 90,6 Prozent.
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Opladen: Der Opladener Bahnhof kommt auf gute 90,6 Prozent. „Go Rheinland“ bewertet zum Beispiel die Sitzgelegenheiten als durchweg gut, ebenso die Fahrkartenautomaten, die Sauberkeit des Zugangs oder die Beleuchtung. Schwachpunkte sind die Sauberkeit der Aufzüge, die Funktionalität der Rolltreppe und – wie fast überall – Graffiti. Im Mittelfeld landet Opladen in Sachen Sauberkeit und Erscheinungsbild der Vitrinen.
Leichlingen holt die beste Bewertung
Der am besten bewertete Bahnhof im Verbreitungsgebiet des „Leverkusener Anzeiger“ ist der in Leichlingen. Dessen Vorplatz wird gerade umgestaltet, Züge halten dort bis zum Sommer nicht, weil die Bahn die Strecke zwischen Hagen und Köln umfassend saniert. 91,4 Prozent bekommt Leichlingen von „Go Rheinland“. Abzüge gibt es nur in Sachen Sauberkeit und Erscheinungsbild des Wetterschutzes, für Graffiti und für das Erscheinungsbild der Beschilderung und der Mülleimer. Die Funktionalität der Schilder bewertet „Go Rheinland“ als mittelmäßig – ansonsten: nur grün für den Leichlinger Bahnhof. (nip)

