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Kreiskrankenhaus GummersbachGeburten so sanft wie möglich gestalten

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Die Hebammen Mirsada Rizvic und Meike Naumann-Steffen (2. und 3. v.l.) auf der Station.

Die Hebammen Mirsada Rizvic und Meike Naumann-Steffen (2. und 3. v.l.) auf der Station.

Im Kreiskrankenhaus Gummersbach wurde der von Hebammen geleitete Kreißsaal eingeführt.

Viele schwangere Frauen wünschen eine Geburt mit möglichst wenig medizinischer Intervention, in einer entspannten Atmosphäre. Sofia Mazzarelli, leitende Hebamme am Gummersbacher Kreiskrankenhaus, beschreibt das als „positives und selbstbestimmtes Geburtserlebnis“.

Um Frauen das zu ermöglichen, hat die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus ihr Angebot in der Geburtshilfe um den hebammengeleiteten Kreißsaal erweitert. Damit schafft das Krankenhaus eine Option für Frauen mit risikoarmer Schwangerschaft, die sich eine möglichst natürliche und selbstbestimmte Entbindung wünschen.

Chefärztin Anja Weishap (rundes Foto) weiß, dass es nicht wenige Frauen gibt, die sich umgeben von medizinischem Gerät und Technik im Kreißsaal verunsichert fühlen

Chefärztin Anja Weishap (M.) weiß, dass es nicht wenige Frauen gibt, die sich umgeben von medizinischem Gerät und Technik im Kreißsaal verunsichert fühlen

Für Komplikationen gewappnetSelbstverständlich, das versichert Chefärztin Anja Weishap, steht das Team der Klinik für Geburtshilfe im Fall von Komplikationen sofort zur Verfügung. Doch auch sie sagt, dass es nicht wenige Frauen gibt, die sich, umgeben von medizinischem Gerät im Kreißsaal angesichts von so viel Technik verunsichert fühlen.

Hier, so erläutert Hebamme Sofia Mazzarelli, sei die hebammengeleitete Geburt eine gute Möglichkeit, Stress zu reduzieren, mehr Ruhe in einen an sich natürlichen Vorgang zu bringen. „Durch eine entspanntere Atmosphäre hoffen wir, uns noch deutlicher als familienorientierte Einrichtung zu positionieren und die Zahl der Eingriffe, wie einen Kaiserschnitt, zu reduzieren“, sagt die Hebamme.

Ziel ist eine interventionsarme Geburt

Schwangere, die sich eine solche Geburt wünschen, werden vorab in zwei Gesprächen umfassend beraten. Es gibt eine ausführliche Anamnese, einen Kriterienkatalog und eine individuelle Geburtsplanung. Ausdrücklich werden die Frauen dazu angeregt, vorab ihre Wünsche für die Geburt zu äußern. Wer Deutsch nicht als Muttersprache spricht, kann eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher mitbringen. Aber, auch das geben Chefärztin und Hebamme zu bedenken: Ist die Sprachbarriere zu hoch, ist die hebammengeleitete Geburt nicht angeraten. Am Entbindungstag ist eine der Hebammen des mehr als zwanzigköpfigen Teams regelmäßig im Austausch mit der werdenden Mutter, mit einer zweiten Hebamme und im Bedarfsfall auch dem Ärzteteam.

Einige der Hebammen, darunter auch Sofia Mazzarelli, konnten schon Erfahrungen im hebammengeleiteten Kreißsaal sammeln. Dr. Anja Weishap betont: „Ziel ist eine interventionsarme Geburt mit hoher Betreuungskontinuität – verbunden mit der Sicherheit eines Krankenhauses im Hintergrund.“ Auch im Wochenbett bleiben die Hebammen die Ansprechpartnerinnen, übernehmen die Nachsorge für Mutter und Kind und die täglichen Visiten.

Um die bestmögliche Betreuung zu gewährleisten, gab es für die Hebammen vorab Fortbildungen, unter anderem in Kinderreanimation. Sofia Mazzarelli berichtet erfreut: „Die Ärzte hier in der Klinik stehen voll an unserer Seite und haben uns auf dem Weg bis zum Start des neuen Angebots schon sehr gut unterstützt.“

Frauen, deren Geburtstermin im März oder später liegt, können sich jetzt schon für eine Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal anmelden. Informationen und Termine für Vorgespräche gibt es telefonisch, (02261) 17-1928, sowie online.