Abo

FrauenrechteIn Gummersbach geht es um Care-Arbeit und Gleichberechtigung

2 min
Fünf Frauen mit bunten Plakaten für Frauenrechte auf dem Lindenplatz in Gummersbach.

Mit bunten Plakaten und klaren Botschaften setzten die Teilnehmerinnen ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung.

Auf dem Lindenplatz in Gummersbach machten rund 50 Menschen auf Benachteiligung, Care-Arbeit und Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Unter dem Motto „Take a Break – und die Welt steht still“ haben sich am Montagvormittag rund 50 Menschen auf dem Lindenplatz in Gummersbach versammelt. Mit der Aktion machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf strukturelle Benachteiligungen von Frauen aufmerksam. Organisiert wurde die Versammlung von den Marienheiderinnen Henrike Loh und Marieke Ilem.

Zum Bild der Versammlung gehörten neben Gesprächen und Musik auch mehrere symbolisch platzierte Haushaltsgegenstände. So standen auf dem Platz unter anderem ein Wäscheständer und ein Bügelbrett mit Flyern. Die Organisatorinnen wollten damit auf die weiterhin ungleich verteilte Haus- und Pflegearbeit aufmerksam machen. Auf einem leeren Plakat konnten sich Besucherinnen und Besucher mit eigenen Gedanken verewigen.

Ich glaube, dass Männer sich aktiv laut machen müssen. Weil entweder ist man laut dagegen oder leise dafür
Matthias Stinn,  zeigt sich solidarisch

Inhaltlich ging es unter anderem um die Verteilung von Care-Arbeit, wirtschaftliche Benachteiligung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Ilem betonte den regionalen Bezug der Kundgebung. „Wir wollen das Thema sichtbar machen“, sagte sie. Gerade außerhalb der größeren Städte werde über Gleichstellung oft weniger öffentlich gesprochen, obwohl viele Frauen auch dort davon betroffen seien. „Vielleicht ist es auf dem Land auch noch ein bisschen wichtiger, das sichtbar zu machen“, sagte sie. „Wer übernimmt das Eltern-Taxi meistens? Das sind doch eher die Frauen.“

Mehrere Plakate griffen die Botschaft der Kundgebung auf. Zu lesen war unter anderem „Ohne uns steht alles still“. Auf einem weiteren Schild stand „My favorite season is the Fall of patriarchy“ – ein englisches Wortspiel, das sinngemäß den Wunsch nach dem Ende patriarchaler Strukturen ausdrückt. Ein anderes Plakat trug den Spruch „Schützt eure Töchter“, was durchgestrichen war; darunter stand: „Erzieht eure Söhne.“

Care-Arbeit und Gewalt gegen Frauen im Fokus

Dass die Themen viele Generationen betreffen, zeigten auch die persönlichen Berichte vor Ort. Gabi Bületer (73) sagte: „Ich möchte solidarisch sein. Ich bin jetzt in dem Alter, wo ich sehr viel von der Frauenbewegung mitbekommen habe. Ich war auch Gleichstellungsbeauftragte während meines Berufslebens in einer Behörde. Und ich denke, da ist noch viel zu tun.“

Auch Matthias Stinn (39), hat eine klare Meinung: „Ich glaube, dass Männer sich aktiv laut machen müssen. Weil entweder ist man laut dagegen oder leise dafür.“

Bis zum Mittag nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Kundgebung zum Austausch. Für einen Teil der Gruppe ging es anschließend mit dem Zug weiter nach Köln zu einer Veranstaltung des Töchterkollektivs.

Für Henrike Loh und Marieke Ilem war es die erste selbst organisierte Kundgebung. Umso größer war die Freude darüber, dass sich so viele Menschen beteiligten und die Aktion zum Austausch nutzten.