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IntegrationsprojektWie Kinder in Leverkusen Zirkusluft schnuppern

3 min
Kinder mit Fackeln in der Manege

Besonders spannend waren die Nummern mit Fackeln.

Zapp Zarap und Zirkuspädagogen leiten junge Leute an. Das Ergebnis beeindruckt.

Es war ganz schön was los: Rund 60 junge Artistinnen und Artisten kamen am Samstag, 4. April, im Chapiteau des Zirkus  Zapp Zarap auf dem Gelände der Schützenbruderschaft St. Sebastianus in Quettingen zusammen, um die akrobatischen und zauberhaften Ergebnisse ihrer Proben vorzustellen. Die Aufführung war das Finale eines Projektes, dessen Grundstein schon vor drei Jahren gelegt wurde.

Damals erhielten der Zirkuspädagogen-Verein und der Zirkus Zapp Zarap vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Aktion Mensch eine Förderung für mehr als 1000 Zirkusworkshops in Leverkusen und Umgebung. Und über 50 Jugendeinrichtungen, Schulen, Flüchtlingsunterkünfte, Kitas und Offene Ganztagseinrichtungen haben von dem Projekt profitiert.

Jetzt hatten die ehemaligen Teilnehmer des Projekts eine ganze Woche Zeit, gemeinsam mit neuen Kindern eine eigene Aufführung im Chapiteau auf die Beine zu stellen. „Die Kinder haben die Manege von Anfang bis zum Ende.“ Das war die Ansage der Organisatoren zu Beginn der Vorstellung.

Abwechslungsreiches Programm

Und dieser Freiraum wurde auf das Beste genutzt: Die Kinder boten ein abwechslungsreiches Programm aus zahlreichen Disziplinen. Sie kletterten auf Tücher, zeigten ihre Akrobatik auf dem Trapez, balancierten auf Pilatesbällen. Besonders spannend war die Akrobatik mit Feuerstäben. Dabei beeindruckten die Artistinnen und Artisten das Publikum von Klein bis Groß.

Bei der Vorbereitung ihre Auftritte waren die kleinen Artistinnen und Artisten von erfahrenen Trainerinnen und Trainern sowie vom zirkuspädagogischen Team unterstützt worden. Dennoch gehörte die Bühne nur den Kindern, sodass sie ihre Freiheit in vollen Zügen ausleben konnten.

Kinder tanzen um einen Ball in der Manege.

Koordination und Zusammenarbeit demonstrierten die Kinder auch.

Die Artistinnen und Artisten waren ebenso vielfältig wie das Angebot. Die jüngsten Teilnehmenden waren im Vorschulalter, die ältesten bis zu 13 Jahre alt. An dem Projekt nahmen auch viele Kinder aus Flüchtlingsunterkünften teil.

Das Projekt legte den Schwerpunkt auf die Integration von geflüchteten Kindern, wie der Name „Willkommen in Leverkusen" verdeutlicht. Das Team erklärte, man habe die Manege aber bewusst für Kinder mit und ohne Fluchthintergrund geöffnet, um die Integration zu ermöglichen. Für die Abschlussaufführung habe man erneut bei Flüchtlingsunterkünften nachgefragt, um vielen Kindern den Zugang zum Zirkus zu ermöglichen, erklärte Zirkuspädagogin Sarah Bothe.

Schöne Erinnerungen

Bothe erinnert sich an den Anfang des Workshops. Damals seien die Kinder noch sehr beeindruckt von dem großen Zelt und den vielen Disziplinen gewesen. Auch wenn die Kinder damals noch sehr still waren, hätten sie im Laufe der Zeit viele Freundschaften geschlossen und jeweils zwei Zirkusdisziplinen gemeistert.

Meryem, eine Teilnehmerin, erzählte, dass sie vor zwei Jahren bei einem Zirkus-Workshop mitgemacht habe. Sie war letztes Mal so zufrieden, dass sie beim Abschlussprojekt auch mitmachen wollte. Ihre Disziplinen: Trapezakrobatik und Jonglage mit Feuerstäben.

Die Aufführung war der Abschluss eines Projekts, das über drei Jahre lief und so Kindern aus mehr als 50 Einrichtungen den Zugang zum Zirkus ermöglichte. Die Artistinnen und Artisten zeigen sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Sollte es in den Sommerferien weitergehen, wollen sie unbedingt dabei sein.