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Im Alter von 96 Jahren gestorbenJürgen Habermas und seine Wurzeln in Gummersbach

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Jürgen Habermas war in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu Besuch in Gummersbach. So wie hier an der evangelischen Kirche. (Archivbild)

Jürgen Habermas war in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu Besuch in Gummersbach. So wie hier an der evangelischen Kirche. (Archivbild)

Prof. Jürgen Habermas ging aufs Gummersbacher Jungengymnasium, machte dort Abi und wollte eigentlich Journalist werden.

Es gibt nur wenige Söhne der Stadt Gummersbach, die bereits zu Lebzeiten Weltruhm erlangt haben. Einer ist der Philosoph Prof. Jürgen Habermas, der am Samstag im Alter von 96 Jahren verstorben ist.

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war ihm stets gewiss, zumal er sich auch zuletzt noch zu aktuellen Themen wie den Kriegen in Gaza und der Ukraine geäußert und sich dabei nicht nur Freunde gemacht hat.

Jürgen Habermas wuchs in der Körnerstraße in Gummersbach auf

Doch das war nie das Ansinnen des Gummersbachers, der in Düsseldorf zur Welt kam und in der Körnerstraße mit zwei Geschwistern aufwuchs. Nach seinen Erinnerungen an diese Kleinstadt gefragt, sagte er einmal:

„Da kommt vieles zusammen. Das Elternhaus in der Körnerstraße natürlich, das die Nachfolger schön in Ordnung gebracht haben; der älteste Freund Jupp Dörr, den ich vor ein paar Jahren in Bonn wiedergesehen habe; das erste Fahrrädchen mit fünf Jahren; die Diesterwegschule, an der mein Großvater der erste Rektor gewesen war, Schützenfeste – und so weiter.“

Dabei wäre der Philosoph und Soziologe beinahe Journalist geworden. „In meinem Abiturzeugnis habe ich Journalist als Berufswunsch angegeben. Ich hatte schon während der letzten Jahre auf dem Gymnasium Film- und Theaterkritiken geschrieben; das habe ich als Student etwas professioneller bei Otto Vormstein auf der Lokalredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger fortgesetzt“, erinnerte er sich vor Jahren an seine Jahre in der Kreisstadt.

Für Philosophie, Psychologie und Genetik habe er sich schon früh interessiert. „Aber es wäre Größenwahnsinn gewesen, mit dem Ziel zu studieren, später einmal Professor zu werden.“