Sieben Teams von Schülerinnen und Schülern aus sechs Schulen der Stadt waren dieses Mal beim „zdi“-Roboterwettbewerb im Berufskolleg Opladen dabei.
WettbewerbWie Leverkusener Schüler mit Robotern Raketen zum Start vorbereiten

Im Selbstlernzentrum des Berufskollegs wurde es ernst: Die Schülerteams schickten ihre Roboter zu ihren Aufgaben bei den "zdi Space Adventures".
Copyright: Peter Seidel
„Die Sieben Zwerge“ sind zum ersten Mal dabei. Marie, Lisa, Jan und Tom von der Marienschule stehen am Mittwochvormittag in einem Klassenraum des Berufskollegs Opladen an der Stauffenbergstraße und tüfteln an ihrem selbstfahrenden Roboter. In einer halben Stunde wird es ernst für sie beim „zdi“-Roboterwettbewerb des Landes – „zdi“ steht für „Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen 'Zukunft durch Innovation'“. Leverkusener Schülerinnen und Schüler machen bei dem Wettbewerb, der dieses Mal unter dem Motto „zdi Space Adventures“ steht, zum vierten Mal mit. Gastgeber ist wie in den vergangenen Jahren das Selbstlernzentrum im Berufskolleg.
Tage vor dem Wettbewerb gerieten die vier Neuntklässler von der Schule in Opladen etwas in Stress, denn ihre Roboterprogrammierung, die sie auf ihren Schul-iPads sicher wähnten, war nach den Osterferien nicht mehr auffindbar. „Wir haben gestern bis 17 Uhr in der Schule daran gearbeitet, das Programm neu zu schreiben“, erzählt Marie. Aber nun ist soweit alles bereit. Der Roboter fährt auf Knopfdruck von seinem Startplatz die vorgegebene Route ab und schafft es auch, unterwegs Legosteine mit einer großen Schaufel von einem Platz zu einem vorgegebenen anderen Ort zu bewegen. Naja, fast.

Der Roboter der „Sieben Zwerge“, eines der beiden Teams der Marienschule im Wettbewerb
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Insgesamt sieben Teams aus sechs Schulen mit Jungen und Mädchen aus den Klassen sieben bis zehn sind dieses Mal im Wettbewerb, die Marienschule ist auch noch mit einem Quartett Zehntklässler am Start, die bereits 2025 dabei waren. In AGs oder im Rahmen von Wahlpflichtfächern haben sich die rund 30 Mädchen und Jungen sechs Wochen lang zwei bis drei Stunden pro Woche mit dem Bauen und Programmieren der Roboter beschäftigt. Ihre Roboter müssen Aufgaben erledigen wie eine Lego-„Rakete zum Start vorbereiten“, „Trümmerteile einsammeln“, „Proben abholen“ oder „Landebereiche markieren“.
Katharina Baarhs vom kommunalen Bildungsbüro ist Organisatorin des Wettbewerbs. „Es ist toll zu sehen, wie die Teams sich untereinander unterstützen und sich engagieren“, sagt sie. Florian Frankenau von Covestro pflichtet ihr bei: „Ich bin begeistert zu erleben, wie die Schüler daran arbeiten, die Abläufe bei ihren Robotern zu optimieren.“ Covestro unterstützt den Wettbewerb seit 2024 mit 20 „Lego Spike Prime Roboter-Sets“, die an vier Schulen verteilt wurden.
Davon profitiert auch die Schule an der Wupper, die als einzige Förderschule ebenfalls ein Team in den Wettbewerb schickt. Ein neues Team aus Siebt- und Achtklässlern, wie die betreuende Lehrerin Ruth Bartenstein und ihr Kollege Simon Ruschke berichten. Nach der ersten Runde liegen die fünf Schülerinnen und Schüler auf einem beachtlichen fünften Platz. In den Pausen vor den insgesamt drei Runden, die jeweils zweieinhalb Minuten dauern, ist Zeit durchzuschnaufen und die Programmierung der Roboter zu verbessern, damit es beim nächsten Lauf vielleicht noch besser klappt.
Das steht jetzt auch den „Sieben Zwergen“ bevor. „Unser Roboter hatte für die Aufgabe das falsche Programm“, berichten Lisa und Tom nach dem ersten Durchlauf. Sie nehmen die Situation gelassen hin. „Wir haben ja noch zwei Runden und nur die besten beiden kommen in die Wertung.“ Sie analysieren die erste Runde: „Bonuspunkte gab's dafür, dass der Roboter die Barriere, die er an einer Stelle überfahren muss, nicht zerstört hat; Strafpunkte dafür, dass wir den Roboter außerhalb der Base berührt haben.“
Nach den drei Durchläufen hatte unter den sieben Teams aber das Quartett der „Robo-Lise“ vom Lise-Meitner-Gymnasium mit insgesamt 401 Punkten die Nase vorn.
Regionalwettbewerb in Bonn
Die beiden besten Leverkusener Teams, Robo-Lise vom Lise-Meitner-Gymnasium und Vortex vom Werner-Heisenberg-Gymnasium, haben sich für den Regionalwettbewerb qualifiziert, der am 3. Juni in Bonn läuft. Dort treffen sie auf Teams aus 24 anderen Städten des Landes. Das Landesfinale ist am 11. Juli in Mülheim an der Ruhr. (ps)

