Weiterhin haben die Reichshofer die stärkste Jugendeinheit im Kreis. Wehrführer Sascha Frede warnt vor übertriebenem Sparkurs.
DienstbesprechungDie Reichshofer Feuerwehr hält sich jung

Seit bis zu 60 Jahren gehören einige Feuerwehrleute zur Mannschaft von Sascha Frede (M.). Die Jubilare wurden in Eckenhagen geehrt.
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Der Versammlungsort passte perfekt: Am Sonntagmorgen haben sich die Kameradinnen und Kameraden der acht Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Reichshof zur Jahresdienstbesprechung im Kulturforum der Gesamtschule getroffen. Sascha Frede, Leiter der Reichshofer Feuerwehr, bekundete dort eingangs eine große Begeisterung für seine Nachwuchskräfte: An den drei Standorten Eckenhagen/Hespert, Mittelagger und Denklingen sind 44 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis neun Jahren in der Kinderfeuerwehr.
Auf alle Einheiten verteilt bereiten sich 95 Kinder und Jugendliche zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr auf den aktiven Dienst vor. „Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass wir seit vielen Jahren die personell stärkste Kinder- und Jugendeinheit im gesamten Kreis vorhalten.“
Jugendarbeit ist zusätzlicher Kraftakt für die Feuerwehr Reichshof
Frede ließ nicht unerwähnt, dass die Jugendarbeit einen großen Kraftakt darstellt und dankte den Betreuern, die diese Arbeit zusätzlich zum normalen Dienstbetrieb auf sich nehmen. Gemeindejugendfeuerwehrwart Mail Bourbones sagte denn auch später in seinem Bericht: „Kinder- und Jugendarbeit lohnt sich, braucht aber viel Enthusiasmus, Zeit und Nerven.“
Einschließlich der 250 Aktiven, der Ehrenabteilung, der Unterstützungseinheit und den drei Musikzügen komme die Reichshofer Feuerwehr auf 561 Mitglieder, sagte Feuerwehrchef Frede: „Dabei ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter, aber derzeit kein Besorgnis bereitender Abwärtstrend festzustellen.“ Frede umriss das vielfältige Aufgabenspektrum: „Wir sind ein breiter Trichter des sozialen Systems.“ Kernaufgaben seien neben dem Einsatz- und Übungsdienst die Fahrzeug- und Gerätewartung, Fortbildung, Planung und die „viel zu gewaltige Verwaltung und Dokumentation all unserer Aufgaben“.
Reichshofer Kameraden hatten mehr als 48.000 Stunden Arbeitsstunden
Insgesamt seien so im letzten Jahr über 48.000 ehrenamtliche Stunden zusammengekommen. In letzter Zeit sei er öfter gefragt worden, wie denn die Feuerwehr ihren Beitrag dazu beitragen könne, Geld zu einzusparen. In Zeiten immer knapperer öffentlicher Kassen habe er grundsätzlich Verständnis dafür, dass mit den Mitteln gehaushaltet werden muss. Den Standard-Stundenverrechnungssatz eines Berufsfeuerwehrmannes von 21 Euro zugrundelegend, rechnete Frede aber vor, dass die ehrenamtliche Feuerwehr im Jahr 2025 theoretisch mehr als eine Million Euro an Steuergeld eingespart hat: „Jeder Cent, der in die Feuerwehr investiert wird, ist die wertvollste Investition in die Sicherheit der Einsatzkräfte und den Schutz unserer Bürger.“ Detailliert schilderte er daraufhin die bedeutsamsten Einsätze nach insgesamt 218 Alarmierungen.
Bürgermeister Jan Gutowski betonte, dass das Einstehen der Kameraden zum Wohle der Bevölkerung nicht selbstverständlich sei und die Feuerwehr zu etwas Besonderem mache. Unterschiedliche Auffassungen im Rathaus und in der Feuerwehr seien normal. Entscheidend sei jedoch, wie damit umgegangen wird, und eines müsse klar sein: „Die Sicherheit der Menschen darf niemals beeinträchtigt werden.“ Auch in Zeiten finanzieller Herausforderungen mit enger werdenden Spielräumen stehe er hinter der Feuerwehr: „Ich nehme eure Anliegen ernst und setze mich dafür ein, im Rahmen unserer Möglichkeiten das Bestmögliche für euch zu erreichen.“
Kreisbrandmeister Julian Seeger unterstrich die wachsende Bedeutung des Zivilschutzes, da immer mehr Bestrebungen erkennbar seien, das Gemeinwesen zu destabilisieren. Daher sei es wichtig, die Resilienz der Bürger zu erhöhen. Er appellierte an die Kameraden, als Stabilitätsanker die Bevölkerung über Selbstvorsorge zu informieren.
In seinem Schlusswort würdigte Sascha Frede die Unterstützung durch Familien und Arbeitgebern, die den Einsatz der Kameraden mittragen, Er dankte den Einheiten Denklingen und Nosbach, dass sie die Grundsicherung für die Gemeinde für die Dauer der Jahresdienstbesprechung sichergestellt haben. Musikalisch begleitet wurde sie vom Musikzug Bergerhof unter der Leitung von Tobias Sünder.
Die Ehrungen
Das Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW für langjährigen, aktiven Dienst erhielten diese Feuerwehrleute: Marcus Busenbach, Holger Heinze, Alexander Koch, Bastian Mabon, Ralf Von der Wehl, Jens Woggon (alle 35 Jahre, Gold); Alexander Bochinsky, Marcel Eickelmann, Elmar Fuchs, Christoph Martin, Sophie Niedermayer, Jens Spaniel, Robin Zoschke (alle 25 Jahre, Silber).
Für langjährige Mitgliedschaft wurden mit der Ehrennadel des Verbandes Deutscher Feuerwehren folgende Kameraden ausgezeichnet: Günter Marx (60 Jahre); Ralf Bitzer, Hardi Himmeröder, Gerd Prinz, Gerd Trabert (alle 50 Jahre); Axel Becher, Frank Bohlien, Roland Bunkus, Achim Fischbach, Markus Kiupel, Dirk Lünschermann, Gerhard Mabon, Thomas Marsch, Jörg Rossenbach (alle 40 Jahre); Stephan Aschenbrenner, Andreas Benninghoff, Michael Benninghoff, Tim Bergerhoff, Frederik Bischoff, David Ellis, Mick Erdmann, Adrian Hassel, Martin Hensel, Niklas Klein, Jennifer Kranz, Jeremy Kuschowsky, Vincenzo Muzzicato, Franziska Nutsch, Tobias Röttger, Niklas Rühl, Finn Lennard Julian Semmler, Tobias Sünder, Maximilian Valperz, Jonas Zapp (alle 10 Jahre).

