Bald beginnt wieder die Krötenwanderung und die Amphibienschützer in Lindlar suchen weitere Helfer.
Einsatz für Frösche und KrötenEhrenamtler helfen den Amphibien in Lindlar

Zum Helferteam in Quabach gehört Susanne Freese. Der Zaun ist errichtet, die Ehrenamtler warten nun auf den Start der Amphibienwanderung.
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Noch trauen sich Frösche, Kröten und Molche nicht heraus. Doch sobald es ein wenig wärmer wird, werden die heimischen Amphibien ihre Laichgewässer wieder aufsuchen. Ihr Weg führt da mancherorts quer über die Straße. „Der Straßenverkehr ist der größte Feind der Tiere. Sie laufen einfach los – und überleben das oft nicht“, sagt Susanne Freese. Mit anderen engagiert sich die Inhaberin des Lindlarer Buchladens „Tim und Jan“ ehrenamtlich für den Naturschutzbund und den Amphibienschutz.
In diesen Tagen sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wieder unterwegs. Rund um Lindlar gibt es in drei Gebieten Frosch-, und Kröten- und Molchwanderungen. „Das betrifft die L299 in Halfenslennefe, die L284 in Quabach und die Straße in Steinenbrücke“, zählt Freese auf. An diesen drei Standorten sind von Februar bis April rund 40 Ehrenamtler im Einsatz. Aktuell errichten sie neue Schutzzäune oder bessern die noch vorhandenen aus – um gewappnet zu sein, wenn die Hochzeit der Amphibienwanderung beginnt.
Ab konstant 6 Grad geht die Wanderung los
Diese sei immer etwas unterschiedlich. Es komme vor allem auf die Außentemperatur an, erzählt Susanne Freese. Sobald es konstant sechs Grad über Null ist, starten die Frösche, Kröten und Molche und ziehen nach Sonnenuntergang los. In Quabach führt der Weg der Tiere aus dem Waldstück heraus über die Straße hinweg zum großen Laichteich im Ort. Auf einer Strecke von rund 400 Metern hat die Helfertruppe hier auf beiden Straßenseiten einen rund 50 Zentimeter hohen Schutzzaun aus grünem Kunststoffmaterial errichtet
. „Die Tiere kommen bis zum Zaun und nicht weiter. Sie laufen dann entlang der Barriere und werden in Eimern aufgefangen, die wir in regelmäßigen Abständen in die Erde eingelassen haben“, erklärt Freese weiter. Zweimal am Tag, jeweils am Morgen und am frühen Abend, sind in der Zeit der Amphibienwanderung die Ehrenamtler im Wechsel vor Ort unterwegs. „Wir sammeln die Frösche und Kröten aus den Eimern ein, bringen sie sicher über die Straße und setzen sie im Laichgewässer wieder aus.“ Oder wieder im Wald. Denn nach der Eiablage im Teich beginnt für die Tiere nach kurzer Zeit schon wieder die Rückwanderung.
Klimawandel bedroht heimische Arten
Bis zu 100 Frösche, Kröten und Molche am Tag haben Susanne Freese und die weiteren Helferinnen und Helfer in der Vergangenheit so schon gerettet. „Amphibien benötigen unseren besonderen Schutz, sie sind für unser Ökosystem von enormer Wichtigkeit“, betont die Ehrenamtlerin aus Lindlar. Doch der Klimawandel setze den heimischen Arten zu. Die Froschpopulation vor Ort sei schon zurückgegangen.
In der Zeit der Wanderung gilt auf den betroffenen Straßenabschnitten „Tempo 50“. Darauf weisen ausklappbare Schilder hin. Sie sind ein Signal für die Autofahrerinnen und Autofahrer, Rücksicht auf die Tiere und auch auf die Helferinnen und Helfer zu nehmen. Reflektierende Dreiecksschilder, die einen Frosch zeigen, und Warnblinklampen dienen ebenfalls der Absicherung des engagierten Teams. Die Ehrenamtlichen freuen sich in Lindlar über weitere Unterstützerinnen und Unterstützer. Wer Interesse hat mitzuhelfen, kann sich per Whatsapp melden unter der Handynummer 0157/ 39 30 82 86.

