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Neues Forschungsprojekt auf MetabolonWie Asche wieder zu Rohstoff wird

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Beim Projekt „KARMA“ wird an der Verwendung von Rostasche als Baumaterial gearbeitet.

Beim Projekt „KARMA“ wird an der Verwendung von Rostasche als Baumaterial gearbeitet.

Bisher wurde Rostasche als Abfall auf Deponien gelagert. Nun wird erforscht, wie es als Baumaterial verwendet und dabei noch CO2 gebunden werden kann

Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung, Wiederverwendung, Abfallvermeidung, Recycling: Das sind zentrale Themen, mit denen sich das Projekt Metabolon und die Bergische Rohstoffschmiede auf dem Forschungs-und Innovationstandort auf dem Entsorgungszentrum Leppe des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (Bav) beschäftigen. Und das in enger Zusammenarbeit mit dem Campus Gummersbach der TH Köln, weiteren Universitäten und Forschungseinrichtungen und der Industrie beschäftigen.

Zu den zahlreichen Projekten zählt auch „KARMA“ (Karbonatisierung von Müllverbrennungsaschen), ein Forschungsvorhaben von RWTH Aachen, TH Köln, Bav und der Refer GmbH. In Deutschland landet immer noch jede Menge Müll in den Müllverbrennungsanlagen. Übrig bleibt Rostasche, die auf Deponien gelagert wird. Einige Millionen Tonnen kommen da jedes Jahr zusammen. Auch auf der Leppedeponie wurde Rostasche eingelagert, sagt Projektkoordinatorin Elena Eßer.

Die Anlagerung von CO2 kann durch das Deponiegas erfolgen

Mit einer Kilotonne Rostasche könnten rund 20 Kilogramm Co2 gebunden wurden, erläuterte Rebecca Winkler von Refer. Wenn sie denn weiterverarbeitet wird, etwa als Baustoff für Straßenarbeiten. Und genau daran wird auf der Leppe-Deponie geforscht. Es geht darum, die Rostasche durch die Karbonatisierung aufzuwerten und dann als Sekundärrohstoff im Baubereich wieder einzusetzen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung zum Projekt. Die Idee und die geplante Umsetzung haben im Rahmen des Wettbewerbs „CCU-Modellregion NRW“ überzeugt und eine Förderung in Höhe von 1,14 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium NRW erhalten. CCU steht für Carbon Capture and Utilization, was so viel bedeutet wie Abscheidung und Nutzung von CO2.

Die auf Metabolon angelieferte Rostasche enthält zahlreiche unverbrannte Elemente, darunter Metalle, aber auch noch Kunststoffreste oder auch Batterien, erläutert Winkler bei einem Rundgang über die Anlage. Dass so viele Batterien im Restmüll landen ist für sie völlig unverständlich, schließlich sei allgemein bekannt, dass Batterien nicht separat entsorgt werden müssten. Annahmestelle dafür gebe es reichlich.

Material muss gesiebt, sortiert und zerkleinert werden

Das angelieferte Material wird gesiebt, das Metall entfernt und dann wird noch von Hand aussortiert. Dazu sei auch einige Erfahrung erforderlich, maschinell gebe es dafür bislang keine Lösung. Anschließend wird das Ganze zerkleinert, in verschiedenen Körnungen von 0 bis 22 Millimetern. Das Ergebnis sieht aus wie Kies oder grauer Sand. Und genau diese Materialien soll die Rostasche   auch ersetzen oder ergänzen.

Und wie kommt das CO2 dazu? Das ist im Deponiegas enthalten, das   die Rostasche durchströmen kann. Dabei lagert sich das CO2 an der Asche ab und wird bei der Verarbeitung zu Baustoffen dann dauerhaft gebunden.

Anforderungen an das künftige Baumaterial werden getestet

Die Karbonatisierung ist nur ein Teilaspekt, ganz wichtig sei, dass das mit Rostasche hergestellt Baumaterial auch die notwendigen Anforderungen an Belastbarkeit, Haltbarkeit und Schadstoffen erfülle, sagt Winkler. Die Herstellung müsse normiert werden können, damit sichergestellt sei, dass die Rostasche sicher und regelkonform eingesetzt werden könne.

Gerade an den Daten zum Materialverhalten und der Schadstoffbelastung werde intensiv geforscht, damit entsprechende sichere und normierte Verfahrensschritte für die Industrie entwickelt werden können. Für Baustoffe wie Beton gebe es entsprechende Normen und die müssten auch eingehalten werden, wenn bei der Herstellung Rostasche verwendet werde, ergänzt Elena Eßer.

Wenn das zukunftsweisende Projekt erfolgreich verlaufe, dann leiste es einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2 und zur Ressourcenschonung, da weniger Sand und Kies benötigt werde. Zudem müsse die Rostasche nicht mehr als Abfall gelagert, sonder könne als Sekundärrohstoff genutzt werden, erläutert sie. Ganz im Sinne der Bergischen Rohstoffschmiede also.