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Haushalt 2026Unter Nümbrechts Etat steht ein kleines Plus

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Das Foto zeigt den Nümbrechter Gemeinderat im Rathausfoyer am Tag der konstituierenden Sitzung.

Der Nümbrechter Gemeinderat (Foto) und seine Fachausschüsse befassen sich jetzt mit dem Haushaltsplan für 2026 

Altschuldenentlastung und Infrastrukturpaket retten die Nümbrechter vor immensen Steuererhöhungen.

Die Antwort auf die Frage nach dem Grundsteuer-Hebesatz, den die Bürger recht unmittelbar im eigenen Portemonnaie spüren, hatte der Gemeinderat schon im Dezember beantwortet: Die Grundsteuer B steigt nur leicht von 730 auf 750 Punkte, die Gewerbesteuer von 520 auf 530 Punkte.

Kreisumlage von 22 Millionen Euro

Nümbrechts Teilnahme an der Altschuldenentlastung NRW macht´s möglich: Fast 20 Millionen Euro alter Schulden   übernimmt das Land NRW von der Gemeinde – Nümbrecht wird so in den nächsten Jahrzehnten jährlich allein schon um sechsstellige Zinszahlungen entlastet: 2026 bereits um eine Viertelmillion, danach fast um eine halbe Million pro Jahr, wie Bürgermeister Thomas Hellbusch jetzt in der Ratssitzung erklärte.

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung stand die Einbringung des Haushaltsentwurfes für 2026. Kämmerer Reiner Mast führte geduldig durch das erschlagende Zahlenwerk, über das die Politik jetzt in den kommenden Wochen zu beraten und im April zu beschließen hat. Die geplanten Aufwendungen summieren sich laut des vorliegenden Haushaltsentwurfes auf 63,6 Millionen Euro, wobei die Kreisumlage mit 22 Millionen den dicksten Batzen ausmacht. Dem stehen Erträge in Höhe von 63,9 Millionen gegenüber. Unterm Strich steht also ein kleines Plus von 300.000 Euro.

Der Haushalt hat noch ein strukturelles Problem.
Kämmerer Reiner Mast

Bürgermeister Hellbusch machte aber auch klar, dass man nur deshalb auf eine massive Steuererhöhung verzichten könne, weil die Altschuldenentlastung dies ermögliche. Und auch die Zuwendung in Höhe von 8,1 Millionen Euro an Bundesmitteln aus dem Infrastrukturgesetz helfen dabei, Druck aus der finanziell angespannten Lage zu nehmen, so Hellbusch. Und auch Kämmerer Mast betonte deshalb in seinem Fazit: „Der Haushalt hat noch ein strukturelles Problem.“

Durch verschiedene Mechanismen   entlastet die Schuldenübertragung ans Land den Nümbrechter Haushalt jährlich insgesamt um rund zwei Millionen Euro, die ansonsten hätten erwirtschaftet werden müssen – und da wäre der Kommune wohl nur die Steuerschraube geblieben – mit einer dann deutlich vierstelligen Grundsteuer B.

Stattdessen können die Steuern zumindest vorerst moderat bleiben, 700.000 Euro sollen pro Jahr aus dem Infrastrukturpaket in den Straßenbau fließen, so dass dieser Posten im Haushalt für andere Zwecke ausgegeben werden kann – und Ende 2026 winkt sogar wieder Eigenkapital.

Investieren will Nümbrecht 2026 vor allem in den Schulcampus und die dortige Sportanlage, in die Anbauten an die Grundschulen Nümbrecht und Gaderoth, die Fortführung des Integrierten Handlungskonzeptes und die Feuerwehr.