Ein Experte vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erklärt, was man beachten sollte.
Himmelsereignis über NRWWie groß ist die Gefahr durch Meteoriten – und was sollte man beachten?
Ein Meteorit hat am Sonntagabend (8. März) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für Aufregung gesorgt. Bei den Polizeidienststellen gingen zahlreiche Notrufe von besorgten Menschen ein. Der Himmelskörper schlug schließlich in ein Wohnhaus ein und hinterließ ein fußballgroßes Loch im Dach. Aber wie häufig sind solche Vorfälle eigentlich und was sollte man beachten? Planetengeologe Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläutert das Phänomen.
„Ein Meteor ist die Leuchtspur eines kleinen Gesteinskörpers, der mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringt. Durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 230.000 Kilometern pro Stunde heizen sich diese kleinen Gesteinskörper, die auch Meteoroide genannt werden, stark auf“, erklärt Köhler.
Wie selten ist es, dass ein Meteorit in Deutschland auf bewohntes Gebiet fällt?
Dass Meteoriten auf bewohntes Gebiet fallen und Schäden anrichten, ist selten. Meistens verglühen sie in der Atmosphäre. Beobachten kann man sie aber sehr oft im Jahr – in Form von Sternschnuppen, etwa beim Meteorschwarm der Perseiden im Hochsommer. Dann können bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute auftreten.

Ein leuchtendes Objekt ist am Sonntagabend (8. März) am Himmel über Solingen zu sehen.
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„Von größeren Meteoroiden fallen nur sehr selten Meteoriten auf die Erdoberfläche“, so der Planetengeologe weiter. Die meisten Meteorite, die auf die Erde fallen, stürzen unbemerkt in die Ozeane. Dass wie hier ein Meteorit auf das deutsche Bundesgebiet fällt, passiert nur etwa ein- bis zweimal im Jahrzehnt.
Meteorit über NRW: Warum haben viele Menschen einen Knall gehört?
Die Leuchtspur wird bei kleinen Meteoren als Sternschnuppe bezeichnet. Sie entsteht, weil die Luft des Eindringkanals zu einem hell glühenden Plasma erhitzt wird. Meteoroide verglühen in der Hochatmosphäre in 110 bis 60 Kilometern Höhe.
Bei größeren Objekten – etwa ab Basketballgröße – verglühen die Meteoroide nicht vollständig. Das Leuchtphänomen ist dann auch stärker und man spricht von Feuerkugeln oder Boliden. Das ist das, was am Sonntagabend (8. März) beobachtet wurde. Der Meteoroid zerplatzt, weil die Luft vor ihm zusammengepresst wird und Druck ausübt. Der Knall ist in einem solchen Fall auch auf der Erde zu hören.

Dieser Meteorit ist im Koblenzer Stadtteil Hüls in ein Hausdach eingeschlagen.
Copyright: Thomas Frey/dpa
Welche Schäden Meteoriten anrichten können, richtet sich nach der Größe. Die Polizei in Koblenz teilte mit, dass der verglühte Himmelskörper in das Dach eines Wohnhauses eingeschlagen sei. Das Loch, welches der Meteorit hinterlassen hat, sei etwa so groß wie ein Fußball gewesen. Das Gestein selbst war unterdessen nicht größer als eine Faust.
Wie sollte man sich verhalten, wenn man einen Meteoriten findet?
Wer einen Meteoriten auf dem Boden findet, braucht jedoch keine Angst zu haben. „Meteorite sind weder giftig noch geht von ihnen radioaktive Strahlung aus“, erklärt Ulrich Köhler vom DLR.
Allerdings bittet der Experte, den Meteoriten nicht anzufassen, wenn er gerade erst auf der Erde gelandet ist. Köhler weiter: „Sollte es sich tatsächlich um einen ‚frisch‘ gefallenen Meteoriten handeln, fassen Sie ihn bitte nicht an. Die Säure des Schweißes auf unserer Haut kann zu chemischen Reaktionen mit den Stoffen auf der unmittelbaren Oberfläche des ‚frischen‘ Meteoriten führen und so das wissenschaftliche Ergebnis der Untersuchung des Meteoriten beeinflussen.“
Wer einen Meteoriten findet, sollte am besten eine Forschungseinrichtung wie das DLR benachrichtigen. Sie sind von hohem wissenschaftlichen Wert und ermöglichen Einblicke in die früheste Zeit unseres Sonnensystems. Behalten darf der oder die Finderin den Meteoriten aber dennoch.

