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Grünes Licht für Höhlenerlebniszentrum„Damit kann Engelskirchen Geschichte schreiben“

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Entwürfe zum geplanten Höhlenerlebniszentrum Ründeroth des Planungsbüros Kunzberg. Die Visualisierungen zeigen Entwürfe zur Gestaltung und zum Farbkonzept der geplanten Ausstellungsorts.

Entwürfe zum geplanten Höhlenerlebniszentrum Ründeroth des Planungsbüros Kunzberg. Die Visualisierungen zeigen Entwürfe zur Gestaltung und zum Farbkonzept der geplanten Ausstellungsorts.

Die Entdeckung der Windloch-Höhle war eine geologische Sensation. Mit dem Höhlenerlebniszentrum soll sie für die Menschen erfahrbar werden.

Mit einer Gegenstimme hat der Gemeinderat Engelskirchen in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für das Höhlenerlebniszentrum (HEZ) in Ründeroth gegeben. CDU, SPD und FDP würdigten das Projekt als Chance, auch wenn es ein finanzielles Risiko gebe und man verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürger umgehen wolle.

Vor drei Wochen hatten die Planer, die Kämmerin und Kreisdezernent Frank Herhaus den aktuellen Stand zum HEZ und das weitere Vorgehen vorgestellt. Das Potenzial der Höhle für Engelskirchen und die Region hatte der Entdecker des Windlochs, Höhlenforscher Stefan Voigt, in einem engagierten Vortrag deutlich gemacht.

Virtuell in die Höhle eintauchen

Das HEZ erhalte durch seine innovative Verbindung von Wissenschaftsvermittlung und Erlebnischarakter ein landesweites Alleinstellungsmerkmal. Im Mittelpunkt stehe das virtuelle Erleben eines bislang unbekannten Höhlensystems. Eine sogenannte immersive VR-Experience wird in Kooperation mit dem Cologne Game Lab der TH Köln entwickelt. Darunter versteht man das Eintauchen in eine computergenerierte, realitätsnahe Umgebung, die alle Sinne anspricht. Und das reale Erleben einer Höhle ist durch einen Besuch der benachbarten Aggertalhöhle möglich.

Die Jahrhundertentdeckung sei einzigartig für Engelskirchen und die Region, eine solche Chance gebe es nicht noch einmal. „Wir sollten jetzt die knappe 75 Prozent Förderung nehmen und ein tolles Projekt machen, das Engelskirchen strahlen lässt“, sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Brelöhr. Und für die CDU führte Fraktionsvorsitzender Matthias Haas in einer vorbereiteten Stellungnahme aus, warum die Christdemokraten das Projekt von Anfang an unterstützt hätten. Es sei eine große Chance, natürlich müsse es ein Controlling geben und eine externe Projektsteuerung. „Engelskirchen kann damit Geschichte schreiben“, so Haas.

Große Chance für Engelskirchen nutzen

Auch FDP-Fraktionschef Christopher Skerka warb bei allem Risiko dafür, das HEZ zu bauen. Das Loch im Boden sei wie das Tor zur Geschichte, man müsse es nutzen. Und es sei auch klar, dass es Kultur nicht zum Nulltarif gebe.

Die Gegenstimme zum Projekt kam von Grünen-Fraktionschef Karl Lüdenbach. Er hatte beantragt, eine geänderte Planung durchzuführen um die in einem separaten Gebäude geplante Gastronomie (die vom Rat ebenfalls bei einer Gegenstimme verabschiedet wurde) in das HEZ zu integrieren. Das könnte ein bis drei Millionen Euro sparen. Bürgermeister Lukas Miebach erläuterte, dass dieser Vorschlag zum einen zu einem sehr späten Zeitpunkt komme, zu anderen eine integrierte Gastronomie nicht möglich und zudem damit die gesamte Förderung gefährdet sei. Der Antrag von Lüdenbach wurde bei einer Ja-Stimme und zwei Enthaltungen abgelehnt.