Die engagierte Kämpferin für Frauenrechte starb im Alter von 88 Jahren.
NachrufDie Leverkusenerin Sabine von Gizycki gründete das Frauenhaus mit

Ein Schwarz-Weiß-Foto von Sabine von Gizycki.
Copyright: Holger Schmitt
Eine wichtige Kämpferin für die Sache der Frauen in Leverkusen ist gestorben. Sabine von Gizycki war eine der Gründerinnen des Leverkusener Frauenhauses. Sie selbst nannte sich Sabine, angeblich mochte sie ihren Taufnamen Ursula nicht so gerne.
Frau von Gizycki war über Jahrzehnte in der Stadtgesellschaft präsent. Mit anderen gründete sie 1973 den Verein „Frauen helfen Frauen“, der später das Frauenhaus einrichtete. Als immer mehr Frauen, die sich dort Rat holten, nicht mehr nach Hause zu ihren Männern zurückgehen wollten, gründeten von Gizycki und Freundinnen am 1. Januar 1980 das erste Frauenhaus in Leverkusen. Dort habe sich Sabine von Gizycki ehrenamtlich eingebracht, bis sie nicht mehr konnte, heißt es aus dem Frauenhaus.
Ihr zweites Standbein, wenn man so will, neben der Frauenarbeit, war die Kultur. „In der Kunst, da kann ich auftanken“, sagte sie. Über viele Jahre prägte sie im „K1“ in der Hauptstraße die Kleinkunstszene und veranstaltete erinnerungswürdige Abende mit Kabarettisten, Schauspielern, Politikern, holte Gregor Gysi, Inge Meisel oder den jungen Dieter Nuhr in die Stadt. Sie war selbst künstlerisch tätig, fertigte Grafiken und gründete den Verein Künstlerbunker mit, in dem sie selbst ein Atelier hatte.
2007 erhielt sie fürs kulturelle Engagement das Bundesverdienstkreuz, das sie nach ausgiebiger Überlegung annahm.
„In meiner Generation wollten wir Frauen noch etwas bewegen, verändern, mitreden, uns mit frauenpolitischen und feministischen Fragen auseinandersetzen“, sagte sie mal dem „Leverkusener Anzeiger“. Das hat sie ein Leben lang beherzigt.
Ursula Sabine von Gizycki starb 88-jährig, sie hinterlässt drei Söhne.

