Der Aggerverband hat sich für seine Verbandsversammlung in Wiehl getroffen. Der Klimawandel sorgt immer mehr für Herausforderungen.
AggerverbandLösung für Stauanlage Osberghausen in Sicht

Die Agger soll in Osberghausen durchlässig werden. Der Stauweiher könnte zur Retentionsfläche werden.
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Für die Stauanlage in Engelskirchen-Osberghausen zeichnet sich eine Lösung ab. So jedenfalls hat sich am Montag der Vorstand des Aggerverbands, Uwe Moshage, bei der Verbandsversammlung im Hotel zur Post in Wiehl geäußert, wo er den Bericht des Vorstands präsentierte, während sein Vertreter Thorsten Falk den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr vorstellte.
Welche Perspektive hat die Stauanlage?
Moshage erläuterte auf Nachfrage des Gummersbacher Stadtverordneten Joachim Scholz (Grüne), dass der Betreiber der Wasserkraftanlage aus dem Rennen sei und dessen Staurecht entfallen sei. Der Verbau, also die Stauanlage, soll laut dem Kölner Regierungspräsidenten zurückgebaut werden. Die Kosten dafür gingen schnell in die Millionen, sagte er dieser Zeitung. Die könne niemand aufbringen. Als Kompromiss denkbar sei, den Verbau zu belassen, sodass man den Stauweiher als Retentionsfläche nutzen könne.
Wie soll das in der Praxis dann gehen?
Aggerverbands-Vorstand Moshage sagt, dass man die Stauanlage hin und wieder schließe. Auf diese Weise könne man die Anlagen so erhalten, wie sie aktuell sind. Diese Idee habe man gegenüber dem RP bereits kommuniziert. Also: den Stauweiher für den Fall der Fälle als Retentionsfläche nutzen und ansonsten eine Durchlässigkeit der Agger gewährleisten. Das aber setze voraus, dass der RP mitspiele.
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Was sagt der RP zu diesen Plänen?
Erste interne Kommentare aus Köln ließen aber erkennen, dass dieses Vorgehen offenbar möglich ist. Was die Stauanlage betrifft, die im Eigentum der bayerischen Aggerkraftwerke GmbH & Co. KG ist, so hat diese laut Moshage dem Verband ein Angebot zur Übernahme gemacht, das der Vorstand am Montag allerdings als „nicht annehmbar“ bezeichnet hat.
Was konnte Moshage noch berichten?
Erneut Thema war, wie sich der Klimawandel in der Region zeigt. Da sind nicht nur die zwei Grad, die Oberberg 2025 über der globalen Temperaturzunahme lag. Auch die Füllstände der Trinkwassertalsperren Wiehl und Genkel sind auffällig, denn sie liegen 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Füllstand.
Und was bedeutet das für die Arbeit des Verbandes?
Moshage sagt, es habe Konsequenzen auf den Betrieb. „Wir haben künftig andere Anforderungen.“ Denn: Je wärmer das Wasser wird, desto mehr Mikroorganismen lagern sich ab. Das müsse bei der Wasseraufbereitung berücksichtigt werden. Also in den Wasserwerken. Die Filtertechnik in der 75 Jahre alte Anlage in Gummersbach-Erlenhagen soll demnach auf den aktuellen Stand gebracht werden. Moshage sprach aber auch Beschwerden von Bürgern an, nach denen das Wasser des Aggerverbandes muffig rieche. Eine aktuelle Studie bescheinigt dem Verband, dass sein Wasser einwandfrei ist. Oftmals liege es an den Hausinstallationen der privaten Haushalte. „Vor allem dann, wenn es wenig genutzt werde."
Was ist mit der Übernahme des Wasserverbands Rhein-Sieg-Kreis?
Moshage machte am Montag deutlich, dass in den aktuellen Gremien des Aggerverbands erst dann ein Beschluss herbeigeführten werde, wenn alle Mitgliedskommunen im Rhein-Sieg-Kreis sich dafür ausgesprochen hätten. Aus Sicht des Aggerverbands rät er ausdrücklich zu der Übernahme. Der Wasserverband im Nachbarkreis habe ein Büro in Siegburg. Dieser Standort sei von Vorteil für die Gewinnung von Experten für den Aggerverband aus der Region Köln/Bonn. Der finale Beschluss soll Anfang 2027 gefasst werden. Aktuell ist der Verband damit befasst, die finale Fassung der Vereinbarung zwischen den beiden Verbänden zu erarbeiten.
Was muss der Verband noch in Angriff nehmen?
Ein großes Thema ist die Erneuerung der Schlammbehandlung auf der Kläranlage in Homburg-Bröl. Die Kosten dafür wurden mit 14,6 Millionen Euro ermittelt. Neu ist, dass der Aggerverband die Planung inzwischen im eigenen Haus stemmt. Die Leistung externer Büros habe nachgelassen und seit weitaus teurer, sagte Moshage zu den Gründen. 23,7 Millionen wird die geplante Erweiterung der Kläranlage Weiershagen kosten, 8,1 Millionen die Planung. Drei Klärwerke, darunter das in Brunohl sollen dafür entfallen.
Wie ist es um den Haushalt 2026 bestellt?
Dieser schließt mit einem Plus von 1,35 Millionen Euro. Erträgen von 87,06 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 85,70 Millionen Euro entgegen. Die Versammlung stimmte dem Wirtschaftsplan zu.

