Nicole Breidenbach ist seit vergangenem Jahr stellvertretende Vorsitzende der CDU Oberberg und zugleich Vorsitzende der Frauen Union im Kreis. Andreas Arnold sprach mit ihr über ihre rasante Karriere in der CDU und was noch kommen soll.
Rasante KarriereNicole Breidenbach ist das neue Gesicht der Frauen Union in Oberberg

Die Vorsitzende der Frauen Union im Oberbergischen beantwortet die Frage nach einer möglichen Kandidatur für den nordrhein-westfälischen Landtag nur ausweichend.
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Ihr Parteieintritt mit Ende 30 klingt erst einmal nach spätberufen. Warum die CDU?
Politisch bin ich schon immer gewesen, auch immer CDU. Ich bin aber tatsächlich erst 2024 offiziell CDU-Mitglied hier in Oberberg geworden. Ich bin also noch relativ frisch. Sie sind 2025 zur Kreisvorsitzenden der Frauen Union und zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt worden.
Was reizt Sie an der Arbeit?
Ich wollte immer schon an den Entwicklungen und an den Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden, beteiligt sein. Ich möchte gerne mitreden, weil ich durchaus sehe, dass ja die Entscheidungen, die kommunalpolitisch getroffen werden, auch Auswirkungen auf meinen Alltag haben.
Musste man Sie lange überzeugen, die beiden Ämter zu übernehmen?
Ich habe mich sehr gefreut, dass man mir dieses Vertrauen so zügig geschenkt hat. Ich glaube, ich bin ein Mensch, der das auch ausstrahlt – dass ich gerne schnell Verantwortung übernehmen will, dass ich mich gerne in Themen schnell einarbeite. Und ich glaube, das hat man auch ein Stück weit gesehen. Von daher hat man mir auch frühzeitig das Vertrauen geschenkt.
Wollen Sie für die Landtagswahlen im kommenden Jahr kandidieren?
Aktuell haben wir ja noch einen ganz tollen Abgeordneten, Bodo Löttgen. Der ist auf dieser Position genau richtig. Mein Augenmerk liegt im Moment ganz klar auf der Frauen Union. Da möchte ich viel voranbringen. Alles andere ist Spekulation und gehört nicht über die Medien kommuniziert, sondern es sind interne Sachen.
Es gibt ja durchaus schon Spekulationen, die in Richtung Düsseldorf für Sie gehen.
Ich nehme das durchaus wahr, aber das sind eben Spekulationen.
Zurück zur Frauen Union: Warum ist es Ihnen wichtig, hier in Oberberg deren Vorsitzende zu sein?
Das Thema ist mir immer schon sehr wichtig gewesen. Und ich sehe schon, wenn ich jetzt mal so durch die politischen Reihen in der CDU schaue, dass wir natürlich viele tolle Frauen haben. Dass aber eben auch noch Luft nach oben ist, dass ich mir tatsächlich wünsche, mehr Frauen könnten noch Verantwortung übernehmen, könnten aktiver sein, sich mit ihren Themen, mit ihrer Lebensrealität auch einbringen. Und das ist auch der Grund, warum ich gesagt habe, ich möchte gerne schon zeigen, dass die Frauen Union eine moderne, starke Stimme für die CDU für Oberberg ist.
Wobei man sich ja auch fragt, warum vieles im Jahr 2026 nicht längst selbstverständlich ist.
Natürlich hat sich innerhalb der Partei schon wahnsinnig viel getan, das hat sich entwickelt. Aber wir sehen auf der anderen Seite immer noch, dass einfach viel zu wenige Frauen in die Politik gehen und sich aktiv beteiligen. Und das hat ja Gründe. Und diese Gründe sind auf der einen Seite sicherlich strukturell zu sehen, aber vielleicht auch kulturell. Das heißt, in meinen Augen reicht es nicht aus, nur in der Theorie zu sagen „Ja, wir hätten gerne mehr Frauen in der Politik“. Es muss auch gelebte Haltung sein. Gerade Frauen, die Job, Familie und vielleicht auch schon ein Ehrenamt haben, müssen natürlich gucken, wie sie die Politik da noch unterbekommen.
Was wollen Sie aus Frauensicht in Oberberg vorantreiben?
Ich möchte mehr Frauen für die Politik begeistern. Ich erlebe in vielen Gesprächen, dass Frauen nicht uninteressiert oder desinteressiert sind, sondern es eben an diesen Hürden liegt, die ich gerade kurz benannt habe. Vereinbarkeit ist sicherlich ein Thema – nicht nur mit Kindern, sondern auch in Verbindung mit Pflege. Also wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, dann sind womöglich die eigenen Eltern pflegebedürftig.
Und was bewegt Sie auf inhaltlicher Ebene?
Auf inhaltlicher Ebene ist mir zum Beispiel das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum sehr wichtig. Da gibt es ja auch Kampagnen von der Frauen Union NRW wie „Bring' Licht in die Dunkelheit“, wo wirklich geschaut wird, wie können wir unsere Kommunen auch sicherer machen. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass mir Frauen sagen, dass sie sich abends nach 18 Uhr in Gummersbach an bestimmte Stellen allein nicht hin trauen.
Zur Person
Nicole Breidenbach (41) lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern – neun und zwölf Jahre alt – in Nümbrecht. Sie kommt ursprünglich aus Weimar, hat in Jena an der Friedrich-Schiller-Universität ein psychologisch-pädagogisch-soziologisches Studium gemacht. „Wegen der Liebe“ kam sie 2008 nach Nümbrecht. Beruflich war sie als Personalerin tätig, dann lange im Bildungsbereich, aber auch in der Industrie im Automotive-Bereich. Im Jahr 2020 ist sie zum Oberbergischen Kreis gewechselt und arbeitet dort in der Wirtschaftsförderung. In die CDU ist sie 2024 eingetreten.

