Gummersbach erwartet mit Lemgo die Überraschungsmannschaft der Saison, ein Team gegen das der VfL lange nicht gewonnen hat
Handball-BundesligaDas Wort Angstgegner gibt es im Isländischen nicht

In den vergangenen vier Aufeinandertreffen zwischen dem VfL Gummersbach und dem TBV Lemgo verließen die Gummersbacher das Spielfeld mit hängenden Köpfen, wie hier bei der Niederlage im DHB-Pokal.
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„Angstgegner, das Wort gibt es auf Isländisch nicht“, sagt Gudjon Valur Sigurdsson, Trainer des VfL Gummersbach, mit einem Augenzwinkern. Mit dem TBV Lemgo gastiert am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, eine Mannschaft in der Schwalbe-Arena, die die vergangenen vier Spiele alle gegen den VfL gewonnen hat. Zuletzt unterlag der VfL im November mit 27:30 im Pokal-Achtelfinale der Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann.
Lemgo bezeichnet Sigurdsson dann lieber neben dem souveränen Tabellenführer SC Magdeburg als eine der beiden Mannschaften der laufenden Saison. „Sie haben eine hervorragende Mannschaft“, sagt der VfL-Trainer. Und die agiere mit Selbstbewusstsein und Sicherheit. „Sie machen ihr Ding, wissen genau, was sie können und haben null Angst, etwas zu machen“, beschreibt er die Vorzüge des Gegners, der auf Platz vier in der Tabelle steht.
Bei Lemgo stehen bisher nur fünf Niederlagen
Fünf Niederlagen stehen beim TBV Lemgo , und davon könnte eine noch in einen Sieg umgewandelt werden. Denn nach Ansicht der Handball-Bundesliga gehen die beiden Punkte aus der 30:32-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen an den TBV. Die Löwen hatten einen 17-jährigen Nachwuchsspieler im Kader, der die seit Anfang des Jahres geltende Anti-Doping-Schiedsvereinbarung noch nicht unterschrieben hatte. Das war der HBL-Spielleitung im Nachgang der Partie aufgefallen. Besonders bitter ist, dass der Nachwuchshandballer gar nicht gespielt hat.
Sicher sei ein Fehler gemacht worden, doch eigentlich sei es ein Unding, dass im elektronischen Spielbericht nicht aufgefallen sei, dass der Handballer nicht spielberechtigt gewesen sei, sagt der VfL-Trainer. Das hatte die HBL erst nachher gesehen und die Vereine informiert.
Gegen Lemgo setzt der Gummersbacher Trainer auf die gute Heimbilanz seines Teams und die Erkenntnisse aus dem 34:26-Erfolg beim THW Kiel am Samstag. „Das war ein cooler und gelungener Auftritt meiner Mannschaft“, so Sigurdsson. Ihn habe besonders gefreut, wie die Jungs sich auch untereinander verständigt hätten, seien es Julian Köster und Kay Smits auf der Bank oder Tom Kiesler und Stepan Zeman gewesen.
Ob der Blick nun Richtung Champions League gehe? „Das ist keine Frage, ob wir es wollen, sondern ob es realistisch ist“, sagt der VfL-Trainer. Was sein Team in der Hand habe, sei Platz fünf oder sechs. „Wir wollen Lemgo schlagen und so viele Punkte holen wie möglich.“

